Frizz über „So klingt Würzburg 2016!“

Von Christian Neubert

„ (…) ‚So klingt Würzburg 2016!’ erhebt nicht den Anspruch, eine Art Würzburg-Konzentrat in den Liedzeilen seiner neun Songs zu vermitteln. Vielmehr ist es ein musikalisches Hallo – ein gutgelaunter, eklektischer Gruß aus der Heimat. Dennis Schütze produzierte diese soundtechnisch divergierende, stets angenehm reduzierte Werkschau. Sie stellt eine Handvoll Sänger und Songwriter vor, die allesamt aus Würzburg stammen: Simon-Philipp Vogel, Mandy Stöhr, Zacq & Mari, Sandra Buchner und Christian Streckel. Zwei Musikvideos zum Album gibt’s ebenfalls schon. (…)“ (Frizz 7.2016, S. 39)

Album: Urban Chic & Country Cool (2)

Während das Kompilationsalbum „So klingt Würzburg 2016!“ fertig gestellt und mit Musikvideos und im Rahmen eines Living Rooms Events präsentiert wurde, liefen schon längst die Aufnahmen für das folgende Album mit dem Titel „Urban Chic & Country Cool“.

Es ist eine Art Fortsetzung von „Electric Country Soul“ mit eigenständigen Interpretationen amerikanischer C&W-Klassiker. Verbindendes Thema der dafür ausgewählten Songs ist der Gegensatz Stadt – Land, Big City – Country Side, daher der Albumtitel. Die Songs stammen u.a. von Alan Toussaint, Lee Hazlewood, Jim Croce, Arlo Guthrie, Rick Huckaby, Barbara Keith, Doug Kershaw, Richard Leigh, Keith Urban, Chris Whitley und The Band.
Produziert wurde diesmal nicht mit Liveband im Tonstudio, sondern als Produzentenduo (Camilo Goitia & Dennis Schütze) im eigenen Projektstudio. Goitia programmierte die Beats und spielte den Kontrabass, Dennis Schütze agierte als Sänger, spielte alle A- & E-Gitarren, Lap Steel, Piano und Orgel. Die Würzburger Sängerin Mandy Stöhr hat den überwiegenden Teil der opulenten Backingchöre beigesteuert (klingt wie Emmylou Harris auf „Harvest“ von Neil Young) und ein düsteres Duett mit Sandra Buchner ist auch noch dabei. Jetzt müssen lediglich noch ein paar Solos eingespielt werden, dann geht’s über den Sommer ab in den Mix zu Jan Hees.

Es darf jetzt schon vorausgeschickt werden, dass das Album durch den Ansatz Take-your-time-do-it-yourself-and-let-yourself-go einen sehr individuellen Sound bekommen hat und mit einigen musikalischen Überraschungen aufwartet, die selbst die Macher nicht haben kommen sehen. Hilfreich war dafür sicherlich, dass erstmals ein Großteil von Schützes instrumentalem Vintage-Fuhrpark zum Einsatz kam und nicht nur feine Gitarren, sondern auch edelste Mikros und Röhrenamps in der Signalkette eingeschleift waren. Erfahrung und Teamgeist diverser Albumproduktionen der letzten Jahre flossen zusätzlich mit ein.

Das Album wird voraussichtlich im Herbst erscheinen. Steady like a train & sharp like a razor! Stay tuned!

Album: „24 Hours to Nowhere“ von Hugo Race Fatalists

RACE_FATALIST_DIGIPACK_PRINT.inddHugo Race ist australischer Rockmusiker und Musikproduzent. In den frühen 1980er Jahren war er für einige Zeit Mitmusiker seines Landsmanns Nick Cave, als der seine Bad Seeds formierte. Man hat bis heute den Eindruck, dass die beiden viel voneinander gelernt und/oder übernommen haben. Songwriting, Instrumentarium, Arrangement und musikalische Weltanschauung weisen unüberhörbare Parallelen zueinander auf und für Hörer, die nicht in das jeweilige Werk eingearbeitet sind, können die beiden Musikerpersönlichkeiten zum Verwechseln ähnlich klingen. Race stieg allerdings schon bald wieder bei den Bad Seeds aus, verweilte noch ein Weilchen im Mutterland, bevor er 1989 erst nach Berlin abwanderte und danach in weiteren europäischen Ländern Station machte. Sein Werkkatalog ist beeindruckend: Seit Mitte der 1980er hat Race nahezu jedes Jahr mindestens ein eigenes Album veröffentlicht, diese auf verschiedenen Kontinenten mit Konzerttourneen promotet und nebenbei für andere produziert. Die kontinuierlichsten Bandformationen waren Hugo Race and the True Spirit, Hugo Race Fatalists und Dirtmusic. Weiterlesen

