Alles im Fluss: Sunny Sweeney & ich

Letzte Woche kontaktierte mich mein Label mit dem Hinweis, dass bei einem meiner Tracks auf Spotify gerade die Post abgeht. Und tatsächlich, unter all meinen Tracks hatte einer die Marke von 400.000 Streams gerissen. Das ist im Vergleich zu internationalen Stars nicht viel, für einen kleinen Würzburger Indie-Songwriter, der seinen Zenit überschritten hat aber doch ganz ordentlich. Leider handelt es sich dabei nicht um einen meiner eigenen Songs und um diesen Umstand noch zu toppen ist es eine Produktion, bei der ich nicht einmal singe.

Den Song „Jolene“ habe ich 2005, also noch weit vor der großen Welle von Jolene-Covers, für eine Produktion eingespielt, bei der zuerst eine Sängerin ausstieg und kurz darauf die komplette Produktion zusammenbrach. Meine Anteile der unvollendeten Arbeit stellt ich alleine fertig, für „Jolene“ und das Duett „Jackson“ kontaktierte ich den Studiobetreiber Jim Stringer in Austin, Texas, den ich kurz zuvor kennengelernt hatte und der vermittelte mir eine ihm bekannte, talentierte, junge Countrysängerin, die den Auftrag als Studiojob routiniert erledigte. Ihr Name war Sunny Sweeney und den fand ich so einprägsam, dass ich ihn mir merkte. 2006 veröffentlichte ich das Album mit den inzwischen fertiggestellten und einigen zusätzlich erstellten Tracks unter dem Titel „Sideburner“. Lief nicht so gut, weil die Band nicht mehr existierte und nur einzelne Tracks den Weg in mein Konzertrepertoire fanden. Ein ähnliches Schicksal wiederfuhr auch dem Album „Live fast, love hard, die young“ meiner virtuellen Rockabillyband Will Handsome. Beides eigentlich mehr als ordentliche Alben, aber leider ohne Livepräsenz. Dass sie sich nicht gut verkaufen würden, war von Anfang an vollkommen absehbar, aber was hätte ich tun sollen, die Studioarbeit von mehr als zwei Jahren in die Schublade schieben? Dann schon lieber veröffentlichen und mal sehen was passiert. Ein paar Jahre später wurden alle meine Alben dann über das Label Fuego zum Download und Stream weltweit in alle gängigen Portale gestellt und fristeten da ihr Leben größtenteils in der <1000 Kategorie. Bis vor zwei Wochen. Weiterlesen

Über Nichtstun

Vater: „Es wäre sinnvoll, wenn die Leute öfter ihre Smartphones zur Seite legen und stattdessen einfach mal nichts tun.“

Sohn: „Wenn ich in meinem Zimmer bei den Hausaufgaben sitze, mache ich ganz oft nichts und dann kommst du und unterbrichst mich.“

Medien, Fortbewegung, Ernährung (2019)

In den letzten Monaten habe ich einige meiner nahezu lebenslangen Gewohnheiten umgestellt. Die Veränderungen betreffen die Bereiche Medien, Fortbewegung und Ernährung.

Bereits Anfang 2018 habe ich ein Familienkonto beim Musikstreamingdienst Spotify abonniert und beibehalten, seitdem habe ich und meine komplette Familie so gut wie keine einzige CD und auch keinen Download mehr gekauft. Die tausenden CDs, die ich in den letzten drei Jahrzehnten angeschafft habe, benutze ich seitdem so gut wie gar nicht mehr. Es kommt dazu, dass in dem Auto, das ich hin und wieder benutze, kein CD-Player vorhanden ist.

Im Frühsommer habe ich mir ein Gravel-Rad gekauft und bin damit viele Touren gefahren. Sommerurlaub mit Frau und vier Kindern nach Österreich ohne Fahrzeug mit Bahn und Bus, war kein Problem eher im Gegenteil: wenig Gepäck, kein An- und Abreisestress, alles easy. Weiterlesen