Buch: „Der Mann, der den Tod auslacht“ von Philipp Hedemann

2010-13 lebte der deutsche Journalist Philipp Hedemann in Addis Abeba und berichtete von dort aus Äthiopien und ganz Afrika. Seine Erlebnisse und Begegnungen fasste er nach seiner Rückkehr in dem Erzählband „Der Mann, der den Tod auslacht“ zusammen. 2017 erschien die zweite, aktualisierte Ausgabe. Hedemann berichtet in 30 Kapiteln von verschiedenen Rundreisen durch das ostafrikanische Land, insgesamt legte er etwa 6000 Kilometer mit dem Geländewagen zurück. Er trifft Magier und Wunderheiler, besucht heilige Quellen und trostlose Flüchtlingslager und gerät in Danakil, der heißesten Wüste der Welt, in Gefahr entführt zu werden.

Die einzelnen Kapitel hängen inhaltlich nicht direkt zusammen und können auch selektiv gelesen werden. Hedemanns Stil ist über weite Strecken journalistisch und unverbindlich. Angenehm zu lesen, aber leider auch etwas unpersönlich und ohne herausragende Highlights. Trotzdem bekommt man als Leser einen einigermaßen umfassenden Einblick in die äthiopische Alltagswirklichkeit. Die Anekdotensammlung ist eine gute Vorbereitung für einen bevorstehenden Besuch, hat aber nicht ansatzweise die erzählerische Wucht von Vollblut-Reiseschriftstellern wie Andreas Altmann oder Helge Timmerberg.

Der Titel des Buches ist irreführend und unpassend, der Untertitel trifft es wesentlich besser: „Begegnungen auf meinen Reisen durch Äthiopien.“

Leider sind in dem Buch überhaupt keine Fotos enthalten, obwohl der Autor anscheinend auch als Fotograf tätig ist, sehr schade. Das Buch hat 260 Seiten, schematische Karten in den Innendeckeln, erscheint bei Dumont und kostet 14,99€.

Buch: „Alpensolo“ von Ana Zirner

Ana Zirner ist im Voralpenland aufgewachsen und arbeitet als freiberufliche Autorin, Kulturmanagerin und Regisseurin. Ihre diversen Wandertouren hat sie seit 2017 auf ihrem Blog anasways.com in Texten und Fotos dokumentiert. Nun hat sie mit „Alpensolo“ den Reisebericht ihrer Alpendurchquerung vom Sommer 2017 als Buch veröffentlicht. In zwei Monaten durchwanderte sie die Alpen von Ost nach West, knapp 2000km Wegstrecke durch fünf Länder und viele verschiedene Regionen.

Die Tour startet im Sieben Seen Tal in Slowenien, führt entlang der österreichisch-italienischen Grenze zum Zollnersee, dann in Italien weiter bis Bozen, von da zum Ortler und in die Schweiz, über Davos, Vals und Visp bis nach Chamonix nach Frankreich und weiter über Modane bis Grenoble. Während der gesamten Wanderung übernachtete Zirner vorzugsweise im Freien (Biwak), alternativ in Hütten, einige wenige Male auch in Pensionen oder kleinen Hotels. Weiterlesen

Buch: „Ein Deutsches Klassenzimmer“ von Jan Kammann

Jan Kammann ist Lehrer für Englisch und Geographie an der Europaschule Gymnasium Hamm in Hamburg. 2016 nahm er ein Sabbatjahr und bereiste Länder, aus denen einige seiner Schüler stammen, darunter Bulgarien, Iran, Kosovo, Polen, Kuba, Nicaragua, Kolumbien, Südkorea, China, Russland und Ghana. Daher der Untertitel: „30 Schüler, 22 Nationen, 14 Länder und ein Lehrer auf Weltreise.“ Weiterlesen

Noten: „Folk Songs“ von Mirjam James (Hg.)

„Folk Songs“ ist eine Sammlung von britischen und irischen Volksliedern für gemischten Chor. Die insgesamt 21 Arrangements wurden zur Hälfte für SATB gesetzt, die andere Hälfte für leichte Varianten davon z.B. SSATB, SATBarB, SSAATBB, SSAATBB.

Die Liederauswahl erstreckt sich vom frühen 16. bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, allerdings erklingen auch neuere Arrangements im retro-historischen Stil. Weiterlesen

Buch: „Gebrauchsanweisung für die USA“ von Adriano Sack

Das Büchlein ist jedoch wesentlich mehr als eine schnöde Gebrauchsanweisung mit Dos und Don’ts. Sack legt vielmehr eine unterhaltsame und humorvolle Gesellschaftsanalyse vor, die auf eigenen Erfahrungen der letzten ca. drei Jahrzehnten fußt. Er behandelt wichtige Reisevorbereitungen, den Unterschied zwischen Englisch und Amerikanisch, das erzählerische Talent der Amerikaner, den Mythos Autofahren, amerikanische Freundlichkeit, Kulinarik, Paranoia und Waffenkult, Alternativkultur, Liebe und Sex, Fitnesskult, ethnische Diversität, Religion, Kitsch, Geld und Gier, Mode und Klamotten, Gesundheit und Medizin und vieles andere mehr.

Adriano Sack ist Journalist und USA-Kenner und hat bereits 2008 und 2011 die „Gebrauchsanweisung für die USA“ bei Piper veröffentlicht. Nun, da die USA einen beträchtlichen politischen und gesellschaftlichen Wandel durchlaufen haben, wurde die letzte Ausgabe gründlich überarbeitet und erweitert und mit einem neuen Coverfoto neu herausgebracht. Sein erzählerischer Stil ist persönlich, direkt und entwaffnend. Er wechselt vom Speziellen zum Allgemeinen und von der Gesamtschau zurück zum bemerkenswerten Detail. Er ist dabei durchaus kritisch, spart nicht mit Skurrilitäten, schafft es jedoch auch bei heiklen Themen wohlwollend zu bleiben, wird nie kategorisch oder tendenziös.

In den zurückliegenden Jahren hat Sack viel Zeit in den USA verbracht, dort jahrelang gelebt und viele verschiedene Regionen bereist. Sein Eindruck ist persönlich und reflektiert und selbst erfahrene USA-Reisende dürften durch die ein oder andere Betrachtung, durch die ein oder andere Anekdote noch eine neuartige, unbekannte Einsicht gewinnen.

Fazit: Für Freunde und zukünftige Freunde der US-Amerikaner. Lasst euch von einem komischen Präsidenten nicht von einer US-Reise abhalten! Sie wird so oder so neue Blickwinkel eröffnen, denn dieses Land ist alles, aber nicht langweilig!

Das Buch hat 238 Seiten, erscheint bei Piper und kostet 15€. 

Noten: „Jazzy Christmas Tunes“ von Frank Doll & Hans Meier

„Jazzy Christmas Tunes“ ist eine Sammlung von zehn einfachen Arrangements im Swingjazzstil für zwei E-Gitarren. Notiert wurde in Noten, Akkordsymbolen und Tabulatur, TABs kommen leider ohne Notenhälse (warum?). Dem Heft liegt eine Extra-Stimme für die Rhythmusgitarre und eine Audio-CD bei. Weiterlesen