Buch: „6000 Kilometer westwärts“ von Dirk Rohrbach

Dirk Rohrbach ist Reisender, Fotograf und Journalist. Sein Buch „6000 Kilometer westwärts“ über die Durchquerung der USA mit dem Fahrrad innerhalb von drei Monaten ist 2017 in zweiter Auflage als Taschenbuch erschienen. Die erste Auflage wurde noch unter dem Titel „Highway Junkie – Mitten durch Amerika“ im Jahr 2014 bei einem anderen Verlag veröffentlicht. Wann die Tour tatsächlich stattgefunden hat, ist im Buch an keiner Stelle vermerkt und war auch durch eine Recherche nicht herauszufinden.
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Etappe 9 „Bachgrund“: Obersfeld bis Weyersfeld

Am Samstagmorgen erwachte ich frisch und erholt. Als ich nach unten kam, hatte das Ehepaar Luck den Tisch gedeckt. Brötchen aus dem Dorfladen, Honig, Marmeladen, Wurst und Käse, eigentlich alles, was das Herz begehrt. Gleich nach dem Frühstück fing ich an Fotos zu sortieren und den Blogartikel zu schreiben, denn über Nacht war für mich noch ein besonderer Termin eingeplant worden. Die gestrige Abendgesellschaft hatte von einem Obersfelder Lied erzählt, in dem lokale Raufbolde mit ihren Erlebnissen prahlen. Das wollte ich natürlich hören. Also fuhren wir gegen 11.00 vormittags zum Urheber der musikalischen Räuberpistole, dem weit über den Bachgrund bekannten Dorfmusiker Alois. Der war zwar gerade dabei sich für die Abfahrt zu einer Hochzeitseinladung fertig zu machen, aber er war gerne bereit das Akkordeon hervorzuholen und das Lied anzustimmen. Habe ich selbstverständlich gefilmt. Das Lied basiert auf einem alten, überlieferten Refrain, die Strophen wurden textlich etwas entschärft, modernisiert und erweitert.

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Etappe 8: „Arnstein Nord“: Binsbach bis Obersfeld

Als ich im am Freitagmorgen in meinem Zimmer in der Pilgerherberge erwachte, war es  ganz still im Haus. Ich machte mich frisch, zog mich an und fuhr mit dem Rad die Hauptstraße abwärts zum Haus der Familie Issing. Das Ehepaar war schon längst wach, saß am Frühstückstisch und lud mich dazu. Die beiden betreuen als Herbergseltern die Pilgerunterkunft im alten Pfarrhaus, das extra dafür umgebaut wurde. Alle paar Tage kommen dort Pilger vorbei, die meistwandern entlang des Fränkischen Marienwegs Richtung Süden, es sind ca. 100 Pilger pro Jahr. Wir machten noch schnell ein Foto, dann zog ich mich an den Rechner zurück und begann den Blogartikel zu schreiben. Das Ehepaar zog los zur Kirschenernte. Die Früchte sollen später zu selbsthergestellten Obstbrandt verarbeitet werden.

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Reise: Rain in Riga

Hatte eine ruhige Nacht und habe gut geschlafen. Der Taiwanese ist so ruhig und still, seine Körpermaße so gering, dass ich ihn morgens zuerst gar nicht in seinem Bett finde und den Eindruck habe, er wäre schon längst aufgestanden und unterwegs. Erst als ich zurück aus dem Bad komme, merke ich, dass ich nicht alleine bin. Frühstück außer Haus, zurück gehe einen kleinen Umweg entlang des Kanals, komme an einem Musikinstrumentenladen vorbei, im Showroom nur Standardware aus China und Korea, weiter über eine kleine Brücke, da steht ein Blinder mit Spiegelbrille und Gitarre im Nieselregen und singt lustige, lettische (?) Folkslieder für die unsichtbaren Passanten. Ich höre kurz zu und werfe ihm was in den Pott, der vor ihm steht. Die abgenutzte, offene Gitarrentasche hat er wie ein Gewehrhalfter über dem Rücken hängen, always ready to ramble, always ready to run. Weiterlesen

Film: Song to Song (2017)

„Song to Song“ von Terrence Malick wird als „expiremental romantic musical drama film“ angekündigt und die Besetzungsliste könnte imposanter kaum sein: Ryan Gosling, Michael Fassbender, Natalie Portman, Cate Blanchet, Rooney Mara. Außerdem mit dabei Patti Smith, Iggy Pop, Florence Welch und Holly Hunter. Christian Bale, Haley Bennett, Benicio del Toro, Arcade Fire, Iron & Wine und Fleet Foxes wurden ebenfalls auf dem Set gesichtet, es ist aber fraglich, ob es nach dem Schnitt alle in die Endfassung geschafft haben. Der Film startete in den USA bereits im März 2017, in Deutschlang erfolgte der Kinostart am 25. Mai.

RIP: Chuck Berry

Chuck Berry, Sänger, Songschreiber und Gitarrist, ist im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in St. Charles, Missouri verstorben. Der legendäre Pionier des Early Rock’n’Roll hatte in den späten 1950ern etliche musikalische Hits und beeinflusste damit Musiker und Bands wie The Beatles, The Rolling Stones, Jimi Hendrix, AC/DC und viele andere.

