Etappe 7 „Retztal, Werntal, Arnstein Süd“: Retzbach bis Binsbach

Als ich am Donnerstagmorgen vom Obergeschoss meiner Unterkunft in die Küche runter kam, stand das Frühstück bereits auf dem Tisch. Armin hatte extra Brötchen in Zellingen geholt und Roswitha hatte Eier gekocht und den Tisch gedeckt. Zu dritt saßen wir am Tisch, aßen und unterhielten uns. Das liebenswerte Ehepaar feiert in diesem Jahr seinen 50sten Hochzeitstag, herzlichen Glückwunsch! Zusammen haben sie fünf Töchter großgezogen, was für eine Leistung. Die sind alle in Würzburg zur Schule gegangen, haben studiert und leben jetzt zum Teil weit entfernt. Sie kommen aber immer wieder zu Besuch ins Elternhaus. Wenn sie z.B. zu Weihnachten alle gleichzeitig da sind, ist dann vermutlich ganz schön was los. Aber ich glaube den beiden gefällt das. Ich wurde jedenfalls sehr gut versorgt und habe mich sehr wohl gefühlt. Sogar meine Wäsche hat Roswitha, als ich mal nicht aufgepasst habe, schnell gewaschen, getrocknet und fein säuberlich zusammengelegt. Und meine nassen Turnschuhe hat Armin am Vormittag trocken geföhnt. Danke auch dafür.
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Etappe 6 „Mainfränkische Platte“: Homburg bis Retzbach

Am frühen Morgen der sechsten Etappe wurde ich von einem Hahnenschrei geweckt. Als ich von meinem Gästezimmer nach unten kam, wünschte mir Herr Huller einen Guten Morgen, das Frühstück stand im Gastraum bereits auf dem Tisch, ah. Ich frühstückte alleine und mit gingen noch ein paar Gedanken vom gestrigen Abend durch den Kopf. Herr Huller hatte beklagt, dass immer mehr Wirtschaften schließen und damit auch eine wertvolle Wirtshauskultur zu Ende geht. Von ehemals acht Wirtshäusern sind nur noch 1-2 übrig geblieben, die noch dazu nicht immer geöffnet sind. Die Zeiten ändern sich. So gesehen hatte ich Glück: Ich wurde von Herrn Huller opulent bewirtet und bestens verköstigt, vielen Dank für die Gastfreundschaft! Nach dem Frühstück ging’s noch kurz zum Weingut von Michael Huller, sah bei Tageslicht immer noch sehr gemütlich und einladend aus. Die kleine Tochter hatte ausgeschlafen und wir machten ein Foto der jungen Familie. Ende Juli ist Weinfest in Homburg, da ist jeder Besucher willkommen.

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Noten: „Lieder im Jahreslauf“ von Anne Terzibaschitsch

„Lieder im Jahreslauf“ umfasst Kinder- und Volkslieder für leichtes bis mittelschweres Klavier. Die einzelnen Lieder sind thematisch nach besonderen jahreszyklischen Ereignissen sortiert. Es finden sich Morgenlieder, Abendlieder, Lieder zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Geburtstag, Tanz, Ostern, Pfingsten, Sankt Martin und natürlich auch einige Weihnachtslieder. Das Notenheft hat ein schönes, farbiges Cover und s/w-Zeichnungen für jedes einzelne Kapitel. Weiterlesen

