Album & Kinderbuch: „Tausend schöne Dinge“ von Johannes Stankowski

Der Musiker Johannes Stankowski hat sich als Kinderliedermacher vor einigen Jahren neu erfunden und seit 2014 mit beachtlichen Erfolg drei Alben veröffentlicht, die im weitesten Sinne den Jahreszeiten zugeordneten waren: „Alles wird grün“ (Frühling), „Alles wird bunt“ (Herbst) und „Alles wird weiss“ (Winter). Nun ist mit „Tausend schöne Dinge“ sein viertes Album erschienen, das einerseits an die Trilogie anschließt und andererseits eine neue Perspektive eröffnet. Weiterlesen

Album: „Tip of my tongue“ von Ron Spielman

Seit vielen Jahren spielt der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Konzerte in der ganzen Republik und veröffentlicht regelmäßig neue Alben. Nach dem epochalen Werk „Sweet Songs for the Dying“ (2018) hat er in klassischer Quartettbesetzung ein reines Instrumentalalbum eingespielt, musikalisch unterstützt von Werner Goldbach (keys), Thomas Stieger (bass) und Julian Kuelpmann (drums). Weiterlesen

Buch: „Ein feiner Typ“ von Willy Vlautin

Willy Vlautin ist US-amerikanischer Schriftsteller, Songschreiber und Countrysänger. Im Jahr 2006 legte er mit „The Motel Life“ sein Romandebut vor, das anschließend verfilmt wurde. Es folgten weitere Romane, u.a. „The Free“ (2014). Zuletzt hat er mit „Don’t skip out on me“ (2018) seinen fünften Roman vorgelegt. Im Frühjahr 2019 erschien unter dem Titel „Ein feiner Typ“ die deutsche Übersetzung (Nikolaus Hansen) im Berlin Verlag. Weiterlesen

Reiseführer: „London“ von Birgit Weber

Der Marco Polo Reiseführer „London“ erscheint aktuell in der 24. Auflage von 2017 und wird regelmäßig aktualisiert. Die Autorin Birgit Weber ist nicht ortsansässig, aber durch regelmäßige Besuche herausragend gut informiert. Von allen im deutschsprachigen Raum erhältlichen Reiseführern zum Thema London ist dieses Büchlein mit rund 160 engbedruckten, farbigen Seiten im Hosentaschenformat (11x19cm) der wohl dichteste und kompakteste. Viele Fotos und Hinweise, kurze, auf’s wesentliche reduzierte Texte, wichtige Basisinformationen werden übersichtlich und nach Farben sortiert aufbereitet, für tiefschürfende, kulturgeschichtliche Exkurse sollte man lieber einen anderen Reiseführer wählen (z.B. Baedecker, Michael Müller). Weiterlesen

Noten: „Asturias“ von Martin Hegel (Hg.)

Der Konzertgitarrist und Gitarrenpädagoge Martin Hegel hat für die Reihe Guitarissimo (Schott) eine Sammlung von 55 Transkriptionen aus fünf Jahrhunderten für klassische Gitarre zusammengestellt, die den Spielniveaus einfach bis anspruchsvoll zuzuordnen sind. In drei Kapiteln werden neun leichte Stücke, vierzig mittelschwere und sechs schwere Vortrags- und Konzertstücke präsentiert. Innerhalb der Kapitel sind sie nach Schwierigkeitsgrad angeordnet.
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Buch: „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ von Steve Brusatte

Steve Brusatte ist US-amerikanischer Paläontologe und zeichnet in „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ die Geschichte der Urzeitgiganten nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand nach. Die umfangreiche populärwissenschaftliche Schrift beginnt mit der Trias, erstreckt sich über Jura und endet abrupt mit dem Ende der Kreidezeit vor ca. 66 Millionen Jahren. Weiterlesen

Buch: „Der Mann, der den Tod auslacht“ von Philipp Hedemann

2010-13 lebte der deutsche Journalist Philipp Hedemann in Addis Abeba und berichtete von dort aus Äthiopien und ganz Afrika. Seine Erlebnisse und Begegnungen fasste er nach seiner Rückkehr in dem Erzählband „Der Mann, der den Tod auslacht“ zusammen. 2017 erschien die zweite, aktualisierte Ausgabe. Hedemann berichtet in 30 Kapiteln von verschiedenen Rundreisen durch das ostafrikanische Land, insgesamt legte er etwa 6000 Kilometer mit dem Geländewagen zurück. Er trifft Magier und Wunderheiler, besucht heilige Quellen und trostlose Flüchtlingslager und gerät in Danakil, der heißesten Wüste der Welt, in Gefahr entführt zu werden.

Die einzelnen Kapitel hängen inhaltlich nicht direkt zusammen und können auch selektiv gelesen werden. Hedemanns Stil ist über weite Strecken journalistisch und unverbindlich. Angenehm zu lesen, aber leider auch etwas unpersönlich und ohne herausragende Highlights. Trotzdem bekommt man als Leser einen einigermaßen umfassenden Einblick in die äthiopische Alltagswirklichkeit. Die Anekdotensammlung ist eine gute Vorbereitung für einen bevorstehenden Besuch, hat aber nicht ansatzweise die erzählerische Wucht von Vollblut-Reiseschriftstellern wie Andreas Altmann oder Helge Timmerberg.

