Buch: „Gebrauchsanweisung für Iran“ von Bita Schafi-Neya

Nach den üblichen Verdächtigen behandelt die Ratgeberbuchreihe „Gebrauchsanweisung für …“ des Piper Verlags inzwischen auch die nicht ganz so naheliegenden Reiseziele. Eben erschienen ist die „Gebrauchsanweisung für den Iran“, ein Land, das aus mitteleuropäischer Sicht in den letzten Jahrzehnten in erster Linie mit Krisen und Krieg verbunden wurde.
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Noten: „Chorissimo! green“ von Klaus Brecht & Klaus K. Weigele (Hg.)

Die Liedersammlungen „Chorissimo!“ erscheinen in drei verschiedenen Ausgaben als „Singen mit Kindern, 6-12 Jahre“ (green/grün), „Gleiche Stimmen, Sekundarstufe I“ (blue/blau), „Gemischte Stimmen, Sekundarstufe II“ (orange). Jeder dieser Bände erscheint als Hauptband, Klavierband mit Begleitungen, handlicher Kinderband und umfangreiches Medien-Set (Audio-CD mp3, Playback CD mp3). Weiterlesen

Noten: „Kinderlieder“ von Friedhilde Trüün & Andreas Mohr (Hg.)

„Kinderlieder“ wurde im Rahmen des Liederprojekts des Carus-Verlags von Friedhilde Trüün und Andreas Mohr im Jahr 2011 zusammengestellt. Die Sammlung enthält 82 klassische Kinderlieder aus den thematischen Bereichen: Tanzen und Spielen, Rund ums Jahr, Feiern und Freunde, Nah und Fern, Geschichten erzählen. Darunter sind nahezu alle Genreklassiker vom Märchenlied, Ringelreihen bis zum Feier- und Schlaflied, Lieder von modernen Kinderliedermachern sind allerdings nicht enthalten. Weiterlesen

Buch: „In Mexiko“ von Andreas Altmann

Nach durchwachsenen Lebensratgebern („Gebrauchsanweisung für die Welt“ (2012), „Gebrauchsanweisung für das Leben“ (2017)) arbeitet der deutsche Reisebuchjournalist und Buchautor Andreas Altmann endlich wieder in seinem ureigentlichen Fachgebiet. In seiner Reisebeschreibung „In Mexiko – Reise durch ein hitziges Land“ erzählt er von seinen persönlichen Erlebnissen und Eindrücken und liefert einen soliden und lebendigen Text, einen klassischen Altmann ab. Weiterlesen

Über Berufung

„[…] Der merkwürdige und unglückselige Begriff der ‚Berufung‘ kam erstmals zur Zeit des Mittelalters in einem christlichen Kontext in Umlauf und meinte die Reaktion eines Menschen auf die unvermittelte Begegnung mit der strikten, inneren Anweisung, sich gänzlich den Lehren Jesu zu widmen. […] eine weltliche Version dieses Begriffs [hat] sich bis in unsere moderne Zeit erhalten und tendier[t] dazu, uns mit der Erwartung zu foltern, Sinn und Zweck des Lebens würden sich in uns zu irgendeinem Zeitpunkt in so vollends ausgereifter und unbezweifelbarer Gestalt offenbaren, dass wir auf immerdar gegen jegliche Verwirrung, gegen Neid oder Bedauern gefeit seien.“

Buch: „Freuden und Mühen der Arbeit“ von Alain de Botton, Fischer, S. 118

Über geistige Deformation

„[…] Im vierten vorchristlichen Jahrhundert beschrieb Aristoteles eine Einstellung, die mehr als zwei Jahrtausende Bestand haben sollte, als er auf die strukturelle Unvereinbarkeit von Zufriedenheit und bezahlter Arbeit hinwies. Wer unter finanzieller Bedürftigkeit litt, stand für den griechischen Philosophen auf einer Stufe mit Sklaven und Tieren. So gewiss wie eine merkantile Gesinnung führte auch körperliche Arbeit zu geistiger Deformation. Nur ein Privatvermögen und ein Leben in Muße gestatteten es dem Bürger, die höheren Freuden der Musik und Philosophie in adäquater Weise genießen zu können.“

