Über Wasserstoff

1952 zündeten die USA im Rahmen eines militärischen Tests bei einem Atoll nahe der Marshall Inseln im Südpazifik die erste Wasserstoffbombe:

„Since nothing like this had ever been tried before, nobody knew how big a bang it would make. (…) some nuclear physicists thought the explosion might go as high as one hundred megatons – a blast so off the scale that scientists could only guess the chain of consequences. One possibility was that it might ignite all the oxygen in the atmosphere. Still, nothing ventured, nothing annihilated, as the Pentagon might have put it, and on morning of 1 November somebody lit the fuse and, as I like to picture it, ran like hell.“

Bill Bryson in „The Life and Times of the Thunderbolt Kid“ (S.177f)

Rhein-Neckar-Zeitung: Wie einer Familie das Weihnachtsfest vermiest wurde

Dieb klaute Rucksack aus Kofferraum
Von Stefan Hagen

Hockenheim/Rhein-Neckar. Autoaufbrüche sind auch im Rhein-Neckar-Kreis traurige Realität. Beinahe täglich wird irgendwo zwischen Sinsheim und Weinheim ein Fahrzeug geknackt – fast nimmt man es mit einem lapidaren Schulterzucken hin. Neben Multifunktionslenkrädern und Navigationsgeräten sind aber oft auch persönliche Gegenstände unter der Beute, die den Betroffenen viel bedeuten. Nachfolgend die Geschichte eines Diebstahls aus dem Kofferraum eines Autos, der einer ganzen Familie das vor der Tür stehende Weihnachtsfest gründlich vermiest hat. Weiterlesen

Album: „Nahnou Houm“ von Siwan

Al-Andalus ist der arabische Name für die von 711-1492 muslimisch beherrschten Teile der Iberischen Halbinsel. Im Laufe der Jahrhunderte war das Gebiet nacheinander Kalifat, „Taifa“-Königreich und Reich von nordafrikanischen Berber-Dynastien. Die Gesellschaft setzte sich aus den Religionsgruppen Christen, Muslimen und Juden zusammen. Die Muslime unterteilten sich wiederum in mehrere ethnische Gruppen wir Araber und Berner auf. Als Mozaraber wurden Christen bezeichnet, die sich kulturell teilweise der muslimischen Dominanz assimiliert hatten, etwa durch Übernahme von arabischen Gebräuchen, arabischer Kunst und arabischen Ausdrücken, dabei aber ihren christlichen Glauben mit seinen Ritualen und ihre romanischen Sprachen beibehalten hatten. Üblich waren eigene Viertel der verschiedenen Gruppen in den Städten. Diese besondere multikulturelle Kombination führte zu einer anregenden gesellschaftlichen Grundstimmung und zur Blüte von Wissenschaft, Landwirtschaft, Architektur und Kultur. Während langer Perioden, vor allem zur Zeit des Kalifats von Córdoba (929-1031), war Al-Andalus ein Zentrum der Gelehrsamkeit. Córdoba wurde ein führendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum sowohl des Mittelmeerraums als auch der islamischen Welt.
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Album: „Yes“ von Moritz Ecker

Moritz Ecker ist ein Berliner Gitarrist, Keyboarder, Sänger, Songschreiber, Musikproduzent und Langstreckenradler. Zur Zeit befindet er sich mit seiner Gitarre auf einer einjährigen Fahrradtour von Berlin über Singapur nach Australien. Man kann die ungewöhnliche Reise auf seinem Tourenblog mitverfolgen. Kurz vor seiner Abreise hat er auf dem Berliner Label Waterfall Records sein Debutalbum mit zehn selbstgeschriebenen, selbstmusizierten und selbstproduzierten Songs veröffentlicht. Weiterlesen

