“Einfluss” von Konstruktionskomponenten auf den Klang einer E-Gitarre

Gastbeitrag von Sven Proppert

Vor einer halben Ewigkeit (etwa 5 Jahre) erzählte mir ein Freund (Akustiker bei einem großen Autohersteller), er habe mal in einem Vortrag über den Einfluss von Holz bei E-Gitarren gehört, dass das mal jemand im Labor gemessen habe und herauskam, dass es quasi keinen Einfluss gäbe. Viel entscheidender seien andere Dinge, wie die Spieltechnik (insbesondere der linken Hand), die Haltung der Gitarre (Brust à la George Harrison, Bauch, oder auf dem Bein/Knie (Slash, Scorpions) – um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen) und im Zweifel, wie viel Resonanzkörper der (Bier-) Bauch des/der Gitarristen/-in liefert. Hierzu vorab ein Auszug aus (2): „Hat eigentlich schon mal jemand die Bauch-Admittanz eines Heroin-Junkies mit der eines, sagen wir mal, in Ehren gealterten Blues-Blackies verglichen? Nein? Aber das Holz der 61er Strat mit dem der 64er, gell, das schon!“ (Anmerkung: Aufgrund des allgemeinen Schreibstils im Buch, fände ich jegliche Vermutung in Richtung Rassismus abwegig.) Ich fand das beeindruckend, aber irgendwie hat mich die Thematik seitdem beschäftigt, weil ich keinerlei Quellen hatte, und mir das „Bekannte“ viel zu sehr auf Hörensagen beruhte. Weiterlesen

Buch: „Beste Absichten“ von Thomas Brussig

Thomas Brussig ist ostdeutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Seinen Durchbruch erlebte er mit „Helden wie wir“ (1995), es folgten „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ (1999) und „Wie es leuchtet“ (2004). Seine Romane wurden in 30 Sprachen übersetzt, einige auch erfolgreich verfilmt. Brussig erzählt individuelle Geschichten zu Zeiten der späten DDR und wie sich Mauerfall und Wendezeit auf Lebensläufe auswirkte. Nach „Das gibt’s in keinem Russenfilm“ (2016) legt Brussig mit „Beste Absichten“ im Frühjahr 2017 einen schlanken, lebendigen Roman vor, der sich wiederum mit seinem Lieblingsthema beschäftigt.
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Über Autismus

„Und? Was willst du später mal werden?“
Fup sagt: „Ich will Autist werden.“
„Autist?“, frage ich überrascht.
„Na das, was du machst“, sagt Fup.
„Ach, du meinst Autor“, sage ich erleichtert.
„Ist ja auch ungefähr dasselbe“, schaltet sich Nadja ein.

Klaus Bittermann in: „Der kleine Fup“ (2017)

Über Popmusik der 1990er

„Kurt Cobain hatte sich umgebracht, und Guns N’Roses waren auf ihrer irrwitzigen Welttournee im Wahnsinn angekommen, während im Radio eigentlich nur noch Mist lief. Es war zum verzweifeln, denn wir waren ja schon mal weiter, musikalisch gesehen, aber irgendwann war alles nur noch Kirmes-Techno, und die Revolution wurde frühzeitig wegen mangelnder Erfolgsaussichten abgebrochen.“

Aus: „Als wir für immer jung waren“ (2017) von Matthias Kalle

Noten: „Facettes“ von Laurent Méneret

Laurent Méneret (*1963) ist französischer Gitarrist und Komponist. Unter dem Titel „Facettes“ hat er im Jahr 2016 beim deutschen Schott Verlag eine Sammlung von zehn voranschreitenden Miniaturen für klassische Gitarre veröffentlicht. Im Vorwort heißt es hochtrabend: „Dieses Werk gleicht einer Reihe von 10 Portraits, Bildern, Erinnerungen, aufschlussreichen Reisen sowie verschiedenen Facetten meines Lebens…“, von „Vielfalt der Stücke“ und „abwechslungsreichen Themen und Melodien“ ist im Weiteren noch die Rede. Weiterlesen

