Album: „Live-Elektronik“ von Christoph Wünsch

Vor einiger Zeit erschien das Portraitalbum „Live-Elektronik“ des Würzburger Komponisten Christoph Wünsch. Als letzter Track des Albums ist der Remix meines Songs „Pictures in my mind“ (2003) enthalten. Er erschien bereits auf meinem Kompilationsalbum „Pictures in my mind – variations on a theme Vol. 1“ (2004), einer Sammlung von Remixen verschiedenster Künstler und wurde jetzt quasi re-released.

Christoph Wünsch war damals mein Lehrer im Fach Analyse und präsentierte seinen Remix unter dem Pseudonym Seedoubleyu. Seitdem hat er einen weiten Weg zurückgelegt, heute ist er Professor für Musiktheorie und Präsident der Hochschule für Musik Würzburg. Sehr erfreulich, dass er unsere damalige Zusammenarbeit in die Albumsammlung mitaufgenommen hat.

Das Album erscheint weder als Download, noch als Stream, sondern ist lediglich als gepresste Audio-CD beim Herausgeber selbst erhältlich. Hier der Spotifylink zum Album „Pictures in my mind – variations on a theme“.

Album: „Music from ‚Star Wars‘ for Small Ensemble“

Am 18. Dezember 2019 startet mit „The Rise of Skywalker“ der neunte und vorerst letzte  Teil der legendären Star-Wars-Saga. Dies ist ein willkommener Anlass um auf eine außergewöhnliche, eigene Musikproduktion hinzuweisen: „Music from ‚Star Wars’ for Small Ensemble“ Weiterlesen

Simon-Philipp Vogel über „One Man Band“

Von Simon-Philipp Vogel
Musikeigentherapie: So nannte es Dennis Schütze auf seinem Blog, als er sein neues Album “One Man Band” ins Auge fasste. Es war eine Gefühlsmixtur aus der zurückliegenden Afrika Reise, die er auf seinem Blog festgehalten hatte und der unerwarteten Freiräume, mit denen er konfrontiert war. So wählte Schütze bewusst weniger bekannte Songs, die ihn aber in seiner Jugend beeinflusst haben und gab Ihnen die typische akkustische Note. Der Opener “One Man Band” von Leo Sayer ist dabei ein Song, der perfekt zur Stimmung zu passen scheint, in der sich der Würzburger zur Aufnahme befand.

Nobody knows nor understands,
Is there anybody out there wanna lend me a hand?

Die Stücke sind allesamt wohl ausgesucht – wahrscheinlich aus dem Gefühl des Momentes – und reihen sich wunderbar aneinander. Schütze, bekennder Jim Croce Fan, ließ es sich nicht nehmen und platzierte mit “The hard way every time” auch einen Song des viel zu früh verstorbenen Folksängers. Auch hier lässt es einen nicht los, die ein oder andere Zeile mit der Vergangenheit zu vergleichen, die der Musiker so schön auf seinem Blog beschrieben hat.

But in looking back at the places I’ve been,
The changes that I’ve left behind,
I just look at myself to find,
I’ve learned the hard way every time

Die Stimmung wechselt, wenn “Daydream” von The Lovin Spoonful aufkommt und eine humoristische Note dem Album verleiht. Schütze begleitet sich selbst “kaspernd” im Hintergrund, während er den fröhlichen, verträumten Song darbietet. Die Platte endet mit dem Country Blues “Walk right in” von “The Rooftop Singers”. Der Song verabschiedet den Hörer in gut gemeinter Schütze Manier, so als wolle er sagen: “Mach dir nicht zu viele Gedanken.”

Walk right in, sit right down.
Baby, let your hair hang down

Es ist ein schönes Ende der vermeintlichen Reise, die man für das Album gerne auf sich nimmt.

Liner Notes: One Man Band (2019)

Das Album „One Man Band“ erscheint weltweit am 15. Dezember 2019 auf allen gängigen Download- und Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein persönlicher Kommentar zur Songauswahl.

