Umsonst & Draussen? Bezahlt & Drinnen! (2019)

Zurzeit findet in Würzburg gerade das Umsonst & Draussen Festival auf den Talavera Mainwiesen statt. Ich habe dort innerhalb von zwölf Jahren acht Mal mit verschiedenen Bands gespielt und dabei zusammengenommen genau Null Euro Gage erhalten und das obwohl das Festival jedes Jahr eine mittlere sechsstellige Summe an Umsatz generiert. Meine Enttäuschung darüber war irgendwann so groß, dass ich dort im Jahr 2010 mein letztes Konzert absolvierte. Ich habe meine Kritik gegenüber den Veranstaltern formuliert und im weiteren Verlauf auch kleine Essays zum Thema auf diesem Blog veröffentlicht. Offiziell wurde nicht reagiert, aber kurze Zeit später wurden auf einmal Minigagen an die Musiker ausgezahlt, evtl. eine Reaktion auf meine Kritik. Ich bin seitdem nie wieder, auch nicht als Zuhörer, beim U&D gewesen, obwohl es nur 300m von meiner Wohnung stattfindet. Weiterlesen

Foto: Postharmonic Orchestra @ Keller Z87

Am Di, den 29. Januar spielte das Postharmonic Orchestra im neuen Konzertkeller Z87 auf dem Bürgerbräugelände in Würzburg. Das Oktett setzt sich zusammen aus Musikern aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich. Gespielt wurden eigenwillige Kompositionen und Arrangements des Bandleaders Janto Oktaeder (rhodes). Musik war anregend, in Sachen Performance, Entertainment und Moderation ist noch Luft nach oben. Bis zum Schluss blieb unklar, ob die Pastellfarben der Hosen bewusst aufeinander abgestimmt waren.

Ausblick 2019

Albumproduktion: „I’m still here“ von Dennis Schütze (Frühjahr 19)
2014 erschien das letzte Dennis Schütze-Album („Unsung Songs)“ mit eigenen Songs, der Nachfolger mit 10-12 brandneuen Tracks war für Ende 2018 geplant, mit dabei auch zwei Instrumentalnummern und ein mit Sounds unterlegtes Rezitat. Nach einem forschen Produktionsstart im Sommer und der Aufnahme von Piloten, Schlagzeug, EBass und akustischen Gitarren geriet das Fortkommen jedoch aus diversen Gründen ins Stocken. Fremdproduktionen, Kreuzbandriss & OP, Engagements und weitere berufliche Verpflichtungen nahmen mehr Raum als gedacht und besinnliche Phasen mit Freiraum zum Experimentieren waren knapp.
Ab 2019 wird nicht kontinuierlich, sondern in gebündelten Arbeitsphasen weitergearbeitet. Produktionstechnisch wird es modern, elektrisch und rau. Einige der neuen Songs sind sehr riff-orientiert und post-rockig. Operiert wird ausschließlich mit echten Instrumenten und Real-Amps, neue Verzerrer-, Oktaver- & Reverbpedale wurden bereits angeschafft und ausgiebig getestet. Der Plan: Fertigstellung der Aufnahmen im Jan/Feb/März, Mix im April/Mai, VÖ von Album und Videos im Sommer 2019.

Reise (Sommer 19)
Vage im Raum steht das Angebot einer internationalen Organisation für einen musikalischen Roadtrip mit Field Recording als Begleiter des Würzburger Kinderliedermachers Christof Balling auf einem anderen Kontinent. Damit verbunden wären Songschreiben, Ton- & Filmaufnahmen, Dokumentation in Text, Foto und Blog und eine anschließende Albumproduktion. Ende Januar wird sich entscheiden, ob diese aufregende Unternehmung stattfindet. Wäre großartig!

Weitere Produktionen:
Über die genannten Veröffentlichungen hinaus kommt es ziemlich sicher zu weiteren Aufnahmen & Produktionen. Denkbar wären z.B. ein zweiter Teil des Jim-Croce-Tribute-Albums, ein Album “Dennis Schütze: Early Works” mit frühen, bisher unveröffentlichten Songs. Dazukommen wohl etliche Einzelsongproduktionen und Videos, Planungen laufen bereits. Stay tuned!

