Video: „Oh my sweet Carolina“ von Luke Cyrus Goetze

Wunderschöne Fassung des guten, alten Ryan Adams-Klassikers, gespielt auf einer Duesenberg Lap Steel mit Handballen Pedals. Zum Niederlegen und Heulen.

Zusammen mit der Würzburger Sängerin Mandy Stöhr habe ich eine Gesangsfassung von dem Song auf dem Album „Electric Country Soul“ (2013) veröffentlicht.

Album: „A Cross-Continental Ukulele Joinery“ von Zacq & Mari

Der Würzburger Musiker und Singer/Songwriter Marius Antonin Fleck hat zusammen mit seiner Partnerin Zacquine Miken ein Album veröffentlicht, das in weiten Teilen der Ukulele gewidmet ist. Sie nennen sich Zacq & Mari, ihrem gemeinsames Album haben sie den passenden Titel „A Cross-Continental Ukulele Joinery“ gegeben.

Die Song- und Instrumentalkompositionen stammen von Fleck, teilweise in Zusammenarbeit mit Miken und wurden mithilfe von weiteren Musikern wie Werner Goldbach, Camilo Goitia und Jan Hees aufgenommen. Musikalisch wird ein weiter Bogen gespannt von meditativen Rezitativen, pazifischer Folklore, über Pop- und Rocksongs bis zu etablierten Klassikern. Immer prominent vertreten freilich die Ukelele in verschiedensten baulichen und klanglichen Ausführungen. Das trans-kontinentale Duo zeigt vielfältigste kulturelle und musikstilistische Einflüsse, die auf beeindruckende Weise zu einem neuen und vollkommen eigenständigem Ganzen kombiniert werden.

Herausragend sind dabei sicherlich die charismatische Sängerin aus Singapur und die feinfühlig und kenntnisreich gestalteten Arrangements des Würzburgers. Das Album ist nicht nur eine Joinery, sondern ein Soundtrack für eine Journey, wenn nicht gar einen spirituellen Trip von Unterfranken nach Südostasien. Die acht reinen Ukulele-Tracks plus die zusätzlichen drei Non-Ukulele-Tracks sorgen für ein rundes, unerhörtes und spannendes Hörerlebnis von internationalem Format.

Fazit: Dicke Empfehlung! Wir freuen uns schon jetzt auf einen Nachfolger.

Das Album kostet 15 Euro und ist erhältlich unter: https://zacqandmari.bandcamp.com/releases

Buch: „Gebrauchsanweisung für Iran“ von Bita Schafi-Neya

Nach den üblichen Verdächtigen behandelt die Ratgeberbuchreihe „Gebrauchsanweisung für …“ des Piper Verlags inzwischen auch die nicht ganz so naheliegenden Reiseziele. Eben erschienen ist die „Gebrauchsanweisung für den Iran“, ein Land, das aus mitteleuropäischer Sicht in den letzten Jahrzehnten in erster Linie mit Krisen und Krieg verbunden wurde.
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Foto: Impressionen vom 34. Jazzfestival Würzburg, Sa (2018)

Das Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg fand in diesem Jahr zum 34. Mal statt und war gleichzeitig das 3. Landesjazzfestival Bayern des bayerischen Jazzverbands. Am Samstag- und am Sonntagabend spielten ab 19.00 jeweils drei Bands hintereinander und es war einiges geboten. Samstags spannte sich der Bogen von klassizistisch (Tiktaalik), über traditionell (Lines for Ladies) bis technoid (Siffling/Flow). Am Sonntag von akademisch (Landesjazzensemble) über innovativ (Three Fall) bis mächtig (Jazzrausch).

Zusammengenommen ergab sich ein Spektrum von konservativ bis progressiv, wobei auffallend war, dass sich die musikstilistisch rückwärtsgewandten Ensembles (Tiktaalik, Landesensemble) überwiegend aus Bayern rekrutierten und die zeitgenössisch frischen (Three Fall!) aus nördlicheren Gefilden stammten. Ausgerechnet das stilgeschichtlich konservative Damenensemble Line for Ladies mit der fast 90-jährigen Sängerin Sheila Jordan hatte mit Abstand am meisten von der spontanen, humorvollen Energie, die einst mit dem Jazz verbunden wurde. Mithalten konnte auch noch Three Fall mit der charismatischen, afrikanisch-stämmigen Sängerin Melane. Die anderen, rein männlich besetzten Ensembles wirkten dagegen mitunter hüftsteif und unbeweglich, zwar instrumentaltechnisch versiert und hochvirtuos, aber eben wenig spielerisch, stattdessen bierernst, vorhersagbar, wenig innovativ, fast schon retromanisch. Sie operierten ohne Not wie unter Laborbedingungen, es fehlten nur noch die weißen Kittel, so als ob Jazz eine museale Musikform sei, die auf keinen Fall modernisiert werden dürfe.

Frische Jazzmusik und anregende Sounds verbreiteten nicht Studenten, Dozenten und Professoren (Tiktaalik, Landesjazzensemble), sondern eine quereingestiegene afrikanische Sängerin (Melane), manipulierte Bassklarinetten und Posaunen (Three Fall) und ein Ensemble um eine fast 90-jährige Amerikanerin (Line for Ladies). Das sollte den süddeutschen Jazzern zu denken geben.