Noten: „Schumann for Guitar“ von Martin Hegel (Hg.)

Robert Schumann zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Figuren der deutschen Romantik. Er wurde 1810 in Zwickau geboren und wirkte als Komponist, Musikkritiker und Dirigent. Sein kompositorisches Werk umfasst Klaviermusik, Lieder, Orchestermusik (vier Sinfonien), Kammermusik, Chormusik und eine Oper. Er bezeichnete sich selbst als Tondichter und strebte nach einer zukunftsträchtigen, poetischen Musik. Nach einem Leben, das von etlichen persönlichen Krisen geprägt war, starb er 1856 nach einem missglückten Selbstmordversuch in geistiger Umnachtung in einer Anstalt in Endenich bei Bonn.

Schumann war ein Großmeister der pianistischen Miniatur. Viele davon sind in den Sammlungen „Kinderszenen“ (Opus 15) und „Album für die Jugend“ (Opus 68) zusammengefasst. Die einzelnen Stücke haben eine hohe kompositorische Qualität bei übersichtlichem technischen Anspruch und eignen sich daher ideal für den Einsatz im Instrumentalunterricht. Daher werden sie in der Klavierpädagogik bereits seit ihrer Entstehung als erste Annäherung an die deutsche Romantik verwendet und gehören somit geradezu zum Pflichtprogramm eines jeden Klavierschülers.

Nun hat sich Martin Hegel der Sache angenommen und ein Heft mit Transkriptionen von Schumannwerken für klassische Gitarre zusammengestellt. Die Transkriptionen stammen zum größten Teil von ihm selbst, einige Übertragungen wurden ohne Veränderung dem Werk des spanischen Gitarristen und Pädagogen Tarregas entnommen. Das Heft umfasst Ausschnitte aus den Schumannzyklen „Album für die Jugend“ (8 Stücke), „Albumblätter“ (4), „Kinderszenen“ (7), eine Auswahl der Tarrega-Transkriptionen (7) und vier zu Instrumentalnummern umarrangierte Liedbegleitungen („Mondnacht“, „Im wunderschönen Monat Mai“, „Die Lotusblume“, „Er, der herrlichste…“).

Hegel hat bereits einige andere Transkriptionsbände veröffentlicht, die prominenten Einzelkomponisten gewidmet waren. Der vorliegende Schumann-Band setzt die Reihe in diesem Sinne fort. Die Bearbeitungen haben einen mittleren instrumental-technischen Anspruch und sollten für etwas fortgeschrittene Spieler ab ca. dem 2-3 Studienjahr zu bewältigen sein. Fingersätze, Notenbild, Seitenformat und Papierqualität sind vollkommen einwandfrei und lassen keine Wünsche offen. Zur Auswahl der Stücke ist lediglich zu bemerken, dass vorzugsweise Material herangezogen wurde, das sich gut zur Transkription auf die Gitarre eignet. Leider fehlen durch dieses Auswahlkriterium einige unter Schülern und Hörern beliebte Klassiker wie z.B. „Wilder Reiter“, „Fröhlicher Landmann“, oder „Sizilianisch“. Zudem wird des Öfteren eine Skordatur der sechsten Saite auf D verlangt, obwohl dies nicht immer dringend erforderlich gewesen wäre.

Fazit: „Schumann for Guitar“ ist eine gelungene Zusammenstellung für klassische Gitarristen von fortgeschrittenem Anfänger bis obere Mittelklasse und wird seinem eigenen Anspruch in vollem Umfang gerecht. Die Veröffentlichungsreihe umfasst weitere empfehlenswerte Bände u.a. „Bach for Guitar“, „Sor für Guitar“, „Tarrega for Guitar“.

Das Notenheft beinhaltet 30 Einzelstücke auf 48 Seiten, erscheint bei Edition Schott und kostet gut angelegte 16 €.

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