Spotify Millionär

Seit diesem Wochenende bin ich Spotify Millionär. Im Frühjahr hatte ich darüber berichtet, dass der von mir produzierte Titel „Jolene“ mit Sunny Sweeney vom Album „Sideburner“ (2006) stramm auf die 500.000-Marke zusteuert. Seitdem kamen jeden Tag 2-3000 Zugriffe dazu. Ein knappes Halbjahr später wurde nun die erste Million geknackt und es sind schon wieder 5K dazu gekommen. Die Reise scheint also weiter zu gehen und ich beobachte das ungläubig. Die kuriose Vorgeschichte und die unwahrscheinliche Wendung hatte ich bereits im erwähnten Artikel beschrieben.

Schade nur, dass der Song nicht von mir stammt und ich nicht gesungen habe. Lediglich Gitarre und Produktion stammen aus meiner Hand. Schade auch, dass sich die hohen Zugriffszahlen nicht erkennbar auf andere meiner Titel auswirken. Nicht einmal die andere Produktion mit Sunny Sweeney („Jackson“, selbes Album), bei der ich als Duettpartner auch singe, kann außergewöhnliche Zugriffe verzeichnen.

Als frisch gebackener Spotify Millionär freue ich mich und bin enttäuscht gleichzeitig. Mehr als eine Million Menschen weltweit haben eine Produktion von mir gehört und doch wirkt die Information nicht wahr und wirklich, sondern wie ein riesiger Fake, denn ich spüre in meinem kleinen Leben überhaupt keine Auswirkungen. Na gut, der Quartalsscheck des Labels ist etwas höher als in den Jahren zuvor, aber gemessen an den Zugriffzahlen immer noch mickrig. Die Kosten der Produktion sind auch gut zehn Jahre später längst nicht gedeckt. Es gibt aufgrund dieses Erfolgs auch nicht mehr Interesse an meiner Arbeit als zuvor. Keinerlei Zuwachs bei Produktions- oder Konzertanfragen. Was soll’s, ich mach einfach weiter und arbeite an der nächsten Million, würde demnächst gerne noch Spotify Multimillionär werden. Das sollte zu schaffen sein, wenn die Zugriffe nicht so plötzlich zurückgehen, wie sie gekommen sind. „I can not compete with you, Jolene!“

PS: Kann mir mal jemand sagen, was ich machen soll, wenn meine Auftrags- und Einkommenssituation sich nur aus irgendwelchen Zufällen zusammensetzt? Irgendwas halt, im Zweifel das, was Freude bereitet und erfüllt, würde ich mal behaupten. Verstehe ich zwar nicht, aber ich fahre bisher ganz gut damit.

Again: All the best to Sunny Sweeney, wherever you may roam.

Musikeigentherapie (KW39/2019)

Am vorletzten Tag der Sommerferien bin ich von meiner dreiwöchigen Reise durch Tansania zurückgekehrt. Am nächsten Tag startete die Terminplanung für das neue Unterrichtsjahr und einen weiteren Tag später war ich bereits wieder in der Unterrichtsroutine angekommen. Die Erlebnisse aus Afrika hatten aber noch einen gehörigen Nachhall, es war eine geballte Extremerfahrung, die etliche meiner Gewissheiten in Frage stellte und zum großen Teil habe ich immer noch keine Antworten oder Lösungen gefunden. Ich musste lernen akute Missstände so zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind und merke, wie schwer mir das fällt. Schwierig ist auch, dass man die Erfahrungen kaum mit anderen teilen kann. Davon zu erzählen ist das eine, aber man wird es nicht wirklich los, steht am Ende immer ratlos und alleine da und irgendwann will man anderen mit den Elendsgeschichten auch nicht mehr auf die Nerven gehen. Weiterlesen

Song: „Aufstehen & Laufen“ von Simon-Philipp Vogel

Der Würzburger Liedermacher Simon-Philipp Vogel hat mit „Aufstehen & Laufen“ einen frischen, eigenen Song veröffentlicht. Eine kleine Schaffenspause hat er dafür genutzt einen neuen klanglichen Ansatz zu entwerfen und sich für eine klassische Rockbandbesetzung entschieden, die besteht aus: Simon-Philipp Vogel (voc/agit), Dennis Schütze (bvocs/egit/ebass), Jan Hees (drums). Rock on!

Video: „Can’t stop the Feeling“ von Sandra Buchner

Bereits 2018 veröffentlichte die Würzburger Sängerin Sandra Buchner das Album „Zero Pop“ mit Popsongs der Nullerjahre. Darunter auch die Gute-Laune-Nummer „Can’t stop the feeling“ von Justin Timberlake. Unsere Version wurde komplett im Wohnzimmer produziert: Sandra Buchner (voc), Dennis Schütze (all instruments) und ein Backgroundchor bestehend aus Andrea Kneis und Doro T. Soeben erschien das Video zur Einspielung: Can you feel it in your body?