Buch: „Freuden und Mühen der Arbeit“ von Alain de Botton, Fischer, S. 110

Über Musik als Rettung

„Doch irgendwann, es dunkelt bereits und die Straßen der Innenstadt sind schon verlassen, entdecke ich den einen, der es geschafft hat. Er gehört zu jenen, die Glück verschenken: Den Nachmittag über spielte er für Geld das übliche Mainstream-Tralala, aber nun spielt er für sich – und mich, seinen unsichtbaren Zuhörer. Der junge Mensch, vielleicht 30, hat seine Waffe gefunden, den einen Notausgang: Musik. Auf Noten entkommt er seinem Leben. Sie schweben, und er zieht hinterher. Nichts soll ihn mehr einholen, er will abhauen, und keiner folgt ihm, keiner verfolgt ihn, kein Kummer, keine Wut, keine Kugel. Wie in einem Zeichentrickfilm: Ein Schnitt, und der Hauptdarsteller verschwindet in Sphären, für deren Erleben andere sich vollsaufen oder Drogen spritzen müssen. Er nicht, er flötet sich davon. Mit einem Wimpernschlag ist er die Welt los. […] Der Mann und sein seliges Gesicht, unberührbar jetzt, verzaubert, so beneidenswert. Ach Kunst, ach die glorreichste Erfindung der Menschheit.“

Andreas Altmann: „In Mexiko“, S. 91

Buch: „Mit dem Schulbus in die Wildnis“ von Heike Praschel

Von 2010-2012 war Heike Praschel bereits mit ihrer Familie (Ehemann, zwei Töchter) mit einem umgebauten Mercedeslaster quer durch Europa, halb Asien und in Nordamerika auf Reisen und hat darüber ausführlich in der Reisechronik „Weltenbummler“ (2014) berichtet. Von Juni 2016 bis Juni 2017 gab es nun eine Fortsetzung entlang der Westküste Amerikas zuerst Richtung Norden durch Kanada bis Alaska und von dort aus zurück Richtung Süden bis Mexiko. Die Erlebnisse wurden abermals in tagebuchartigen Einträgen festgehalten und erscheinen unter dem Titel „Mit dem Schulbus in die Wildnis“ (2018).

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Noten: „Play it again Book 1&2“ von Melanie Spanswick

 

 

 

 

 

 

 

Die britische Pianistin und Instrumentallehrerin Melanie Spanswick hat eine zweibändige Stückesammlung speziell für Wiedereinsteiger am Klavier verfasst. Band 1 umfasst vier Spielniveaus von Elementary bis Intermediate (Grad 1-5 von 8), Band 2 umfasst Late Intermediate bis Advanced (Grad 5-8). „Play it again“ ist aber bei weitem nicht nur eine bloße Stückesammlung. Spanswick stellt jeder der Kompositionen eine ausführliche Einleitung mit technischen Übungen (Tonleiter, Akkordzerlegung), technischen Tipps und Interpretationsempfehlungen voraus. Das ist überhaupt nicht trocken, sondern informativ und hilfreich um den folgenden Übeprozess zu fokussieren. Die Stückeauswahl ist gelungen, reicht von Barockmusik über Klassik und Romantik bis zu Moderne, Rag und Jazz/Pop/Rock. Für ehemalige Klavierschüler sind vielleicht einige alte Bekannte dabei, im Ganzen ist die Zusammenstellung vielseitig, frisch und inspirierend und dabei fein aufeinander abgestimmt.

Fazit: Ein ideales Buch für erwachsene Wiedereinsteiger und kann auch ohne Lehrer funktionieren, weil alles so schön anschaulich erläutert ist. Das Buch erscheint momentan nur in englischer Sprache, ist aber gut verständlich formuliert. Neben dem Klavierspiel frischt man auf diese Weise ganz nebenbei auch noch seine Englischkenntnisse auf!

Jedes Buch umfasst 28 ausführlich kommentierte Kleinkompositionen und kostet gut investierte 19,50 €. Weiterlesen