“Einfluss” von Konstruktionskomponenten auf den Klang einer E-Gitarre

Gastbeitrag von Sven Proppert

Vor einer halben Ewigkeit (etwa 5 Jahre) erzählte mir ein Freund (Akustiker bei einem großen Autohersteller), er habe mal in einem Vortrag über den Einfluss von Holz bei E-Gitarren gehört, dass das mal jemand im Labor gemessen habe und herauskam, dass es quasi keinen Einfluss gäbe. Viel entscheidender seien andere Dinge, wie die Spieltechnik (insbesondere der linken Hand), die Haltung der Gitarre (Brust à la George Harrison, Bauch, oder auf dem Bein/Knie (Slash, Scorpions) – um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen) und im Zweifel, wie viel Resonanzkörper der (Bier-) Bauch des/der Gitarristen/-in liefert. Hierzu vorab ein Auszug aus (2): „Hat eigentlich schon mal jemand die Bauch-Admittanz eines Heroin-Junkies mit der eines, sagen wir mal, in Ehren gealterten Blues-Blackies verglichen? Nein? Aber das Holz der 61er Strat mit dem der 64er, gell, das schon!“ (Anmerkung: Aufgrund des allgemeinen Schreibstils im Buch, fände ich jegliche Vermutung in Richtung Rassismus abwegig.) Ich fand das beeindruckend, aber irgendwie hat mich die Thematik seitdem beschäftigt, weil ich keinerlei Quellen hatte, und mir das „Bekannte“ viel zu sehr auf Hörensagen beruhte. Weiterlesen

Buch: „Beste Absichten“ von Thomas Brussig

Thomas Brussig ist ostdeutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Seinen Durchbruch erlebte er mit „Helden wie wir“ (1995), es folgten „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ (1999) und „Wie es leuchtet“ (2004). Seine Romane wurden in 30 Sprachen übersetzt, einige auch erfolgreich verfilmt. Brussig erzählt individuelle Geschichten zu Zeiten der späten DDR und wie sich Mauerfall und Wendezeit auf Lebensläufe auswirkte. Nach „Das gibt’s in keinem Russenfilm“ (2016) legt Brussig mit „Beste Absichten“ im Frühjahr 2017 einen schlanken, lebendigen Roman vor, der sich wiederum mit seinem Lieblingsthema beschäftigt.
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Über Autismus

„Und? Was willst du später mal werden?“
Fup sagt: „Ich will Autist werden.“
„Autist?“, frage ich überrascht.
„Na das, was du machst“, sagt Fup.
„Ach, du meinst Autor“, sage ich erleichtert.
„Ist ja auch ungefähr dasselbe“, schaltet sich Nadja ein.

Klaus Bittermann in: „Der kleine Fup“ (2017)

Über Popmusik der 1990er

„Kurt Cobain hatte sich umgebracht, und Guns N’Roses waren auf ihrer irrwitzigen Welttournee im Wahnsinn angekommen, während im Radio eigentlich nur noch Mist lief. Es war zum verzweifeln, denn wir waren ja schon mal weiter, musikalisch gesehen, aber irgendwann war alles nur noch Kirmes-Techno, und die Revolution wurde frühzeitig wegen mangelnder Erfolgsaussichten abgebrochen.“

Aus: „Als wir für immer jung waren“ (2017) von Matthias Kalle

Noten: „Facettes“ von Laurent Méneret

Laurent Méneret (*1963) ist französischer Gitarrist und Komponist. Unter dem Titel „Facettes“ hat er im Jahr 2016 beim deutschen Schott Verlag eine Sammlung von zehn voranschreitenden Miniaturen für klassische Gitarre veröffentlicht. Im Vorwort heißt es hochtrabend: „Dieses Werk gleicht einer Reihe von 10 Portraits, Bildern, Erinnerungen, aufschlussreichen Reisen sowie verschiedenen Facetten meines Lebens…“, von „Vielfalt der Stücke“ und „abwechslungsreichen Themen und Melodien“ ist im Weiteren noch die Rede. Weiterlesen

Album: „Cross my Palm with Silver“ von Avishai Cohen

Avishai Cohen wurde in Tel Aviv geboren und wuchs dort in einem musikalischen, familiären Umfeld auf. Seine größeren Geschwister Anat Cohen und Yuval Cohen sind etablierte Saxophonisten. Als Teenager tourte er mit dem Israeli Philharmonic Orchestra, später studierte er am Berklee College of Music in Boston, seitdem lebt er in New York.
Sein Debut nannte er „The Trumpet Player“ (2003) um nicht mit dem namensgleichen Kontrabassisten (ebenfalls aus Israel) verwechselt zu werden. Seither hat er fast jedes Jahr unter eigenem Namen und mit verschiedenen Formationen Alben veröffentlicht und international Konzerttouren absolviert. 2016 erschien „Into the Silence“ bei dem renommierten, deutschen Label ECM. Nun wurde, nur ein Jahr später, ebendort der Nachfolger „Cross my Palm with Silver“ (2017) veröffentlicht. Weiterlesen