Der Titel des Buches ist irreführend und unpassend, der Untertitel trifft es wesentlich besser: „Begegnungen auf meinen Reisen durch Äthiopien.“

Leider sind in dem Buch überhaupt keine Fotos enthalten, obwohl der Autor anscheinend auch als Fotograf tätig ist, sehr schade. Das Buch hat 260 Seiten, schematische Karten in den Innendeckeln, erscheint bei Dumont und kostet 14,99€.

Album: „Echo Chamber“ von The Strange

„Echo Chamber“ ist der unerwartete Nachfolger von The Stranges Debütalbum „Nights of Forgotten Films“ (2004), einer Kollaboration der kroatischen Surf-Rock Band The Bambi Molesters mit dem US-Singer-Songwriter Chris Eckman von den Walkabouts.

Das Album bietet, wie bereits das Debut, klassisches Americana zwischen Lee Hazlewood, Ennio Morricone und Calexico. Es wurde aufwändig arrangiert und instrumentiert, viele Musiker waren an den Aufnahmen beteiligt. Neben der Rhythmusgruppe erklingen verhallte Twang-Gitarren, stimmige Bläsersätze und üppige Streicherflächen. Alles sehr fett, breit und weitläufig. Insgesamt geschmackvoll aufeinander abgestimmt, nur hat man das Gefühl alles schon einmal irgendwo gehört zu haben. Eine Neuerfindung, die dem Genre irgendetwas neues hinzufügen würde, ist das nun wahrlich nicht, könnte genauso gut bereits kurz nach dem Debut vor 15 Jahren entstanden sein oder auch irgendwann in den späten 1960ern. Selbst die Songtitel klingen wie am Reißbrett entworfen, wie eine spontane Brainstormingsession aller Beteiligten: Lonesome Rider, Killing Time, Broken Town Blues, Fast Train to Nowhere, Lights of Red Valley. Was einem halt so einfällt, wenn man die Weite der amerikanischen Plains in griffige Überschriften fassen will.

Musikalisch wurde alles inspiriert und auf höchstem technischen Niveau aufbereitet. Die kroatische Begleitband klingt amerikophiler als mancher wirkliche Amerikaner. Die klangliche Palette der 60er-Noir-Sounds haben sie in allen Nuancen durchdrungen und können sie für diese Aufnahmen mühelos zum Leben erwecken. Eckman singt dazu non-chalant und unaufgeregt, fast schon nicht-sängerisch, eher wie ein einfacher Saisonarbeiter, der die Woche über eigentlich wichtigere Arbeit zu verrichten hat.

Das straffe Album (10 Tracks, 44 Min. Laufzeit) startet mit dem stimmungsvollen und düsteren Titelsong „Lonesome Rider“ und wird im weiteren Verlauf ähnlich fortgesetzt, nach einem Komplettdurchlauf wirkt es durchgeplant, fast schon konzeptartig, also wie mehr als die Summe seiner Einzelnsongs. Das CD-Album kommt im wertigen Digipack und enthält alle Songtexte zum Mitlesen/-singen auf einzelnen Pappkärtchen, ein passendes Sammelsurium in Schwarz-, Grün- und Brauntönen.

Hier die Videos „Last Summer Song“ & „Dime a Dozen“. Eine Tour folgt wohl im Frühjahr 2019, auf der Homepage der Band sind noch keine Termine angekündigt.

The Strange: Last Summer Song

The Strange: Dime a Dozen

Buch: „Alpensolo“ von Ana Zirner

Ana Zirner ist im Voralpenland aufgewachsen und arbeitet als freiberufliche Autorin, Kulturmanagerin und Regisseurin. Ihre diversen Wandertouren hat sie seit 2017 auf ihrem Blog anasways.com in Texten und Fotos dokumentiert. Nun hat sie mit „Alpensolo“ den Reisebericht ihrer Alpendurchquerung vom Sommer 2017 als Buch veröffentlicht. In zwei Monaten durchwanderte sie die Alpen von Ost nach West, knapp 2000km Wegstrecke durch fünf Länder und viele verschiedene Regionen.

Die Tour startet im Sieben Seen Tal in Slowenien, führt entlang der österreichisch-italienischen Grenze zum Zollnersee, dann in Italien weiter bis Bozen, von da zum Ortler und in die Schweiz, über Davos, Vals und Visp bis nach Chamonix nach Frankreich und weiter über Modane bis Grenoble. Während der gesamten Wanderung übernachtete Zirner vorzugsweise im Freien (Biwak), alternativ in Hütten, einige wenige Male auch in Pensionen oder kleinen Hotels. Weiterlesen

Buch: „Ein Deutsches Klassenzimmer“ von Jan Kammann

Jan Kammann ist Lehrer für Englisch und Geographie an der Europaschule Gymnasium Hamm in Hamburg. 2016 nahm er ein Sabbatjahr und bereiste Länder, aus denen einige seiner Schüler stammen, darunter Bulgarien, Iran, Kosovo, Polen, Kuba, Nicaragua, Kolumbien, Südkorea, China, Russland und Ghana. Daher der Untertitel: „30 Schüler, 22 Nationen, 14 Länder und ein Lehrer auf Weltreise.“ Weiterlesen