Etappe 9 „Bachgrund“: Obersfeld bis Weyersfeld

Am Samstagmorgen erwachte ich frisch und erholt. Als ich nach unten kam, hatte das Ehepaar Luck den Tisch gedeckt. Brötchen aus dem Dorfladen, Honig, Marmeladen, Wurst und Käse, eigentlich alles, was das Herz begehrt. Gleich nach dem Frühstück fing ich an Fotos zu sortieren und den Blogartikel zu schreiben, denn über Nacht war für mich noch ein besonderer Termin eingeplant worden. Die gestrige Abendgesellschaft hatte von einem Obersfelder Lied erzählt, in dem lokale Raufbolde mit ihren Erlebnissen prahlen. Das wollte ich natürlich hören. Also fuhren wir gegen 11.00 vormittags zum Urheber der musikalischen Räuberpistole, dem weit über den Bachgrund bekannten Dorfmusiker Alois. Der war zwar gerade dabei sich für die Abfahrt zu einer Hochzeitseinladung fertig zu machen, aber er war gerne bereit das Akkordeon hervorzuholen und das Lied anzustimmen. Habe ich selbstverständlich gefilmt. Das Lied basiert auf einem alten, überlieferten Refrain, die Strophen wurden textlich etwas entschärft, modernisiert und erweitert.

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Etappe 8: „Arnstein Nord“: Binsbach bis Obersfeld

Als ich im am Freitagmorgen in meinem Zimmer in der Pilgerherberge erwachte, war es  ganz still im Haus. Ich machte mich frisch, zog mich an und fuhr mit dem Rad die Hauptstraße abwärts zum Haus der Familie Issing. Das Ehepaar war schon längst wach, saß am Frühstückstisch und lud mich dazu. Die beiden betreuen als Herbergseltern die Pilgerunterkunft im alten Pfarrhaus, das extra dafür umgebaut wurde. Alle paar Tage kommen dort Pilger vorbei, die meistwandern entlang des Fränkischen Marienwegs Richtung Süden, es sind ca. 100 Pilger pro Jahr. Wir machten noch schnell ein Foto, dann zog ich mich an den Rechner zurück und begann den Blogartikel zu schreiben. Das Ehepaar zog los zur Kirschenernte. Die Früchte sollen später zu selbsthergestellten Obstbrandt verarbeitet werden.

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Etappe 4 „Spessart Süd“: Bischbrunn bis Hasloch

Montagmorgen. Bürgermeisterin Agnes Engelhardt musste zu Beginn der Woche bereits um 7.00 früh am Bauhof sein um die Arbeiten für die laufende Woche zu besprechen. Auf dem Rückweg brachte sie Brötchen mit, sehr gut. Die ganze Nacht hindurch hatte es abgeregnet, aber inzwischen war es wieder trocken genug, dass wir unsere alten Plätze vom Vorabend auf der Terasse einnehmen und zusammen mit dem Schwiegervater frühstücken konnten. Danach setzte ich mich wie immer an den Rechner und verfasste den Blogartikel zum Vortag. Ziemlich genau um 12.00 war ich damit fertig, packte meine Sachen und verabschiedete mich. Vielen Dank für die interessanten Einblicke und die zuvorkommende Gastfreundschaft!

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Video: „Summer Wine“

Zehn Tage nach dem kalendarischen Sommerbeginn kommt hier nun ein passendes Musikvideo zur Jahreszeit. „Summer Wine“ von Dennis Schütze & Sandra Buchner stammt aus dem Album „Urban Chic & Country Cool“, das im Januar 2017 veröffentlicht wurde. Die Filmaufnahmen entstanden während der Videosession zum Mini-Album „Sandra Buchner sings Michael Jackson“ im Würzburger Theater am Neuner Platz. Gefilmt, editiert und geschnitten wurde das Video von Camilo Goitia. Das Musikvideo ist etwas kürzer als die Albumversion.

Das Video bildet den vorläufigen Abschluss zum „Urban Chic“-Projekt. Es werden dbzgl. keine weiteren Videos mehr folgen. Diese Woche starten bereits die Arbeiten an Videos zum aktuellen Album „Messin’ around with Jim Croce“.

Wie immer freuen wir uns über Feedback und Kommentare. Lasst uns wissen, wie es euch gefällt!

Album: „Pink Magnetic Masters“ von Nevesis

Nemesis ist die griechische Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nevesis ist eine Stoner Rock Band aus Estland. Es ist nicht klar, ob der Bandname eine Anspielung an die griechische Mythologie sein soll, aber zornig klingt die Band allemal, auf der Bühne fast schon rachsüchtig. Ich habe Nevesis zufällig in Pärnu, Estland bei einem Doppelkonzert im Kulturklub Tempel gehört. Die Band besteht aus Erki Reim (voc, guit), Bert Järvet, die zusammen auch als Songschreiber fungieren, und Kiina Vargo (guit, keys) und Ken Koemets (drums). Zusammen haben sich die vier an diesem Abend die Seele aus dem Leib gespielt und den Konzertsaal mit rauen Riffkaskaden und wütenden Gesängen torpetiert. Bereits ab dem dritten Song spielten beim Konzert Reim und Järvet mit nacktem Oberkörper, ihre schwitzigen, schneeweißen Leiber glänzten im Scheinwerferlicht. Ansagen auf estnisch, ich verstand kein Wort, aber die Show war hochenergetisch, also alles gut. Weiterlesen

