Album: „Sweet Songs for the Dying“ von Ron Spielman in Bad Company

Ron Spielman ist ein deutscher Sänger, Gitarrist und Songschreiber. Seit vielen Jahren spielt der in Berlin ansässige Musiker Konzerte in der ganzen Republik und veröffentlicht regelmäßig neue Alben. Sein Werkkatalog ist beeindruckend: Mit der Spielman Band, der Acoustic Band, dem Spielman Trio und weiteren Formationen wie z.B. XXLarge erschienen bisher mehr als zehn Longplayeralben mit eigener Musik, hinzu kommen Arbeiten als Sideman bei Produktionen anderer Künstler. Nun hat der umtriebige Macher mit langzeitigen musikalischen Weggefährten unter dem Namen Ron Spielman in Bad Company ein weiteres Album aufgenommen und veröffentlicht. Mit dabei: Werner Goldbach (keys), Joh Weisgerber (bass) und Uwe Breunig (drums). Der Albumtitel „Sweet Songs for the Dying“ klingt nach einem morbiden, musikalischen Konzept, die Musik könnte aber lebendiger nicht sein. Präsentiert werden 11 Songtracks und 4 eingestreute Klangcollagen.

Das Album muss als herausragend und besonders bezeichnet werden. Und zwar nicht nur im Vergleich zu anderen kontinentaleuropäischen Bluesrockproduktionen, sondern auch und vor allem im internationalen Vergleich und nicht zuletzt innerhalb von Spielmans eigenem Schaffen. Das wunderbar ausbalancierte Album umfasst zeitgemäßen bis avantgardistischen Bluesrock der Extraklasse und zeigt den Songschreiber, Gitarrist und Sänger in absoluter Topform. Zwischen fein komponierten eigenen Songs finden sich einige sehr ungewöhnlich interpretierte Klassiker, die in regelmäßigen Abständen eine Erdung zur musikstilistischen Tradition aufblitzen lassen. Spielman und seine Band haben das Album mehr oder weniger live mit nur wenigen Overdubbs eingespielt und das war ganz sicher eine richtige Entscheidung. Die Aufnahmen triefen und strotzen nur so vor instrumentaler Spiellust, solistischem Wagemut und klanglicher Tiefe. Ein totaler Hammer aber auch der irre Mix, den der Bassist Joh Weisgerber besorgte. Hier wurde mit vollem Risiko alle Regler nach rechts gedreht, Delay und Verzerrung sind allgegenwärtige klangliche Elemente, dass es eine wahre Freude ist und man geradewegs von einem ultramodernen High/Low-Fi im allerbesten Sinne sprechen kann. Erinnert natürlich an die waghalsigen Mixexperimente von White Stripes, Jack White und anderen US-amerikanischen Konsorten, ist aber keinesfalls eine Kopie, sondern besticht mit viel eigenem Charme, Originalität und Ideenreichtum. Kann man eigentlich nicht besser machen.

Entgegen des Bandnamens bewegt sich Spielman unverkennbar in bester Gesellschaft. Wer den mutigen und kreativen Bluesrocker und seine musikalischen Companeros kennenlernen oder wiederentdecken will, kann bei diesem Album bedenkenlos zugreifen. Zusätzlich gibt’s aktuelle Musikvideos in denen drei der Albumtitel live im Studio bei bestem Sound und passender s/w-Optik eingespielt und gefilmt wurden. Oder man geht zu einem seiner zahlreichen Konzert, Termine stehen auf seiner Webseite.

Das Album (15 Tracks, gut 50 Min. Laufzeit) erscheint als Download oder als 180 gr. Vinyl bei Urban Tree Music.

2 Gedanken zu “Album: „Sweet Songs for the Dying“ von Ron Spielman in Bad Company

  1. Ich habe die Jungs auf dem U & D in Würzburg gesehen und war total begeistert. Musste die CD natürlich sofort käuflich erwerben und seit dem läuft die im Auto rauf und runter. Richtig gute Musik!!!!

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