01. One Man Band (Leo Sayer)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, harmonica, drums

Diesen Song habe ich schon seit fast zwei Jahrzehnten in meinem persönlichen Repertoire, aber er hat es nie auf eine Setlist oder ein Album geschafft. Kennengelernt habe ich ihn auf der LP „Very-Best of Leo Sayer“ (1979). Der Song wurde von Leo Sayer zusammen mit David Courtney im Jahr 1972 geschrieben und erstmals von Roger Daltrey (The Who) auf seinem Solo-Debutalbum „Daltrey“ (1973) veröffentlicht. Ein Jahr später erschien Sayers eigene Version auf seinem Album „Just a boy“ (1974). Mir hat der Song, aber auch der Text immer schon gut gefallen. Den sollte eigentlich jeder Straßenmusiker und Folksänger auf Zuruf spielen können. Falls niemand zuhört oder Geld in den Gitarrenkoffer wirft, kann man ihn sich auch selbst zum Trost vorsingen. Für mich ist dieser alte Lieblingssong Ausgangspunkt, Klangkonzept und Titelgeber für das gleichnamige Album geworden. Viel mehr kann man von einer Fremdkomposition nun wirklich nicht verlangen.

02. Brand New Key (Melanie Safka)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, drums & percussion

Meine Schwester heißt Melanie. Deswegen liefen bei uns zuhause in den 1970ern immer mal wieder die Hits der gleichnamigen amerikanischen Folksängerin Melanie (Safka). Ich kann mich erinnern, dass die Singles in einem der unzähligen Single-Sammelalben meines Vaters einsortiert war, unter M, nicht unter S, weil der Nachname damals keinem geläufig war. „Brand New Key“ ist ein naives Kinderlied. Sexuelle Anspielungen, die dem Song nach der Veröffentlichung zugeschrieben wurden, hat die Singer/Songwriterin mehrfach zurückgewiesen, trotzdem wurde er auf manchen Radiostationen in den 1970er Jahre deswegen boykottiert. Heutzutage würde man über derartige Anschuldigungen nur müde lachen.

03. The Hard Way Every Time (Jim Croce)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitars, harmonica, drums

Ein Jim-Croce-Song muss auf jedem meiner Alben dabei sein. Hier der Song „The Hard Way Every Time“, weil ich in vielen (nicht allen) Situationen meines Lebens entsprechende Erfahrungen gemacht habe. Es war der letzte Song der B-Seite auf seinem letzten Studioalbum „I got a name“ (1973) und erschien posthum. Dem Song könnte daher eine besondere Bedeutung zufallen. Weit überstrahlt wurde er aber von „Time in a bottle“ von seinem Debutalbum „You don’t mess around with Jim“ (1972). Es gibt so viel wunderbare Songs von ihm. Ich will irgendwann jeden von ihnen gesungen und aufgenommen haben.

04. Daydream (John Sebastian)
Dennis Schütze: vocals & voices, acoustic guitars, drums

In den 1960er Jahren überschattete die Popularität von britischen Bands wie The Beatles, The Rolling Stones, Kinks, Animals etliche interessante Veröffentlichungen aus den bis dahin in der Popmusik so dominanten USA. So auch „The Lovin‘ Spoonful“ mit Sänger und Songschreiber John Sebastian. Auf ihrem zweiten Album „Daydream“ (1966) erschien selbiger Song und erreichte Platz 2 der US-amerikanischen Top 40. Dieser und einige andere Dream-Songs der Ära (z.B. „Dream a little dream“, „California Dreamin‘“, „Dreams are ten a Penny“) wurden danach zu modernen Klassikern. Man kennt Melodie, Text und Titel aber fast nie die Interpreten oder gar Songschreiber. Für mich ein wunderschöner Song über das Tagträumen. Es ist mindestens so gesund wie Yoga! Probier mal!

05. Freight Train (Elizabeth Cotton)
Dennis Schütze: acoustic guitar, harmonica, drums

Mit 13 Jahren beschäftigte ich zum ersten Mal ernsthaft mit der Gitarre, die bei uns ungespielt in der Wohnung rumstand. Nachdem ich mir mühsam ein paar Akkorde zusammengefingert und ein paar Tabulaturen durchgestochert hatte, kam mir durch irgendeinen Zufall das Gitarrenheft „Folk Picking für Finger-Style Guitar“ des Münchner Gitarristen Siegfried (Sigi) Schwab in die Hände. In den folgenden Monaten und Jahren spielte ich Band 1 bis 3 und weitere Bücher von ihm und Peter Horton im Selbststudium durch. Im ersten Band steht bald am Anfang der legendäre Pickingtune “Freight Train“ von Elizabeth Cotton in einem einfachen Arrangement. Das habe ich gespielt bis meine Familie um Gnade gewinselt hat. Ich kann das heute noch zu jeder Tageszeit und in jedem Bewusstseinszustand spielen. Irgendwann musste ich ihn auch mal aufnehmen und habe festgestellt: ich spiele die Melodie immer noch gerne.