Buch: „Als Musik und Kunst dem Bildungstraum(a) erlagen“ von Norbert Schläbitz

Norbert Schläbitz ist leitender Professor des Faches Musikpädagogik an der Westfälischen-Universität Münster. Seit vielen Jahren veröffentlicht er Arbeitshefte und Schulbücher für die Fächern Deutsch (EinFach Deutsch) und Musik (O-Ton). „Als Musik und Kunst dem Bildungstraum(a) erlagen“ erscheint bei V&R unipress und trägt den Untertitel „Vom Neuhumanismus als Leitkultur, von der »Wissenschaft« der Musik und von anderen Missverständnissen“. Die umfangreiche Schrift ist nichts weniger als eine fundamentale und knallharte Systemkritik. Aus dem Blickwinkel eines progressiven Geistes- und Musikwissenschaftlers stellt Schläbitz das überlieferte, deutsche Bildungsideal in Frage und zerlegt es nach allen Regeln der argumentatorischen Kunst in seine Bestandteile. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei der Humboldt’sche Bildungshumanismus, den er als wirkmächtige Ideologie ohne Realitätsbezug versteht, die zu Ignoranz, Arroganz und Ausgrenzung führt. Weiterlesen

Noten: „Jimmy! Der Gitarren-Chef“ von Rue Protzer

„Jimmy! Der Gitarren-Chef“ ist eine zweibändige E-Gitarrenschule für Kinder ab 6 Jahren. Verfasst wurde sie von dem Gitarristen und Instrumentalpädagogen Rue Protzer, der klassische Gitarre studierte und sich anschließend umfassend der Jazzgitarre zuwandte. In den zurückliegenden Jahren erschienen drei Instrumentalalben mit seiner Band Rue de Paris (Achtung Wortspiel!) und zuletzt ein Soloalbum unter eigenem Namen. „Jimmy!“ ist Protzers erste instrumentalpädagogische Veröffentlichung. Weiterlesen

Interview mit Dieter Kreidler, Teil 2

F: Seit den 1980er Jahren haben sich Spielniveau und Repertoire der klassischen Gitarre rasant entwickelt. Wie haben sie diese Entwicklung empfunden?

A.: Für mich als einer der ersten „akademisch“ agierenden Gitarrenprofessoren ist es ein Glücksgefühl, wie sich diese ganze „Gitarren Szene“ entfaltet hat. Hinsichtlich der ungebrochenen Begeisterung von Kindern bis zu Senioren für die Gitarre, der Literaturvielfalt, einer erfreulichen Hinwendung zum Ensemblespiel, der öffentlichen Wahrnehmung durch innovative Wettbewerbe, öffentlich geförderter Musikprojekte und der damit einhergehenden stilistisch universalen Anwendungsbreite der Gitarre, zählt heute die Gitarre zu den beliebtesten Instrumenten weltweit! Weiterlesen

Interview mit Dieter Kreidler, Teil 1

Dieter Kreidler ist klassischer Gitarrist und Instrumentalpädagoge. Von den 1970erJahren bis heute leistete er mit diversen Veröffentlichungen (z.B. „Gitarrenschule“, Schott) wertvolle Pionierarbeit für die deutsche Gitarrenpädagogik. 1975-2009 war Kreidler Professor für Gitarre an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal.
Das Interview fand in schriftlicher Form im April 2017 statt und wurde geführt von Dr. Dennis Schütze.

F: Herr Prof. Kreidler, was hat sie als junger Mensch zum Instrument Gitarre hingezogen? Und wie haben sie das Instrument erlernt? Gab es damals etwas wie eine etablierte Lehrmethode für klassische Gitarre?

A.: Meine musikalische Sozialisation fand im Elternhaus durch Hausmusik statt (Vater Mandoline, Bruder Gitarre und die Mutter hatte eine schöne und klare Sopranstimme).
So stand auch zunächst das Singen -als Ausdruck meiner Liebe zur Musik- im Vordergrund und ich erfreute a cappella sowohl meine Eltern als auch die Nachbarn (vor dem abendlichen Einschlafen) mit Volkliedern und Schlagern (Caterina Valente: „Ganz Paris träumt von der Liebe…“) Die nächsten Stationen waren die Mitgliedschaft im Düsseldorfer Knabenchor und der Besitz einer Blockflöte, die ich recht schnell autodidaktisch zu blasen verstand. Wegen des auch damals schon erschwinglichen Kaufpreises für eine kleine Höfner-Gitarre, beschloss der Familienrat, dass der kleine Dieter doch jetzt „richtigen“ Unterricht erhalten sollte. So ging ich mit großer Lust und regelmäßig zu einer Privatmusiklehrerin, die als ausgewiesene Musiklehrerin die Fächer Klavier (auch Harmonium), Blockflöte, Gitarre und Laute unterrichtete. Das gängige Schulwerk war die Walter Götze-Gitarrenschule (Schott-Music), die, wie ich später erfuhr, absolut marktbeherrschend war. Ich kam schnell voran und so konnte ich nach wenigen Monaten bereits erste Solostücke spielen und beherrschte für die einfache Liedbegleitung schon einige Akkorde. Weiterlesen