Termine Anfang 2019:
Fr, 04.01.19 Dennis Schütze Combo feat. Mandy Stöhr, Omnibus, Würzburg
Sa, 05.01.19 Dennis Schütze Combo, Vischers Blues Jam, Nürnberg

Abschließend möchte ich mich für Eure Unterstützung und Interesse bedanken und ein gesundes, erfolgreiches und gutes Jahr 2019 wünschen.
Mit den allerherzlichsten Grüßen
Dennis Schütze

Konzertfilm: Springsteen on Broadway (2018)

Von Oktober 2017 bis Dezember 2018 hat der US-amerikanische Rockmusiker Bruce Springsteen im Walter-Kerr-Theater in New York die Konzertshow „Springsteen on Broadway“ abgehalten. Es handelt sich dabei um eine abendliche „Ein-Mann-Show mit privaten Anekdoten aus seinem Leben und akustischen Versionen seiner bekanntesten Songs“ (Pressetext). Die Show war von Anfang an jedes Mal bis auf den letzten Platz ausverkauft, musste mehrfach verlängert werden und gewann schließlich einen speziellen Tony Award für die Bühnenperformance. Mitte Dezember 2018, pünktlich zum letzten Termin auf der Bühne, erschienen ein dazugehöriges Album und beim Streamingdienst Netflix ein exklusiver Konzertfilm der Performance. Weiterlesen

Foto: Impressionen vom 34. Jazzfestival Würzburg, Sa (2018)

Das Jazzfestival der Jazzinitiative Würzburg fand in diesem Jahr zum 34. Mal statt und war gleichzeitig das 3. Landesjazzfestival Bayern des bayerischen Jazzverbands. Am Samstag- und am Sonntagabend spielten ab 19.00 jeweils drei Bands hintereinander und es war einiges geboten. Samstags spannte sich der Bogen von klassizistisch (Tiktaalik), über traditionell (Lines for Ladies) bis technoid (Siffling/Flow). Am Sonntag von akademisch (Landesjazzensemble) über innovativ (Three Fall) bis mächtig (Jazzrausch).

Zusammengenommen ergab sich ein Spektrum von konservativ bis progressiv, wobei auffallend war, dass sich die musikstilistisch rückwärtsgewandten Ensembles (Tiktaalik, Landesensemble) überwiegend aus Bayern rekrutierten und die zeitgenössisch frischen (Three Fall!) aus nördlicheren Gefilden stammten. Ausgerechnet das stilgeschichtlich konservative Damenensemble Line for Ladies mit der fast 90-jährigen Sängerin Sheila Jordan hatte mit Abstand am meisten von der spontanen, humorvollen Energie, die einst mit dem Jazz verbunden wurde. Mithalten konnte auch noch Three Fall mit der charismatischen, afrikanisch-stämmigen Sängerin Melane. Die anderen, rein männlich besetzten Ensembles wirkten dagegen mitunter hüftsteif und unbeweglich, zwar instrumentaltechnisch versiert und hochvirtuos, aber eben wenig spielerisch, stattdessen bierernst, vorhersagbar, wenig innovativ, fast schon retromanisch. Sie operierten ohne Not wie unter Laborbedingungen, es fehlten nur noch die weißen Kittel, so als ob Jazz eine museale Musikform sei, die auf keinen Fall modernisiert werden dürfe.

Frische Jazzmusik und anregende Sounds verbreiteten nicht Studenten, Dozenten und Professoren (Tiktaalik, Landesjazzensemble), sondern eine quereingestiegene afrikanische Sängerin (Melane), manipulierte Bassklarinetten und Posaunen (Three Fall) und ein Ensemble um eine fast 90-jährige Amerikanerin (Line for Ladies). Das sollte den süddeutschen Jazzern zu denken geben.