Noten: „Play Guitar in Concert“ von Michael Langer & Ferdinand Neges

PlayGuitarEnde 2015 erschien bei Dux das Spielheft „Play Guitar in Concert“ von Michael Langer und Ferdinand Neges (Hg.) mit 70 ausgewählten Kompositionen für klassische Sologitarre. Es kann als eine Fortsetzung des „Play Guitar Spielbuch“ angesehen werden, das vor einigen Jahren als begleitende Stückesammlung für die mehrbändige „Play Guitar Gitarrenschule“ erschien. Allerdings funktioniert das vorliegende Buch auch komplett eigenständig. Es handelt sich dabei nicht um eine weitere erwartbare Sammlung altbekannter Gitarrenstandards, sondern ganz überwiegend um unverbrauchte und außergewöhnliche Kleinkompositionen quer durch die Jahrhunderte, angefangen von ganz schön alt bis hin zu ziemlich aktuell. Darunter sind Stücke von Leo Brouwer, Roland Dyens, Carlo Domeniconi, Andrew York, Pat Metheny. Die Autoren haben ganz offensichtlich tief gegraben, gut recherchiert, sich bestens informiert und dabei jede Menge wohlklingende, musikalische Perlen und Schätze gefunden. Gewagtes, freches oder experimentelles ist eher nicht dabei. Weiterlesen

Buch: „Die Freien“ von Willy Vlautin

DieFreienWilly Vlautin ist US-amerikanischer Schriftsteller, Songschreiber und Countrysänger. Im Jahr 2014 hat er mit „The Free“ seinen vierten Roman vorgelegt. Ende 2015 erschien mit dem Titel „Die Freien“ die deutsche Übersetzung (von Robin Detje) im Berlin Verlag.

Der amerikanische Traum ist ausgeträumt, die USA sind ein kaltes Land ohne Gnade. Vlautin beschreibt in nüchternem Ton den deprimierenden und aussichtslosen Alltag einer Hand voll Figuren in einer modernen amerikanischen Kleinstadt. Leroy Kervin ist als schwerverletzter Kriegsversehrter aus dem Irak zurückgekehrt und dämmert im Krankenhaus komatös vor sich hin, hat nur kurze, klare Momente, sackt immer wieder zurück in einen surrealen Albtraum. Gepflegt wird er von der Krankenschwester Pauline, die im Krankenhaus Patienten versorgt und sich in ihrer Freizeit um ihren psychisch kranken Vater kümmert. Freddie McCall ist der Nachtpfleger des Wohnheims in dem Kervin zuletzt untergebracht war und besucht ihn regelmäßig im Krankenhaus. Tagsüber arbeitet er in einem Laden für Baubedarf, macht die ganze Arbeit, während der Sohn des verstorbenen Chefs immer nur Mittags vorbei kommt und die Tageseinnahmen abholt. Seine Frau ist mit den Kindern davon, die Alimente fressen ihn auf, obwohl er Tag und Nacht arbeitet, steht kurz vor dem finanziellen Ruin und ist gezwungen sich auf krumme Geschäfte einzulassen. Weiterlesen

Video: „Ruf der Sirenen“ von Mandy Stöhr

“Ruf der Sirenen” ist das zweite Video zum soeben erschienenen Kompilationsalbum „So klingt Würzburg 2016!“. Der Song ist eine Eigenkomposition der Würzburger Sängerin und Songschreiberin Mandy Stöhr und entstand Anfang des Jahres. Eingespielt wurde alles innerhalb weniger Tage im Projektstudio von Dennis Schütze. Mandy Stöhr: Gesang, Gitarre, Dennis Schütze: E-Gitarre, E-Bass, Jan Hees: Schlagzeug.

Der motorisierte Videodreh fand statt an einem sonnigen Frühlingstag auf Feldwegen und Rapsfelder bei Rimpar, Kamera: Camilo Goitia & Dennis Schütze. Die Musik für diesen Track wurde produziert von Dennis Schütze, Mix & Master von Jan Hees, Videoschnitt von Jens-Uwe Otte von Ape Demie Movie. Wie immer freuen wir uns über Feedback und Kommentare!

Mainpost über „So klingt Würzburg 2016!“

So klingt es in Schützes Wohnzimmer
Von Joachim Fildhaut

Würzburg – Bei den wichtigen Streaming-Portalen sind online gerade neun Songs erschienen, die großes erwarten lassen: „So klingt Würzburg 2016!“. Genau so? Tut es natürlich nicht: Das verheißungsvolle Album entfaltet keineswegs den bunten Klang-Stadtplan mit Stadtvierteln für Jazz, HipHop, Klassik oder Elektro-Frickelei. Es ist vielmehr eine Singer-Songwriter-Sammlung, ihr stolzer Titel in Wirklichkeit eine Datierung: „Würzburg, den…“

Die Unterzeile „Produced, recorded & presented by Dennis Schütze“ will sagen: So klingt es hier und heuer, wenn der umtriebige Musiker Schütze in seinem Wohnzimmerstudio Liedermacher und Kollegen am Mikro empfängt. Weiterlesen