Noten: „Kult Rock Songs der 1970er-Jahre“ von Susi Weiss (Hg.)

Die 1970er Jahre dürfen wohl zu Recht als Entstehungsjahrzehnt der klassischen Rockmusik angesehen werden. Die Spielarten von Rhythm & Blues, Rock & Roll, britischem Blues und poppigem Beat waren längst etabliert und nach Jimi Hendrix und der Auflösung der Beatles entwickelte sich mit The Who, Led Zeppelin, Black Sabbath und AC/DC die etwas härtere musikalische Gangart, die ohne große Umwege zu Hard Rock und Heavy Metal führen sollte. Eine gute Idee also eigentlich die prägenden Songs dieser Ära in einem Notenbuch aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Die Pianistin Susi Weiss hat das für den DUX-Verlag getan. Im April 2017 erschien ihre Zusammenstellung „Kult Rock Songs der 1970er-Jahre für Klavier“. Darin enthalten sind Klaviersätze und Texte von genau 30 Songs. Notiert wurde akkurat in zwei Akkuladen mit Akkordbezeichnung in Kurzschreibweise (ohne Gitarrengriffe). Weiterlesen

Abschluss & Neubeginn (KW17/2017)

Seit mehreren Wochen arbeite ich am Jim-Croce-Tributalbum „Messin’ around with Jim Croce“. Geplant war die erste LP-Seite seines starken Debuts „Don’t mess around with Jim“ als Neu-Interpretation einzuspielen. Vorproduktion, Schlagzeug und E-Bass wurden schon in einzelnen Arbeitsphasen bis ca. Februar eingespielt. Gesang, Leadgitarre und zusätzliche Instrumente haben mich noch eine Weile beschäftigt, aber in dieser Woche konnten die Aufnahmen inkl. Backinggesang (von Mandy Stöhr) abgeschlossen werden. Die ausgewählten Einzelspuren wurden im Verlauf der Woche an Jan Hees nach Bretten zum Mix übertragen. Wir werden einige Charakteristika des Originalmixes aus den frühen 19070ern übernehmen, z.B. hartes L/R-Stereopanorama für die Lead- & Begleitgitarre, andere werden bewusst vermieden, z.B. Bandrauschen (!) und Hallräume (Plates?). Dürfte eine angenehme Mixphase werden, denn wir haben großartige Songs, durchdachte, schlanke Arrangements, sorgfältige Aufnahmen und keinen Budget- oder Zeitdruck, also insgesamt nahezu ideale Bedingungen. Weiterlesen

Noten: „Easy Concert Pieces“ von Peter Ansorge & Bruno Szordikowski

Die Reihe „Easy Concert“ erscheint für verschiedene klassische Instrumente bei Schott. Für klassische Gitarre erschienen insgesamt drei Hefte, zuletzt Band 3 (Dez 2016), alle jeweils mit Audio-CD (eingespielt von Martin Hegel). Die beiden Herausgeber haben laut eigener Aussage „wirkungsvolle Vortragsstücke“ aus „5 Jahrhunderten Gitarren- und Lautengeschichte von John Dowland bis Francis Poulenc“ zusammengestellt. Sie sollen als „Ergänzung zu Gitarrenlehrwerken und als Kompendium für Konzerte und Wettbewerbe“ dienen. Weiterlesen