06. I don’t know where I’m going but I’m going nowhere in a hurry to (Steve Goodman)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, drums

Einer der irrsten und längsten Songs des US-Folkrevivals der 1960er Jahre ist mit ziemlicher Sicherheit „Alice’s Restaurant“ von Arlo Guthrie, dem Hippiesohn des legendären US-amerikanischen Folksängers Woody Guthrie. Der Song ist eine kilometerlange, sehr unterhaltsame und lustige Geschichte über eine Musterung für den Militärdienst während des Vietnamkriegs. Guthrie interpretierte jedoch auch das monumentale „City of New Orleans“. Seine Version machte mich aufmerksam auf das Werk des leider viel zu jung verstorbenen Singer/Songwriters Steve Goodman. „City“ habe ich bereits auf „Electric Country Soul“ (2013) interpretiert. Auch gut gefallen tut mir das legendäre „A dying Cup Fans Last Request“, aber der Song über eine erfolglose Baseballmannschaft aus Chicago wäre außerhalb der USA wohl schwer vermittelbar. Auffällig in seinem Werk ist aber auch ein Song mit dem extra-langen Titel „I don’t know where I’m going but I’m going nowhere in a hurry to“ von seinem selbstbetitelten Debutalbum (1971). Es geht darin um Menschen und Tiere, die sich auch in brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lassen und ganz langsam weiter machen. Geht nicht immer gut aus.

07. Take this letter (Rab Noakes)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, drums

Mitte der 1980er Jahre lief ich bei einem Besuch bei meiner Großmutter in Berlin alleine in den Schallplattenladen im Europcenter in der Nähe der Gedächtniskirche am Ku’damm. Im Laden lief Musik, die mich sofort elektrisierte. Ich fragte den Verkäufer und er zeigt wortlos auf ein Plattencover auf einem Regal, gerade vom Vertrieb eingetroffen und gleich auf den Plattenteller gelegt. Zum ersten Mal hörte ich (evtl. als einer der ersten in Berlin/Deutschland/Kontinentaleuropa) das Album „Under the Rain“ (1984) des schottischen Singer/Songwriters Rab Noakes, der Verkäufer wollte sich wohl gerade selbst mal ein Bild davon machen. Ich kaufte das Album sofort, machte mir daheim eine Kassette und die hörte ich jahrelang, immer wieder. Mir ist sie geläufiger als viele Hits der 80er, ich kennen sie in- und auswendig. Noakes ist ein großartiger Sänger, tolle Phrasierung, er sang schon Background für u.a. Gerry Rafferty. Er hat eine hohe Tenorlage, ich dagegen kann weder hoch, noch richtig tief singen, bei einem der Albumsongs funktionierte es aber: „Take this letter“. Noch dazu hat der Song eine schöne Pickingbegleitung in Drop D. Das Album erschien nie auf CD und ist bis heute auch nicht als Download oder Stream erhältlich. Mein Vinylalbum von damals ist dagegen noch wie neu, habe es nur einmal abgespielt um die Kassette zu ziehen, danach nie wieder aus der Hülle genommen. Hat alle Umzüge überlebt und steht unversehrt in meinem Wohnzimmerschrank.

08. Walk right in (Rooftop Singers)
Dennis Schütze: vocals, acoustic guitar, drums

Die Rooftop Singers waren ein US-amerikanische Folk-Gesangs-Trio. Im Dezember 1962 veröffentlichten sie ihre Version des einstrophigen Folksongs „Walk right in“ mit dreistimmigem Gesang in einem starken Arrangement, begleitet von einer zwölfsaitigen Gitarre. Die Vorlage für den einfachen, aber auf den Punkt arrangierten Song war ein Country Blues aus dem Jahr 1929 und stammte von Gus Cannon. Mit der Zeile „Walk right in, sit right down, Daddy, let you mind roll on“ ist der Song ein stimmungsvolles Plädoyer für den leider vollkommen aus der Mode gekommenen Müßiggang. Daran muss ich mich auch selbst in unregelmäßigen Abständen erinnern. Die Gitarrenbegleitung ist noch dazu eine wohlklingende Strummingstudie im Carter-Stil.