Berry wurde 1926 in St. Louis geboren. Noch während seiner Zeit an der Highschool wurde er wegen kleinkrimineller Delikte verhaftet und verurteilt, verbrachte einige Zeit im Gefängnis und wurde zu seinem 21. Geburtstag entlassen. Er arbeitete als Fabrikarbeiter, machte eine Ausbildung zum Frisör und startete nebenbei seine musikalische Karriere. 1955 unterschrieb er einen Vertrag bei Chess Records in Chicago und hatte mit „Maybellene“ einen ersten Hit, dem viele weitere folgen sollten.

Seine wichtigsten Alben sind: „After School Sessions“ (1957), „One Dozen Berrys“ (1958), „Chuck Berry is on Top“ (1959). Wer mehr über ihn erfahren will, sollte seine Autobiographie (1988) lesen und sich die Konzertdokumentation „Hail! Hail! Rock’n’Roll“ (Taylor Hackford, 1987) ansehen.

Hier ein schöner Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1972 (BBC).

Ach ja, eine gute Neuigkeit gibt’s auch noch: Bereits Ende letzten Jahres wurde bekannt, dass Chuck Berry u.a. mit zwei seiner Kinder nach 38 Jahren sein erstes (und letztes) Studioalbum seit „Rock It“ (1979) eingespielt hat. Die Songs „[are] covering the spectrum from hard-driving rockers to soulful thought-provoking time capsules of a life’s work“. Berry hat die Aufnahmen vor seinem Tod seiner Ehefrau Themetta gewidmet, mit er 68 Jahre verheiratet gewesen war. Das Album mit dem Titel „Chuck“ soll demnächst erscheinen.

Mein Mediennutzungsverhalten

In den letzten zwei Wochen haben die geschätzten Bloggerkollegen Johannes Kreidler (Kulturtechno) und Stefan Hetzel (Weltsicht aus der Nische) jeweils ihr persönliches Mediennutzungsverhalten offenbart, verbunden mit dem Wunsch, dass andere dem Beispiel folgen mögen. Ich habe beide Artikel mit Interesse und Gewinn gelesen, deswegen nun quid pro quo: Im Folgenden mein persönliches Benutzerprofil.

Internet & Blogs
Meine Lieblingsseiten im Netz sind Wikipedia, Youtube, sueddeutsche.de, faz.net und einige wenige Blogs, die ich aber fast täglich verfolge. Habe RSS-Feeds nutze sie aber kaum. Mir fällt auf, dass viele Blogs und Homepages nicht mehr gepflegt werden. Das Netz nutze ich außerdem für Einkäufe: Bücher, CDs, DVDs etc. kaufe ich meist bei oder vermittelt durch Amazon. Downloads manchmal über iTunes. Musikkram seit Jahren bei Thomann, hin und wieder bei kleinen Händlern oder Ebay.

Soziale Medien: Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp
Ich war nie und bin nicht bei Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp etc. Hin und wieder werde ich darauf hingewiesen, dass das ein Fehler ist und eine Mitgliedschaft in Sachen Netzwerken und Eigenwerbung ratsam wäre. Meist sagen das lose bekannte Kollegen, die mich kaum kennen und von denen ich weiß, dass sie weniger zu tun haben und mehr Zeit verplempern als ich, deswegen nehme ich das nicht ernst. Ich schätze, dass einige meiner Freunde und Bekannten ganz locker 1-2h täglich mit FB verbringen. In der Zeit lese ich oder spiele mit meinen Kindern. Fairerweise muss ich zugeben, dass einige meiner Veranstaltungen von FB-Nutzern angekündigt und einige meiner Texte und Videos geteilt werden. Ich werte das als eine Form der Unterstützung und freue ich mich darüber. Weiterlesen

Film: „Detroit Rawk!!!“ von René Hazekamp

Passend zur letzten Buchrezension: Der Film „Detroit Rawk!!!“ von René Hazekamp für den niederländischen Sender VPRO portraitiert die Garagenrockszene der US-amerikanischen Stadt Detroit im Jahr 2001. Mein Lieblingszitat über die Musikerszene Detroits: „It’s nothing new to us to play soul-records fast and loud. We’ve been playing music fast and loud as long as there’ve been amplifiers. It doesn’t matter what kind of music it is.“ (Mick Collins / The Dirtbombs)


(Danke für den Hinweis an Bernhard Kauler)

Buch: „The Longest Way“ von Christoph Rehage

LongestWay2007 wollte der damalige Student Christoph Rehage von seinem Studienort Beijing zurück in seine Heimat nach Norddeutschland zu Fuß laufen. Er startete im November am Morgen seines 26. Geburtstages mit 30 Kilo Gepäck und legte innerhalb von knapp zwölf Monaten zusammengenommen 4646 Kilometer bis zur westchinesischen Stadt Ürümqi zurück. Ganz bis nach hause schaffte er es zwar nicht, trotzdem handelt es sich ohne Frage um eine außergewöhnliche Unternehmung. Rehage dokumentierte seine Wanderung damals mit Texten, Fotos und Filmen auf einem eigenen Reiseblog. Nach seiner Rückkehr arbeitete er mehrere Jahre an einer umfassenden Verschriftlichung. 2012 erschien das gebundene Buch „The Longest Way“ bei Malik, es folgten Übersetzungen auf chinesisch und russisch, 2014 erschien die deutsche Taschenbuchausgabe bei Malik / National Geographic. Weiterlesen