Noten: „Tango for Two“ von Chris Gall & Quadro Nuevo

Tango42Chris Gall ist ein deutscher Jazz-Pianist, Arrangeur und Komponist. Anfang 2014 reiste er als Gastmusiker mit der deutschen Musikgruppe Quadro Nuevo nach Argentinien und war auch an den Aufnahmen für deren Album „Tango!“ (2015) beteiligt. Nun hat er zusammen mit Mula Francel, dem Saxophon- und Klarinettenspieler der Gruppe ein Notenheft mit dem Titel „Tango for Two“ veröffentlicht. Die Auswahl der zwölf Stücke setzt sich zusammen aus argentinischen Klassikern von z.B. Carlos Gardel, Ángel Villoldo und Astor Piazzolla. Es sind aber auch mehrere Kompositionen von Chris Gall, Mulo Francel und ein Werk von Andreas Hinterseher (Kontrabass) darunter. Weiterlesen

Über das Wesentliche

„Denn das Wesentliche hat […] nichts mit Geld zu tun. Es hat etwas mit Größenwahn zu tun, mit Drogen, mit Erneuerung durch Verausgabung, mit absolutem Risiko. Und das Wesentliche ist das Scheitern. Es geht darum an verbotenen Früchten zu naschen. Es geht um den Größenwahnsinn und darum, wie lange man ihn durchhält. Man kann sich nur auf seine Fehler verlassen. Und die muss man lieben und pflegen. Nur Scheitern macht kreativ.“

Klaus Lemke in: „Fussball ist besser als Kino“ (Rolling Stone 260, Juni 2016, S. 79)

Fotoband: „Über New York“ von George Steinmetz

ÜberNewYorkGeorge Steinmetz ist studierter Geophysiker, arbeitet als Fotograf und ist Fachmann auf dem Gebiet der Luftbildfotografie (engl. ‚Aerial Photography’). Für seine zuletzt erschienen Fotobände „African Air“, „Empty Quarter“ und „Desert Air“ überflog er Landschaften mit einem motorisierten Gleitschirmflieger und machte dabei ungewöhnlicher Fotos aus spektakulärer Perspektive. Bei seinem jüngst erschienenen Fotoband „Über New York – Ein Portrait einer Stadt“ (engl. Originaltitel „New York Air“) bleibt er seiner Herangehensweise zwar treu, musste aber aufgrund rechtlicher und sicherheitsbedingter Bestimmungen vom Paraglider auf einen gecharterten Kleinhelikopter umsteigen. Weiterlesen

Album: „Spacedust & Ocean Views“ von Anders Osborne

Der umtriebige Singer/Songwriter/Guitarist Anders Osborne aus New Orleans hat bereits im März ein neues Album mit dem Titel „Spacedust & Ocean Views“ (12 Tracks, 60 Min.) veröffentlicht. Ist irgendwie komplett unter meinem Radar durchgelaufen, liegt vielleicht daran, dass das Album – zumindest in Deutschland – bis zum jetzigen Zeitpunkt nur als Download zu bekommen ist und so was wird in den Medien nicht so gern oder gar nicht besprochen oder auch nur erwähnt. Wie soll man’s also mitbekommen? Man muss so wie ich immer mal wieder auf den Webseiten des Künstlers nachsehen.

Zeitgleich mit dem Album erschien auch ein Musikvideo zum etwas statischen Song „Live don’t last that long“. Interessanter ist da wohl Osbornes Auftritt beim New Orleans Heritage Festival, das vom 22. April bis 1. Mai in seiner Wahlheimat stattfand. Er spielte viele Lieder des frischen Albums (zum Teil muss er die neuen Songtexte noch vom iPad ablesen), es sind aber auch ein paar Osborne-Klassiker dabei (z.B. „Boom, boom, boom, that American Sound“). Zusammen mit einigen anderen Konzerten ist ein ca. halbstündiger Ausschnitt seiner Darbietung öffentlich einsehbar. Hier das Video:

Buch: „Der Totgeglaubte“ von Michael Punke

DerTotgeglaubteMichael Punke ist amerikanischer Autor, hauptberuflich arbeitet er als Jurist, Politikberater und US-Botschafter bei der World Trade Organization in Genf in der Schweiz. Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Punke als Autor des historischen Romans „The Revenant: A Novel of Revenge“, die dramatische Überlebensgeschichte des amerikanischen Pelzjägers Hugh Glass, die zum großen Teil auf wahren Begebenheiten beruht. Punke verfasste den Roman innerhalb von vier Jahren und arbeitete daran immer früh morgens vor seinen offiziellen Arbeitszeiten. Das Buch erschien im amerikanischen Original 2002 bei Carroll & Graff, hatte jedoch keinen großen kommerzieller Erfolg. Immerhin gelang es die Filmrechte zur Geschichte zu verkaufen. Der mexikanische Filmemacher und Produzent Alejandro G. Iñárritu zeigte noch vor Veröffentlichung Interesse, adaptierte die Geschichte mehrfach und verfilmte den Stoff ab Oktober 2014 innerhalb mit Leonardo di Caprio und Tom Hardy in den Hauptrollen. Die Filmarbeiten fanden unter extremen Umständen zustande und dauerten ganze neun Monate. Der Film kam im Dezember 2015 in die Kinos und erregte große Aufmerksamkeit. Weiterlesen

Noten: Erik Satie – „Ogives, Gymnopédies“ & „Gnossiennes“ von Jens Rosteck (Hg.)

SatieHeute vor 150 Jahren wurde der französische Komponist Erik Satie geboren. Anlässlich dieses Jubiläums hat der deutsche Bärenreiter Verlag einige ausgewählte Klavierwerke in einer Neuausgabe veröffentlicht. Unter anderem erschienen zum Jahresbeginn die beliebten „Ogives & Gymnopédies“ und „Gnossiennes“. Beide Editionen umfassen ausführliche Vorworte des renommierten, deutschen Musikwissenschaftlers Jens Rosteck und Hinweise zur Aufführungspraxis von Steffen Schleiermacher. Rosteck schreibt zu den beiden Zyklen aus dem Frühwerk des eigenwilligen Exzentrikers Satie: Weiterlesen

Hottentottenmusik

Als ich heute morgen noch etwas verschlafen durch den Wohnungsflur ins Badezimmer schlurfte, standen dort meine beiden Söhne (8 u. 10 Jahre alt) am Waschbecken und putzen sich gerade die Zähne. Vom Fensterbrett ballerte ein unsäglicher musikalischer Blödsinn aus dem aufgedrehten Kofferradio. Sie hatten wieder mal meinen Standard- und Lieblingssender „Deutschlandradio Kultur“ verstellt (wie ich das hasse) und mir knallte irgendein Shubbie-Du-Lalala-Chorus eines süddeutschen Formatradiosenders entgegen. Weiterlesen

Album: „Weitertanzen“ von Annika Frerichs

WeitertanzenAnnika Frerichs habe ich in einem Songwriting-Kurs an der Würzburger Universität kennengelernt. Sie war damals Studentin, ich habe den Kurs als Lehrbeauftragter einige Semester geleitet, kurz danach wurde der Kurs bedauerlicherweise ohne weitere Erklärung wegrationalisiert. Annika war als Studentin der Musikpädagogik zum Kurs gestoßen, sie spielte damals Klavier und etwas Gitarre. Innerhalb kürzester Zeit hat sie viel ausprobiert und geschrieben, in einem atemberaubendem Tempo dazugelernt und fast wöchentlich neue Ideen präsentiert. Als der Kurs zu Ende ging hatte sie bereits mehrere Songs fertig geschrieben, ein Programm zusammengestellt und Musiker für Konzerte um sich gesammelt. Noch während ihres Studiums präsentierte sie ihr Debutalbum „Zwischendrin“ (2011) mit eigenen Songs. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 2013 etablierte sie die ambitionierte Konzertreihe „Perlen Unplugged“ in der Würzburger Studentenbühne „Kellerperle“, wo sie regelmäßig zusammen mit interessanten, musikalischen Gästen aus der ganzen Republik Liederabende in kleiner Besetzung präsentiert und als Moderatorin leitet. Weiterlesen