Video: „Rainbow Street“ von Sandra Buchner

„Rainbow Street“ ist der zweite, eigene Song der Würzburger Sängerin Sandra Buchner. Dem puristischen Demo (voc/git) wurden nach und nach Chorstimmen und samplebasierte Sounds unterlegt. Sandra Buchner scheint ihren eigenen Ansatz und ihre eigene Arbeitsweise gefunden zu haben. Go with flow, set the tempo and let yourself go!

Sandra Buchner: Songkomposition & Gesänge, Videoedit & Schnitt
Dennis Schütze: Instrumente, Produktion, Aufnahme, Mix & Master

Video: „Summer in the City“ von Musikstudenten

“Summer in the City” ist das dritte Video zum aktuellen Album “Celebration” (2018) der Würzburger Tanz- und Cocktailband Musikstudenten. Der Song erschien ursprünglich auf dem Album „Hums of the Lovin‘ Spoonful“ (1966) der US-amerikanischen Rockband The Lovin‘ Spoonful. 1994 wurde der Song erfolgreich von Joe Cocker interpretiert. Wir haben unsere Version erweitert mit Trompete, Piano und Congas eingespielt. Der Videodreh erfolgte an verschiedenen Locations, teils direkt im Studio, teils als Re-Inszenierung. Wir haben uns für ein Kachellayout (3×3=9) der verschiedenen Videosequenzen entschieden. So wird das Video dem etwas zerstückelten Entstehungsprozess der Einzelvideos gerecht und wirkt, passend zur Musik, quirlig und lebendig.

Musiker: Dennis Schütze (vocs, guit, piano), Fritz Wenzel (sax), Thomas Nees (trp), Friedrich Betz (kbass), Jawed Iqbal (congas), Dominik Raab (drums). Mix & Master: Jan Hees, Kamera: Dennis Schütze & Camilo Goitia, Video Edit & Cut: Camilo Goitia, Gesamtproduktion: Dennis Schütze, © 2019

Es wurden von allen 18 Tracks der Alben „Graduation“ und „Celebration“ Videosequenzen im Studio abgedreht. Es gibt also noch viel Material für viele weitere Videos. Sie werden in unregelmäßigen Abständen im Verlauf der nächsten Monate erscheinen.

Video: „Come as you are“ von Mandy Stöhr

Vor ungefähr einem Jahr habe ich mit der Würzburger Sängerin Mandy Stöhr eine Neu-Interpretation des Nirvana-Klassikers „Come as you are“ von deren epochalen Album „Nevermind“ (1991) produziert. Nachdem Gesang und Gitarre eingespielt waren werkelte ich mit dem Schlagzeuger und Mischer Jan Hees tage- und wochenlang weiter daran rum. Es wurde eingespielt, verworfen, ersetzt und erneuert bis wir uns ziemlich weit von der Grundidee entfernt hatten. Mandy Stöhr hatte die verschiedenen Zwischenstadien der Metamorphose leider verpasst, weil sie schwer beschäftigt war und als sie es schließlich zum ersten Mal hörte, war sie einigermaßen überrascht um nicht zu sagen geschockt. Im Rückblick kann ich das heute sehr gut nachvollziehen. Das Klangergebnis war, gemessen an unseren bis dahin erschienen Produktionen, in eine ganz andere und unerwartete Richtung abgeglitten. Ich hatte zu dem Zeitpunkt wohl etwas zu viel Jack White gehört (nur kurz zuvor war sein experimentelles Album „Boarding House Reach“ erschienen) und hatte mir aus Interesse ein Pitchshiftingpedal (Whammy von Digitech) zugelegt. Die Produktion wanderte zu meinem Bedauern dann erstmal in die Schublade und musste noch etwas nachreifen. Anfang des Jahres hörte ich dann von Mandy, dass sie die Songproduktion mit einem Video veredeln und veröffentlichen wolle. Heute ist das Video erschienen und es passt meiner Meinung nach sehr gut zum Song. Gerade kann ich gar nicht richtig glauben, dass ich das eingespielt und aufgenommen haben soll. Ich staune über mich selbst.

Album: „Tip of my tongue“ von Ron Spielman

Seit vielen Jahren spielt der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Konzerte in der ganzen Republik und veröffentlicht regelmäßig neue Alben. Nach dem epochalen Werk „Sweet Songs for the Dying“ (2018) hat er in klassischer Quartettbesetzung ein reines Instrumentalalbum eingespielt, musikalisch unterstützt von Werner Goldbach (keys), Thomas Stieger (bass) und Julian Kuelpmann (drums). Weiterlesen