09. Is it okay if I call you mine? (Paul McCrane)
Dennis Schütze: vocals, ukulele, drums

Der Song ist Teil des Soundtracks des Musicalfilms „Fame“ (1980). Es geht um fiktive Studenten der High School of Performing Arts in New York, die es damals tatsächlich gab und die unter einem anderen Namen heute noch existiert. Die Schüler/Studenten dort sind junge Sänger, Musiker, Schauspieler und Tänzer am Anfang ihrer Ausbildung/Karriere. Verschiedenste Kunstsparten, Klassik und Pop, Tradition und Moderne prallen ungebremst aufeinander und es entsteht ein neues Gemisch. Die Geschichte hat aber auch tragische Momente u.a. verliebt sich ein Junge in ein Mädchen, stellt aber fest, dass er selbst eigentlich schwul ist. In einer Szene singt der Darsteller Paul McCrane selbst den von ihm selbst verfassten Song „Is it okay if I call you mine?“ Es ist ein wunderbares Liebeslied, viel besser geht’s nicht mehr.

Out now: „One Man Band“ von Dennis Schütze

Ab sofort ist das Album „One Man Band“ von Dennis Schütze auf allen gängigen Download- und Streamingportalen erhältlich (iTunes, Amazon, spotify). Es umfasst neun Songinterpretationen und hat 24 Min Laufzeit.

01 One Man Band (Leo Sayer)
02 Brand New Key (Melanie Safka)
03 Hardy Way Every Time (Jim Croce)
04 Daydream (John Sebastian)
05 Freight Train (Elizabeth Cotton)
06 I don’t know where (Steve Goodman)
07 Take this letter (Rab Noakes)
08 Walk right in (Rooftop Singers)
09 Is it okay if I call you mine? (Paul McCrane)

Mix & Master: Jan Hees
Produktion: Dennis Schütze (C) 2019

Liner Notes, Besprechungen & Videos folgen.

Out now: „Children‘s Songs of Tanzania“ (2019)

Ab sofort ist das Album „Children‘s Songs of Tanzania“ (produziert von Dennis Schütze) auf allen gängigen Download- und Streamingplattformen erhältlich (iTunes, amazon, spotify). Die Aufnahmen entstanden im August 2019 als klassische Field Recordings bei Schulbesuchen in der Nähe des Viktoriasees in Tansania, Ostafrika. Einige Lieder sind Teil des Soundtracks für einen dort entstandenen Dokumentarfilm von Christof Balling (im Auftrag des DAHW, erscheint Anfang 2020).

Kogaja Primaryschool, Rorya – Mara Region
01 Karibu Wageni Wetu (Welcome, Dear Guests)
02 Watu Wenye Ulemavu Wapewe Haki (People with Disability should be given their Right)
03 Wasaidie Watu Wenye Ulemavu (Support People with Disability)
04 Sasa Tunaingia Uwanjani (Now we’re getting on Stage)
05 Welcome, we are happy to see you today
06 Holy Ghost Power
07 Msaada Kwa Watu Wenye Ulemavu (Help for People with Disability)

Chumwi A Primaryschool, Musoma Rural – Mara Region
08 Watoto Wa Tanzania (Children of Tanzania)
09 Nani Anaweza Kucheza Saga Rumba? (Who can play Saga Rumba?)
10 Mava Nazuri Yapeneleza (Beautiful Flowers)
11 Tunda Yangu (My Fruit)

Recorded by Dennis Schütze (C) 2019

Video: „Not Alone“ von Sandra Buchner

Die Würzburger Sängerin Sandra Buchner hat „Not Alone“ der US-amerikanischen Singer/Songwriterin Patty Griffin eingesungen. Der Song erschien ursprünglich als letzter Track auf Griffins legendärem Debütalbum „Living with Ghosts“ (1996). Sandra Buchner: Gesang, Dennis Schütze: Gitarre, Klavier, Lap Steel, KBass, Beat. Ghostly!

Playlist: Dennis Schütze sings Jim Croce

Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich ein großer Bewunderer des US-amerikanischen Singer/Songwriters Jim Croce bin. Ich habe ihn im Alter von ca. 14 Jahren für mich entdeckt und seit ich Gitarre spiele und dazu singe habe ich Songs von ihm im Repertoire. Etliche davon habe ich über die Jahre auf verschiedenen meiner Alben selbst interpretiert, zuletzt auf der Tribute-EP „Messin‘ around with Jim Croce“ (2018) unter dem Pseudonym Willie McCoy, einer Figur aus dem Croce-Song „Don’t mess around with Jim (1972). Jetzt wurde eine Playlist auf Spotify angelegt, in der alle Interpretationen vor ‚easy access‘ zusammengefasst sind. Viel Spaß damit!

Übrigens: Ein weiterer Song ist bereits in Arbeit und wird nach Veröffentlichung auf der Liste ergänzt.