Album: „Risha“ von David Eugene Edwards & Alexander Hacke

Der US-amerikanische Sänger, Songschreiber und Musiker David Eugene Edwards und der deutsche Instrumentalist und Produzent Alexander Hacke haben das Album „Risha“ veröffentlicht. Edwards startete seine Karriere Mitte der 1990er mit der Band 16 Horsepower, ab 2002 war er parallel Frontmann der Band Wovenhand. Er ist fundamental-christlich geprägt, seine Texte handeln oft von Schuld, Sühne, Gnade und Verdammung. Seine Musik umfasst Elemente aus Folk, Bluegrass, Gospel und Alternative Rock und wurde gelegentlich als Gothic-Country bezeichnet. Hacke ist Komponist von Filmmusik, Schauspieler und seit 1994 Gitarrist der deutschen Experimentalband Einstürzende Neubauten.

Die beiden Musiker sind sich im Verlauf ihrer Karrieren wiederholt über den Weg gelaufen und lernten sich schätzen und kennen. Trotz dieser Bekanntschaft dauerte es mehr als 20 Jahre bis sie zu einem gemeinsamen musikalischen Projekt zusammenfanden. Und bei aller künstlerischen Nähe, war die praktische Umsetzung dann doch reichlich distanziert. Edwards nahm alle Gesänge und Saiteninstrumente in Denver Colorado auf, Alexander Hacke spielte Keyboards, Bass, Schlagzeug und sämtliche elektronische Sounds in Berlin ein. Der aus dieser Zusammenarbeit entstandene Sound ist eine Mischung aus Americana, Neo-Folk, Industrial, Ambient und arabischen Einflüssen. Musik, die Elektronik mit ethnischen Instrumenten, übersteuerte Gitarren mit orientalischen Rhythmen und Tonleitern kombiniert.

Hier eine musikalische Kostprobe:

Auf Dauer etwas anstrengend, man muss schon in der Stimmung sein. Die alttestamentarisch anmutenden Texte sind dann nochmal ein eigenes Thema. Muss man mögen oder rücksichtslos drüber hinweggehen. Immerhin ist Edwards Ansatz konsequent, sein Großvater war Wanderprediger, er wuchs in einer christlichen Gemeinschaft auf und heiratete schon mit 17 Jahren, daher die Prägung. Allerdings wirkt die Musik keinesfalls missionarisch, das kann man ihm nicht vorwerfen, aber in irgendeiner Weise religionskritisch ist sie andererseits auch nicht. Wirkt dadurch etwas unreflektiert und für aufgeklärte Mitteleuropäer etwas befremdlich. Auch der homöopathische Einsatz von musikalischen Orientalismen wirkt irgendwie aus der Luft gegriffen und zusammenhangslos. Komisches Album. 10 Tracks, 38. Min.

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