Album: „Risha“ von David Eugene Edwards & Alexander Hacke

Der US-amerikanische Sänger, Songschreiber und Musiker David Eugene Edwards und der deutsche Instrumentalist und Produzent Alexander Hacke haben das Album „Risha“ veröffentlicht. Edwards startete seine Karriere Mitte der 1990er mit der Band 16 Horsepower, ab 2002 war er parallel Frontmann der Band Wovenhand. Er ist fundamental-christlich geprägt, seine Texte handeln oft von Schuld, Sühne, Gnade und Verdammung. Seine Musik umfasst Elemente aus Folk, Bluegrass, Gospel und Alternative Rock und wurde gelegentlich als Gothic-Country bezeichnet. Hacke ist Komponist von Filmmusik, Schauspieler und seit 1994 Gitarrist der deutschen Experimentalband Einstürzende Neubauten. Weiterlesen

Buch: „Abifeier“ von Eric Nil

Niemand weiß wer Eric Nil, der Autor des Büchleins „Abifeier“, ist. Im Klappentext heißt es, es handele sich bei dem Namen um das Pseudonym eines bekannten Romanautors. Ist das ein plumper Marketingtrick oder ist die Geschichte um die komplizierten Verwicklungen einer modernen Patchworkfamilie rund um die Abifeier der großen Tochter für den Autor zu persönlich um unter eigenem Namen darüber zu schreiben zu können? Wie auch immer. Weiterlesen

Buch: „Die Musik der Zukunft“ von Robert Barry

Robert Barry ist britischer Journalist und Autor. Sein erstes Buch „The Music of the Future“ erschien 2017 im englischen Original. Im Frühjahr 2018 erschien es unter dem Titel „Die Musik der Zukunft“ in deutscher Übersetzung in der Edition Tiamat. Es geht darin allerdings nicht, wie man als Interessierter vielleicht annehmen könnte, um zukünftige musikalische Entwicklung aus heutiger Sicht. Die Schrift ist ein historischer Rückblick auf musikalische Zukunftsentwürfe und kulturelle Utopien der Vergangenheit. Thematisiert werden herausragende Begebenheiten Westeuropas und Nordamerikas der vergangenen ca. 200 Jahre. Im absoluten Fokus stehen Betrachtungen und Entwicklungen der westlichen Kunstmusik. Weiterlesen

Buch: „König der Hobos“ von Fredy Gareis

Nach „Tel Aviv – Berlin“ (2014) und „100 Gramm Wodka“ (2015) hat sich der deutsche Reiseautor Fredy Gareis mit „König der Hobos“ (2018) ein außergewöhnliches Thema vorgenommen. Als Nicht-Amerikaner reiste er zur jährlichen Wahl der King & Queen of the Hobos in die Kleinstadt Britt, Iowa um Zugang und Anschluss zu finden an echte US-amerikanische Hobos, also der Gruppe von armen Vagabunden, Landstreichern und Wanderarbeitern, die seit mehr als hundert Jahren illegal als blinde Passagiere auf Frachtzügen kreuz und quer über den Kontinent (mit-)fahren. Weiterlesen

Simon-Philipp Vogel über „Graduation“ & „Celebration“

Seit 2013 betreibt der Würzburger Liedermacher Simon-Philipp Vogel einen eigenen Blog. Dem hat er gerade ein neues Layout verpasst, zusätzlich zu den Textbeiträgen werden in Zukunft auch regelmäßig selbstproduzierte Podcasts veröffentlicht. Zum konzeptuellen Neustart wurde u.a. eine Kurzkritik zum Doppelrelease der Würzburger Tanz- & Cocktailband Musikstudenten verfasst:

„Zwanzig Jahre haben die ‚Musikstudenten‘ nun schon auf dem Buckel und man könnte augenzwinkernd sagen, dass die Musiker nach vierzig Semstern nun endlich mal den Abschluss erreicht haben sollten. Dass die ewigen Studenten jedoch längst den Lehrlingsschuhen entwachsen sind, haben Sie nun wieder unter Beweis gestellt. Dem Bandjubiläum folgend wurde daher nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt. Ein Doppelalbum sollte es sein, das zuerst den fiktiven Abschluss vorgibt (Graduation) um dann die Feierlichkeiten einzuläuten (Celebration).
Die Männer um Frontmann Dennis Schütze spielen dabei in alter Studentenmanier wieder Klassiker, Evergreens und aktuelle Hits in der gewohnten Besetzung (Gitarre, Schlagzeug, Kontrabass und Blasinstrumente) ein. Dabei geht einem das altbekannte “What a wonderful World” genauso gut ins Ohr, wie Ed Sheerans aktueller Hit “Shape of you”. Persönlich treffen die aktuellen Hits meinen Geschmack sogar mehr, da es den allzeit Akademikern wunderbar gelingt den Radiopop der heutigen Zeit in die klassische Besetzung zu übertragen. Das wirkt geradezu neu und man entdeckt die beinahe totgespielten Lieder wieder. “Every day discovering something brand new”, wie es Ed Sheeran formulieren würde.
Ganz besonders in mein Herz gespielt haben sich dann noch “Hungry Heart” von Bruce Springsteen und “Summer in the City” von The Lovin‘ Spoonful. Die beiden Nummern gehen den Studenten so leicht von der Hand, dass es eine wahre Freude ist.“

