Projekt: „Star Wars“ für kammermusikalische Besetzung

Die erste Audio-CD, die ich mir im zarten Alter von etwa 13 Jahren mit eigenem, ersparten Geld gekauft habe war Michael Tilson Thomas‚ Einspielung von Beethovens fünfter Symphonie. Kurz vorher hatte ich mir bereits meine erste Vinyl-LP gekauft und zwar den Soundtrack zum Film „Star Wars“. Man kann also durchaus behaupten, dass ich mich damals in einer klassisch-symphonischen Phase befand und die hielt auch noch ein wenig an (Soundtrack von „Amadeus“ etc.), bevor ich mich erst in Richtung Hip-Hop und etwas später in Richtung Folkblues umorientierte. In meinem Umfeld und in meinem Alter war das zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Musikgeschmack und ich kann heute sagen, dass es mir zumindest damals ziemlich unangenehm war solche Musik gerne zu hören. Die coolen Typen hörten auf jeden Fall etwas anderes (Tina Turner, Joe Cocker, George Michael, Michael Jackson ec.).

Für mich war die Musik von John Williams zur Weltraumsaga unfassbar schön und erhaben und im Grunde auch wichtiger als die Filme und deren Geschichte. Heute behaupte ich, dass insbesondere der erste Film (Episode IV: „A New Hope“) und somit auch die folgenden Episoden ohne die Musik nie jemals so erfolgreich geworden wären, wie sie es heute nun mal sind.

Aus dem 70er-Jahre B-Movie Projekt von George Lucas ist im Laufe der Zeit ein riesiger Kult entstanden und nicht zuletzt auch ein sehr erfolgreiches Merchandisingkonzept. Teil zwei und drei (Episode V & VI) haben mich als Teenager noch ziemlich fasziniert, die Prequels der Jahre 1999, 2002 und 2005 waren dann aber eine herbe Enttäuschung, auch wenn zur Vertonung der Soundtracks wiederum John Williams gewonnen werden konnte. Nun freue ich mich auf die angekündigten drei Sequels, von denen die erste in diesem Dezember startet („The Force awakens“). Auch diesmal ist der mittlerweile 83-jährige Komponist wieder dabei, das ist schon mal eine gute Nachricht. Vielleicht war es auch eine richtige Entscheidung von Lukas das „Star Wars-Imperium“ an Disney weiterzugeben, wir werden sehen.

Jedenfalls hat mich die Ankündigung der neuen Trilogie dazu bewogen mal wieder in den alten Soundtrack reinzuhören und dabei sind schöne, nostalgische Gefühle hochgekommen. Die Musik erschien mir damals rätselhaft und genial und das ist bis heute so geblieben. Meine Idee dazu kam dann über den Sommer: Könnte man die leitmotivisch geprägten Kompositionen auch in einer kleinen, kammermusikalischen Besetzung zum klingen bringen? Würden sie dadurch verlieren oder sind die Melodien so stark, dass sie auch in einem weniger bombastischen Kontext bestehen? Das ging mir seit August immer wieder durch den Kopf und dann traf ich eine Entscheidung: Ich werde das ausprobieren.

Die gesamte letzte Woche habe ich an der Instrumentierung rumgeschraubt und mich schließlich dazu entschieden nicht als Gitarrist oder Ukulelespieler mitzuwirken, wie zuerst gedacht. Die Besetzung besteht aus: Klarinette, Glockenspiel, Marimba, gestrichenem Kontrabass, teilweise noch etwas Percussion. Einspielungen hatte ich bereits auf CD (vor einigen Jahren nachgekauft), dazu ein Klaviersatz und eigene Transkriptionen. Auf dieser Basis habe ich in dieser laufenden Woche von Mo-Fr jeden Tag ein Thema rausgesucht und am Rechner arrangiert. Die Wahl fiel auf die Stücke: Star Wars (Main Theme), Cantina Band, Imperial March, Princess Leia’s Theme und May the Force be with you. Heute habe ich das letzte Arrangement fertig gestellt, am Rechner klingen sie ganz gut, Musiker sind informiert, Aufnahmen beginnen nächste Woche. Ich hoffe, dass ich im Laufe des Novembers fertig werde und die Einspielungen bis zum Kinostart von Episode VII am 17. Dezember in Downloadportalen und bei Streamingdiensten bereit stehen. Möge die Macht mit uns sein!

8 Gedanken zu “Projekt: „Star Wars“ für kammermusikalische Besetzung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.