Album: „Retriever“ von Vita Bergen

Als ich das neue Album „Retriever“ der schwedischen Band Vita Bergen in meinen CD-Player legte, auf Start drückte und die ersten Klänge aus den Boxen schallten, hatte ich für mehrere Sekunden den Eindruck hier hätte sich ein Familienmitglied einen kleinen Scherz mit mir erlaubt. Billige Synthieklänge und ein blecherner, programmierter Drumbeat. Ich dachte, gleich setzt Helene Fischer mit dem Gesang ein, aber nein doch, deren Produktionen klingen eigentlich viel besser, so viel Fairness muss bei aller Abneigung sein. Weiterlesen

Album: „Stonebaked“ von Smokin’ Aces

Smokin’ Aces ist eine finnische Hardrockband aus Helsinki. Ich habe sie zufällig in Pärnu, Estland als Opener eines Konzertabends gehört. Obwohl die Umstände an diesem Tag aufgrund technischer Ausfälle im Vorfeld schwierig waren und sie deswegen nur ein halbes Set spielen konnten, war ich doch ziemlich beeindruckt von ihrer Präsenz. Im März 2017 hat die Band um den charismatischen Sänger Anthony Dawoud eine EP mit drei eigenen Tracks veröffentlicht. Die musikstilistische Richtung ist vom ersten Akkord an klar: Klassischer Hardrock der 1970/80er in der musikalischen Tradition von AC/DC, Aerosmith oder Guns’n’Roses. Und gemessen daran stimmt bei den Smokin’ Aces einfach alles. Eingängige Riffs, solides Songwriting, tighter Groove, hymnische Backingvocals, starke Bühnenpräsenz, insgesamt absolut stadiontauglich, musikstilistisch nur etwa 30 Jahre zu spät, aber wenn man die Jungs mit nacktem Oberkörper auf einer abgefuckten Clubbühne vor sich spielen sieht, ist das ein vollkommen unwesentliches Detail. Weiterlesen

Video: „Hey Joe“ @ Kofferfabrik, Fürth

Nach einem musikalisch arbeitsreichen Wochenende ist uns zu allem Überfluss auch noch ein feiner Videoteilmitschnitt einer eigenen Performance zugespielt worden. Der Auftritt fand statt am 9. Nov 2016 in der Kofferfabrik in Fürth. Dargeboten wurde unserer aller Glanz- und Paradenummer „Hey Joe“ mit dem unvergleichlichen Jochen Volpert an der Telecaster. Es ist eine 13-minütige Tour de Force durch Höhen und Tiefen aller erdenklichen musikalischen Gefilde. Ein herzlicher Dank geht an Rudi Böhm für das ausdauernde Filmen und den späten, aber gerade noch rechtzeitigen Upload. Wer das Video bis zum Ende durchhält darf gerne kommentieren!

Video: „I just can’t stop loving you“ von Sandra Buchner

“I just can’t stop loving you” ist das zweite Musikvideo zum Minialbum „Sandra Buchner sings Michael Jackson“. Der Song erschien ursprünglich auf dem legendären Hitalbum „Bad“ (1987) des King of Pop und wurde auch von ihm geschrieben.

Wir haben unsere Version in schlanker Jazzcombobesetzung mit Gesang, Gitarre, Kontrabass und Fingersnaps eingespielt. Der Dreh fand statt an einem sonnigen, aber eiskalten Februarvormittag im Theater am Neunerplatz in Würzburg. Kamera: Camilo Goitia & Dennis Schütze. Die Musik für diesen Track wurde produziert von Dennis Schütze, Mix & Master von Jan Hees, Videoedit und Schnitt von Jens-Uwe Otte von Ape Demie Movie. Wir freuen uns über Feedback und Kommentare!

Songdemo: „My Granddad“

Mein Urgroßvater Ludwig Hermann Schütze ist Ende des 19. Jahrhunderts als junger Mann alleine nach New York ausgewandert, hat dort 13 Jahre als Vertreter der Photographischen Gesellschaft Berlin die ansässige Filiale geleitet und eine Familie gegründet. Mein Großvater Ralph Earnest Schütze wurde 1902 in Flatbush, Brookly, New York geboren kehrte aber noch vor Ausbruch des ersten Weltkriegs mit Eltern und Geschwistern nach Berlin zurück und wuchs dort auf.

Mein Großvater war Vater von fünf Kinder, drei mit der ersten, zwei mit der zweiten Frau. Ende 1943, als Berlin bereits mehrfach bombardiert worden war, brachte er Mütter, Kinder und andere Teile der Familie in das weit entfernte österreichische Bergdorf Gerlos in Tirol, wo sie unter einfachsten Bedingungen, aber sicher vor Krieg, Zerstörung und Vertreibung bis 1946/47 ausharrten um danach in das zerbombte Berlin zurückzukehren.

Mein Großvater war wohl ein Lebemann, der gerne erzählte, lachte und sang. Obwohl er als Zivilist nicht direkt am Krieg beteiligt war, hat ihn der Krieg trotzdem gebrochen, in der Nachkriegszeit kam er nicht mehr zurecht. Leider habe ich ihn nicht kennengelernt. Weil er aber von großer Bedeutung für seine fünf Kinder war, habe ich viel von ihm erzählt bekommen und gelesen.

Der Song „My Granddad“ handelt von diesem leichtlebigen Mann, meinem Opa, der im entscheidenden Moment Mut und Entschlossenheit bewiesen hat. Seine Maßnahmen trugen dazu bei, dass die Mitglieder der erweiterten Familie Schütze den Krieg körperlich unversehrt überstanden haben. Deswegen musste ich dieses Lied schreiben.

Ist eigentlich nicht meine Art Songdemos vorab zu veröffentlichen, in diesem Fall musste es aber sein. Wird wohl voraussichtlich als Studioversion auf dem nächsten Dennis Schütze Album (2018) erscheinen. Hier der Songtext: Weiterlesen