Album: „Cross my Palm with Silver“ von Avishai Cohen

Avishai Cohen wurde in Tel Aviv geboren und wuchs dort in einem musikalischen, familiären Umfeld auf. Seine größeren Geschwister Anat Cohen und Yuval Cohen sind etablierte Saxophonisten. Als Teenager tourte er mit dem Israeli Philharmonic Orchestra, später studierte er am Berklee College of Music in Boston, seitdem lebt er in New York.
Sein Debut nannte er „The Trumpet Player“ (2003) um nicht mit dem namensgleichen Kontrabassisten (ebenfalls aus Israel) verwechselt zu werden. Seither hat er fast jedes Jahr unter eigenem Namen und mit verschiedenen Formationen Alben veröffentlicht und international Konzerttouren absolviert. 2016 erschien „Into the Silence“ bei dem renommierten, deutschen Label ECM. Nun wurde, nur ein Jahr später, ebendort der Nachfolger „Cross my Palm with Silver“ (2017) veröffentlicht. Weiterlesen

Über den US-amerikanischen Ton

„Wenn die Weite der amerikanischen Landschaft, die Unendlichkeit der Weizenfelder, der Asphaltbänder und Überlandleitungen einen Ton hätte, nur einen, in dem in ungeheurer Verdichtung alles zusammengefasst wäre, was diese Weltgegend ausmacht: Dann wäre es ein einzeln angeschlagener Ton auf einer elektrischen Gitarre, unverzerrt, aber ausgehalten, mit langem Hall versehen und einem Tremolo, sodass er klingt, als führe der Wind hindurch und bliese den Ton fort, weiter nach Omaha in Nebraska oder nach Butte in Montana. Von einem großen Alleinsein kündet dieser Ton, und zugleich steckt eine ganze Geschichte der Moderne darin, eine Geschichte von Stahlsaiten, von Tonabnehmern, Röhrenverstärkern und vom Vergnügen, den elektrifizierten Ton mithilfe von weiteren technischen Geräten lebendig werden zu lassen – so wie die Heckflossen amerikanischer Straßenkreuzer auch zwei Momente vereinten, den Versuch, dem Automobil eine individuelle, biomorphe Form zugeben, und das Versprechen einer technisch geprägten Zukunft. (…)“

Norbert Dömling in „Bebop auf Landurlaub“ in SZ Nr. 171, Donnerstag, 27. Juli 2017

Mainpost über „Rundherum Main-Spessart“

Rund um den Landkreis in zehn Tagen
Von Markus Rill

Geschichten über Land und Leute und Kultur hatten sich die Regionalmanagerinnen Saskia Nicolai und Tatjana Reeg erhofft, als sie Dennis Schütze mit dem Fahrrad rund um den Landkreis schickten. Genau das und viel mehr lieferte der Würzburger in den vergangenen zehn Tagen. Weiterlesen

Blogprojekt: Rundherum Main-Spessart

Am Freitag, den 7. Juli startet ein besonderes, regionales Blogprojekt.

Der Landkreis Main-Spessart (Unterfranken) hatte im Mai 2017 eine Jobausschreibung für einen Fahrradblogger veröffentlicht. Die Aufgabe wäre es innerhalb von 10 Tagen den Landkreis MSP mit dem Fahrrad zu umrunden und dabei täglich in Text und Fotos auf einem extra dafür eingerichteten Blog von seinen Eindrücken und Erlebnissen zu berichten. Ich fühlte mich sofort angesprochen, schreibe ich doch mittlerweile seit vielen Jahren auf dem eigenen Blog von meinen kulturellen Erkundungstouren und Bildungsreisen (z.B. USA, Tschechien, Österreich, Baltikum etc.). Ich bewarb mich also, wurde eingeladen und bekam erfreulicherweise den Zuschlag. Weiterlesen

Simon-Philipp Vogel über „Messin‘ around with Jim Croce“

Von Simon-Philipp Vogel

Natürlich ist es Zufall, dass im Jahr 1972 nicht nur das Album “You don’t mess around with Jim” von Jim Corce erschien, sondern auch Dennis Schütze selbst das Licht der Welt erblickte. Ein Stückchen Schicksal mag man der Gegebenheit aber beimischen, jetzt da Schütze mit “Messin‘ around with Jim Croce” eine eigene Hommage an das Album aus 1972 veröffentlicht hat. Weiterlesen