Simon-Philipp Vogel

Noten: „Die Notenbücher der Geschwister Mozart“

In diesem editorisch aufwändig gestalteten Sammelband sind das „Notenbuch für Maria Anna (Nannerl) Mozart“ und das „Londoner Skizzenbuch“ zusammengefasst. Bei ersterem handelt es sich um eine handschriftliche Sammlung von Einzelstücken für Klavier, die der Vater und Musikpädagoge Leopold Mozart anlegte um seine Tochter Maria Anna, genannt Nannerl, als junges Kind im Klavierspiel zu unterrichten. Später wurde diese Kollektion von ca. 50 meist zweistimmigen Stückchen, darunter viele kurze Menuette, auch verwendet um den jungen Wolfgang Amadeus zu unterrichten. Die Kleinkompositionen stammen vom Vater selbst, umfassen aber auch Stücke von einigen Zeitgenossen. Zum Ende des Büchleins wurden vom Vater die ersten Kompositionsversuche des damals noch sehr jungen Mozarts notiert. Anlässlich einer großen Bildungsreise durch Europa erhielt Wolfgang Amadeus Mozart 1864 im Alter von 8 Jahren ein eigenes Notenheft, das heute unter dem Titel „Londonder Skizzenbuch“ bekannt ist. Er konnte inzwischen selbst schreiben und hielt hier seine musikalischen Ideen fest. Das Buch besteht aus ca. 40, eigenhändig notierten, zum Teil mehrsätzigen Kompositionen, die heute unter der Nummer 15 im Köchelverzeichnis katalogisiert sind. Weiterlesen

Album: „The Repercussions of Joy & Pain“ von SouL Elements

Als ich am letzten Samstagmorgen vor die Tür trat um meinen Wagen für ein eigenes Konzert am Abend zu beladen, traf ich innerhalb kürzester Zeit eine Menge netter Nachbarn aus dem Viertel und hielt nacheinander kleine Schwätzchen ab. Zuerst mit einer indisch-stämmigen Südafrikanerin, direkt danach mit der Künstlerin Ines Schwerd und als drittes mit dem afro-amerikanischen Rapper SouL. Er wohnt schon lange im selben Stadtteil wie ich und immer wenn wir uns alle paar Monate mal sehen quatschen wir miteinander, obwohl wir uns eigentlich nur vom Sehen kennen. Diesmal drückte er mir am Ende unseres erquicklichen Gesprächs sein neuestes Album in die Hand. „The Repercussions of Joy & Pain“, ein Album mit 12 eigenen Tracks erschien Anfang des Jahres als CD, Download & Stream, produziert wurde mit Andreas „Wooshman“ Meyer. Weiterlesen

Noten: „Schumann for Guitar“ von Martin Hegel (Hg.)

Robert Schumann zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Figuren der deutschen Romantik. Er wurde 1810 in Zwickau geboren und wirkte als Komponist, Musikkritiker und Dirigent. Sein kompositorisches Werk umfasst Klaviermusik, Lieder, Orchestermusik (vier Sinfonien), Kammermusik, Chormusik und eine Oper. Er bezeichnete sich selbst als Tondichter und strebte nach einer zukunftsträchtigen, poetischen Musik. Nach einem Leben, das von etlichen persönlichen Krisen geprägt war, starb er 1856 nach einem missglückten Selbstmordversuch in geistiger Umnachtung in einer Anstalt in Endenich bei Bonn. Weiterlesen

Buch: „Is This The End?“ von Georg Seeßlen

Georg Seeßlen ist freier Autor, Feuilletonist und Film- und Kulturkritiker. Seit den 1970er Jahren hat er jedes Jahr zum Teil mehrere Bücher zu Regisseuren, Filmen oder ganzen Filmgenres veröffentlicht. Lynch, Scorsese, Tarantino, von Trier, es gibt kaum ein filmerisches Sachgebiet zu dem sich Seeßlen noch nicht ausführlich geäußert hat. Dazu kommen seine Artikel für etliche deutsche Leitmedien wie Die Zeit, taz, Frankfurter Rundschau, Freitag oder Jungle World. Immer wieder schreibt Seeßlen aber auch essayartige Schriften zu kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Essaysammlung „Is this the End? Pop zwischen Befreiung und Unterdrückung“ erscheint gerade beim umtriebigen deutschen Indie-Verlag Tiamat. Weiterlesen

Noten: „2 Finger Banjo“ von Sebastian Schröder (2)

Mit seinem Buch „Banjo spielen!“ hat Sebastian Schröder im Jahr 2016 ein wohl informiertes und beeindruckend umfangreiches Debut für Selbststudium und Unterricht vorgelegt. Didaktisch aufbereitet und in angenehmen Ton werden hier  wesentliche Aspekte und stilbildende Spielweisen des Instruments verständlich und nachvollziehbar erklärt. Nach diesem allgemein Werk hat Schröder sich nun einem sehr speziellen Thema zugewandt. Es geht um den alten, fast schon archaischen Folkspielstil 2-Finger-Banjo, der neben Clawhammer und Bluegrass/Scruggs geradezu ein Nischendasein fristet und das völlig zu Unrecht, denn es handelt sich dabei um eine einfache, aber dennoch sehr effektive Spielweise. Weiterlesen