Etappe 2 „Spessart Nord“: Fellen bis Wiesthal

Als ich am Morgen so gegen 8:00 in meinem Gästezimmer erwachte, war alles noch ganz ruhig draussen. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich von Kindergeschrei und wiehernden Pferden geweckt werde, aber nein, weit gefehlt. Ich kramte ein paar Unterlagen und die Karte zusammen und machte mich auf den Weg zu Joachim. Ihn hatte ich am Abend zuvor bei einer Feier kennengelernt und wir waren zusammen nach Hause gegangen, weil er fast genau gegenüber von meiner Unterkunft wohnt. Bei unserer Verabschiedung hatte er angeboten, dass ich am nächsten morgen vorbeischauen könne. Als ich ankam, saß er mit seiner Familie beim Frühstück und lud mich ein mitzuessen. Hab ich aber auch immer ein Glück! Nach dem Frühstück wurde der Nachbar zum Junggesellenabschied abgeholt, es kamen ein paar lustige junge Männer mit Bollerwagen und Bierflaschen um die Ecke und der zukünftige Ehemann musste sich einen albernen Helm aufsetzen und mitlosziehen, ich ging wieder zurück zur Mühle. Freundlicherweise durfte ich den hauseigenen Rechner benutzen und verbrachte den weiteren morgen mit dem Verfassen des Blogartikels.

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Etappe 1 „Sinngrund“: Obersinn bis Fellen

Die Woche vor dem Beginn der Tour „Rundherum Main-Spessart“ war ziemlich turbulent. Presskonferenz und Vorbesprechung am Montag, Zusammenstellung der technischen Ausrüstung, täglich gingen Mails hin und her um letzte Details der Tour abzuklären. Am Donnerstag war soweit alles geregelt und die Sachen gepackt, ich sah voll Vorfreude der Abfahrt entgegen. Nach ein paar letzten Erledigungen am Vormittag schwang ich mich am frühen Freitagnachmittag in meiner Heimatstadt Würzburg auf’s Rad, fuhr zum Bahnhof und stieg in den Regionalexpress Richtung Gemünden am Main. Fast hätte ich vergessen dort umzusteigen, mir war gar nicht klar gewesen, dass das nötig ist, aber in letzter Minute hatte ich eine Eingebung, der richtige Anschlusszug stand Abfahrbereit auf dem Gleis gegenüber und dann ging’s auch schon weiter. Die Zugfahrt sorgte für den richtige Einstimmung, links und rechts der Strecke wurde es immer ländlicher und bewaldeter, blauer Himmel und sattes Grün. In Obersinn stieg ich aus, alles gut, Anfang der Tour. Ich hatte mir vorgenommen ein Foto davon machen zu lassen, aber es war einfach überhaupt niemand da, den ich darum hätte bitten können. Ich stand einsam am Gleis, alleine mit mir und meiner Aufbruchsstimmung. Aber ganz undokumentiert wollte ich diesen Augenblick nicht verstreichen lassen, deswegen hier ein Selfie von Bahnhofsschild, Fahrrad und mir.

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Blogprojekt: Rundherum Main-Spessart

Am Freitag, den 7. Juli startet ein besonderes, regionales Blogprojekt.

Der Landkreis Main-Spessart (Unterfranken) hatte im Mai 2017 eine Jobausschreibung für einen Fahrradblogger veröffentlicht. Die Aufgabe wäre es innerhalb von 10 Tagen den Landkreis MSP mit dem Fahrrad zu umrunden und dabei täglich in Text und Fotos auf einem extra dafür eingerichteten Blog von seinen Eindrücken und Erlebnissen zu berichten. Ich fühlte mich sofort angesprochen, schreibe ich doch mittlerweile seit vielen Jahren auf dem eigenen Blog von meinen kulturellen Erkundungstouren und Bildungsreisen (z.B. USA, Tschechien, Österreich, Baltikum etc.). Ich bewarb mich also, wurde eingeladen und bekam erfreulicherweise den Zuschlag. Weiterlesen

Noten: „Lieder im Jahreslauf“ von Anne Terzibaschitsch

„Lieder im Jahreslauf“ umfasst Kinder- und Volkslieder für leichtes bis mittelschweres Klavier. Die einzelnen Lieder sind thematisch nach besonderen jahreszyklischen Ereignissen sortiert. Es finden sich Morgenlieder, Abendlieder, Lieder zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Geburtstag, Tanz, Ostern, Pfingsten, Sankt Martin und natürlich auch einige Weihnachtslieder. Das Notenheft hat ein schönes, farbiges Cover und s/w-Zeichnungen für jedes einzelne Kapitel. Weiterlesen

Simon-Philipp Vogel über „Messin‘ around with Jim Croce“

Von Simon-Philipp Vogel

Natürlich ist es Zufall, dass im Jahr 1972 nicht nur das Album “You don’t mess around with Jim” von Jim Corce erschien, sondern auch Dennis Schütze selbst das Licht der Welt erblickte. Ein Stückchen Schicksal mag man der Gegebenheit aber beimischen, jetzt da Schütze mit “Messin‘ around with Jim Croce” eine eigene Hommage an das Album aus 1972 veröffentlicht hat. Weiterlesen

