Foto: Videodreh mit Roland Völker (2019)

Am heutigen Freitag wurde ein neues Musikvideo von/für den Ukulelespieler Roland Völker abgedreht. Der Mastermix des Audios wurde gerade fertiggestellt. Nun folgt noch der Videoschnitt, das Video sollte bis Anfang April veröffentlichungsfertig sein. Stay tuned!
(l-r: Roland Völker, Camilo Goitia, Dennis Schütze. Foto: Selbstauslöser)

Video: „Stop selling Music!“ von Damian Keyes

Zeiten, Kultur und Vertriebswege ändern sich: „Stop selling Musik!“ ist eine provokante These des meinungsstarken, britischen Musikmanagers Damian Keyes. Er liefert eine nachvollziehbare Begründung und die deckt sich mit meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre. Am Ende erscheint die These gar nicht mehr provokant, sondern klug, zeitgemäß und vernünftig.

Album: „Echo Chamber“ von The Strange

„Echo Chamber“ ist der unerwartete Nachfolger von The Stranges Debütalbum „Nights of Forgotten Films“ (2004), einer Kollaboration der kroatischen Surf-Rock Band The Bambi Molesters mit dem US-Singer-Songwriter Chris Eckman von den Walkabouts.

Das Album bietet, wie bereits das Debut, klassisches Americana zwischen Lee Hazlewood, Ennio Morricone und Calexico. Es wurde aufwändig arrangiert und instrumentiert, viele Musiker waren an den Aufnahmen beteiligt. Neben der Rhythmusgruppe erklingen verhallte Twang-Gitarren, stimmige Bläsersätze und üppige Streicherflächen. Alles sehr fett, breit und weitläufig. Insgesamt geschmackvoll aufeinander abgestimmt, nur hat man das Gefühl alles schon einmal irgendwo gehört zu haben. Eine Neuerfindung, die dem Genre irgendetwas neues hinzufügen würde, ist das nun wahrlich nicht, könnte genauso gut bereits kurz nach dem Debut vor 15 Jahren entstanden sein oder auch irgendwann in den späten 1960ern. Selbst die Songtitel klingen wie am Reißbrett entworfen, wie eine spontane Brainstormingsession aller Beteiligten: Lonesome Rider, Killing Time, Broken Town Blues, Fast Train to Nowhere, Lights of Red Valley. Was einem halt so einfällt, wenn man die Weite der amerikanischen Plains in griffige Überschriften fassen will.

Musikalisch wurde alles inspiriert und auf höchstem technischen Niveau aufbereitet. Die kroatische Begleitband klingt amerikophiler als mancher wirkliche Amerikaner. Die klangliche Palette der 60er-Noir-Sounds haben sie in allen Nuancen durchdrungen und können sie für diese Aufnahmen mühelos zum Leben erwecken. Eckman singt dazu non-chalant und unaufgeregt, fast schon nicht-sängerisch, eher wie ein einfacher Saisonarbeiter, der die Woche über eigentlich wichtigere Arbeit zu verrichten hat.

Das straffe Album (10 Tracks, 44 Min. Laufzeit) startet mit dem stimmungsvollen und düsteren Titelsong „Lonesome Rider“ und wird im weiteren Verlauf ähnlich fortgesetzt, nach einem Komplettdurchlauf wirkt es durchgeplant, fast schon konzeptartig, also wie mehr als die Summe seiner Einzelnsongs. Das CD-Album kommt im wertigen Digipack und enthält alle Songtexte zum Mitlesen/-singen auf einzelnen Pappkärtchen, ein passendes Sammelsurium in Schwarz-, Grün- und Brauntönen.

Hier die Videos „Last Summer Song“ & „Dime a Dozen“. Eine Tour folgt wohl im Frühjahr 2019, auf der Homepage der Band sind noch keine Termine angekündigt.

The Strange: Last Summer Song

The Strange: Dime a Dozen