Video: „Summer Wine“

Zehn Tage nach dem kalendarischen Sommerbeginn kommt hier nun ein passendes Musikvideo zur Jahreszeit. „Summer Wine“ von Dennis Schütze & Sandra Buchner stammt aus dem Album „Urban Chic & Country Cool“, das im Januar 2017 veröffentlicht wurde. Die Filmaufnahmen entstanden während der Videosession zum Mini-Album „Sandra Buchner sings Michael Jackson“ im Würzburger Theater am Neuner Platz. Gefilmt, editiert und geschnitten wurde das Video von Camilo Goitia. Das Musikvideo ist etwas kürzer als die Albumversion.

Das Video bildet den vorläufigen Abschluss zum „Urban Chic“-Projekt. Es werden dbzgl. keine weiteren Videos mehr folgen. Diese Woche starten bereits die Arbeiten an Videos zum aktuellen Album „Messin’ around with Jim Croce“.

Wie immer freuen wir uns über Feedback und Kommentare. Lasst uns wissen, wie es euch gefällt!

Buch: „Skandal!“ von Andreas Mäckler

Pünktlich zum 40. Bandjubiläum im Jahr 2017 erscheint mit „Skandal!“ eine umfassende und autorisierte Bandbiographie der bayerischen Spider Murphy Gang. Der Autor Andreas Mäckler hatte sich dem biographischen Umfeld bereits einige Jahren zuvor durch die Mitautorenschaft an der (Auto-)Biographie von Franz Trojan („Hauptsache laut!“, 2015), dem ehemaligen Schlagzeuger der Spiders, angenähert. Da war der Schritt zur Bandbiographie offensichtlich logisch und naheliegend. Weite Teile der Recherche waren da vermutlich bereits erledigt. Weiterlesen

Album: „Pink Magnetic Masters“ von Nevesis

Nemesis ist die griechische Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit. Nevesis ist eine Stoner Rock Band aus Estland. Es ist nicht klar, ob der Bandname eine Anspielung an die griechische Mythologie sein soll, aber zornig klingt die Band allemal, auf der Bühne fast schon rachsüchtig. Ich habe Nevesis zufällig in Pärnu, Estland bei einem Doppelkonzert im Kulturklub Tempel gehört. Die Band besteht aus Erki Reim (voc, guit), Bert Järvet, die zusammen auch als Songschreiber fungieren, und Kiina Vargo (guit, keys) und Ken Koemets (drums). Zusammen haben sich die vier an diesem Abend die Seele aus dem Leib gespielt und den Konzertsaal mit rauen Riffkaskaden und wütenden Gesängen torpetiert. Bereits ab dem dritten Song spielten beim Konzert Reim und Järvet mit nacktem Oberkörper, ihre schwitzigen, schneeweißen Leiber glänzten im Scheinwerferlicht. Ansagen auf estnisch, ich verstand kein Wort, aber die Show war hochenergetisch, also alles gut. Weiterlesen

Album: „Retriever“ von Vita Bergen

Als ich das neue Album „Retriever“ der schwedischen Band Vita Bergen in meinen CD-Player legte, auf Start drückte und die ersten Klänge aus den Boxen schallten, hatte ich für mehrere Sekunden den Eindruck hier hätte sich ein Familienmitglied einen kleinen Scherz mit mir erlaubt. Billige Synthieklänge und ein blecherner, programmierter Drumbeat. Ich dachte, gleich setzt Helene Fischer mit dem Gesang ein, aber nein doch, deren Produktionen klingen eigentlich viel besser, so viel Fairness muss bei aller Abneigung sein. Weiterlesen

Album: „Stonebaked“ von Smokin’ Aces

Smokin’ Aces ist eine finnische Hardrockband aus Helsinki. Ich habe sie zufällig in Pärnu, Estland als Opener eines Konzertabends gehört. Obwohl die Umstände an diesem Tag aufgrund technischer Ausfälle im Vorfeld schwierig waren und sie deswegen nur ein halbes Set spielen konnten, war ich doch ziemlich beeindruckt von ihrer Präsenz. Im März 2017 hat die Band um den charismatischen Sänger Anthony Dawoud eine EP mit drei eigenen Tracks veröffentlicht. Die musikstilistische Richtung ist vom ersten Akkord an klar: Klassischer Hardrock der 1970/80er in der musikalischen Tradition von AC/DC, Aerosmith oder Guns’n’Roses. Und gemessen daran stimmt bei den Smokin’ Aces einfach alles. Eingängige Riffs, solides Songwriting, tighter Groove, hymnische Backingvocals, starke Bühnenpräsenz, insgesamt absolut stadiontauglich, musikstilistisch nur etwa 30 Jahre zu spät, aber wenn man die Jungs mit nacktem Oberkörper auf einer abgefuckten Clubbühne vor sich spielen sieht, ist das ein vollkommen unwesentliches Detail. Weiterlesen