Musikproduktion: „Nights in White Satin“ von Sandra Buchner

In den letzten Monaten habe ich für die Würzburger Sängerin Sandra Buchner drei Einzeltracks produziert. Wir hatten bereits im Sommer mit der Auswahl passender Songs begonnen, im Herbst fiel dann die Entscheidung, danach haben wir losgelegt und im Verlauf der Produktion verschiedene Ansätze, Ideen und Sounds ausprobiert, auch für die Mixe haben wir uns viel Zeit genommen. Inzwischen ist alles fertig und abgeschlossen.

Sandra Buchner hat gerade einen ersten Track auf Soundcloud gestellt und in ihrem eigenen Blog präsentiert. Es handelt sich dabei um eine Neuinterpretation des alten Schmachtfetzens „Nights in White Satin“. Wir haben den Streicherkitsch entfernt, das Metrum verändert (von 6/8 nach 4/4) und eine loungige Elektroversion geschraubt. Mit dabei Fritz Wenzel an der Querflöte, vielen Dank!

Jetzt freuen wir uns auf interessierte Hörer. Kommentare und Feedback sind wie immer willkommen.

23 Gedanken zu “Musikproduktion: „Nights in White Satin“ von Sandra Buchner

  1. Ja, eine ausgefeilte „gereifte“ stimme. Gut anzuhören!
    Ich war zunächst etwas irritiert durch den ersten elektropart. Welchen sound hast du da verwendet?
    Zweitens dachte ich mir, dass das jeweils letzte“ i love You“ empathischer und kraftvoller hätte sein sollen als die gleiche phrase zuvor.
    Eine cleane, saubere und sympathische Produktion.

    • Gerhard: Sorry, will hier nicht alles offenlegen. Die Sounds stammen aus dem Fundus des Sequenzerprgramm Logic und setzten sich zusammen aus Presets, plugins klassischer Synthies, dazu kamen noch die Leadstimme, Chorstimmen von Sandra und die echte Querflöte von Fritz Wenzel. Die Kunst liegt darin die zum Teil etwas sterilen Soundlayers stimmig zu schichten und sukzessiv immer wieder neue Sounds und Soundkombinationen zu bieten ohne dabei willkürlich zu werden. Stimme und Instrumentallinie inkl. Solo waren dabei, aus meiner Sicht, essentielle Bestandteile, ohne die wirkt die Produktion doch etwas komponiert (im Sinne von handwerklich zusammengestellt).

      Weiß gerade nicht, ob ich mich über deine Charakterisierung clean und sauber am Ende deines Kommentars freuen soll. An sich wohl nett gemeint, wäre es mir lieber gewesen, wenn der Track etwas charakteristischer rübergekommen wäre. Aber daran kann ich beim nächsten Mal ja arbeiten.

      • Ja, clean klingt nicht gut.
        Ich meinte damit nur, daß ich PERSÖNLICH das jeweils letzte „I love you“ empathischer gesetzt oder gewünscht hätte, mehr nicht.
        Nichtsdestotrotz ist es eine handwerklich saubere Produktion. Ich weiß, auch das klingt vielleicht nicht „besonders“, aber so war mein Eindruck, der eines blossen Konsumenten!! Und den habe ich einfach so ungefiltert rübergegeben.
        Wieder zurück zum ersten elektronischen Einschub. Den muß ich mir nochmal anhören. Was mir manchmal noch fehlt, ist schlicht das Vokabular, um adäquat im Musikalischen mitdiskutieren zu können. Da habe ich Nachholbedarf.
        Danke für Deine Antwort!!

        • @Gerhard: Bin froh, dass du so offen deine Meinung als ‚einfacher Konsument‘ bekundest. Ist mir wichtiger als das Urteil angeblicher Experten. Die will ich sowieso nicht beeindrucken (kann man das überhaupt?).

          • Experten kann man in der Tat kaum beeindrucken. Ich als ehemaliger Bundesligaspieler im Schach weiß das aus erster Hand. Selten, daß ein „Kollege“ Deine Leistungen unumwunden lobt. Er ist ja immer auch ein Konkurrent, zumindest im ästhetischen Denken.

  2. Sandra Buchner hat eine sehr besondere Stimme und… sie kann damit auch noch sehr gut umgehen. Die Querflöte passt perfekt zu Stimme – Sehr schöne Version des Songs. Sehr chillig.

    • @Christof: Danke für den Kommentar und herzlich willkommen auf diesem Blog.

      Wir haben absichtlich versucht mal über unsere musikstilistischen Grenzen zu gehen und in einem fremden Revier zu wildern. Wenn man mal die Bedenken und Selbstzweifel zur Seite legt und einfach intuitiv loslegt, kann das sehr befreiend sein und wenn man es ernsthaft betreibt, kommt auch was besonderes dabei heraus.

      Hatte irgendwo gehört, dass der Produzent der Neuinterpretation „Ain’t Nobody“ relativ jung ist und den späteren Hit mit einer Sängerin produziert hat, die er zufällig bei Youtube kennengelernt hatte. Es handelt sich dabei um den deutschen DJ Felix Jaehn und die britische Sängerin Jasmin Thompson. Ich dachte mir, awcome-on, so schwer kann das nicht sein, das kriegst du auch hin, wenn du bisschen rumprobierst und voila: „Nights“ ist das Ergebnis dieses gemeinsamen Feldversuchs.

  3. Wow, ich bin schwer beeindruckt. Hätte nicht gedacht, dass es möglich ist, so viel Schmalz vom Original zu entfernen und ihm trotzdem noch gerecht zu werden. Sicherlich die interessanteste mir bekannte Interpretation, vor allem aufgrund des Genrewechsels. Kombiniert mit der über alle Zweifel erhabenen Stimme ein Leckerbissen.

    • @Sven: Vielen Dank für das freundliche Feedback und herzlich willkommen auf diesem Blog. EIn Genrewechsel war fast obligatorisch, erst nachdem diese Entscheidung gefallen war, ist mir aufgefallen, dass der Song im 6/8 steht, da gibt’s natürlich so gut wie gar keine Beats. Der Transfer nach 4/4 war daher erforderlich, spielte dem Genrewechsel aber natürlich in die Karten. Das gab der Neu-Interpretation schon von vornherein ein grundsätzlich anderes Feel und daran konnten wir dann natürlich auch in den Bereichen Beats, Sounds, Colours, Layers gut anschließen. Freut mich, dass es gefällt, es stehen ja auch noch weitere Release an. Auf dem kommenden Kompilationalbum „So klingt Würzburg 2016!“ wird eine ziemliche Bandbreite präsentiert, alles entstanden und fast alles aufgenommen in meinem Wohnzimmer (okay zum Teil auch in der Küche). Freue mich jetzt schon auf das Releasekonzert mit hoffentlich allen Beteiligten.

      • Mensch, so viele Dinge, die man als Profi beachten muss, die einem Noob wie mir im Traum nicht eingefallen wären ;-)
        Ich freue mich schon auf die Platte. Was es bisher hier als Appetizer zu hören gab, weiß durchweg zu überzeugen und lässt ein sehr abwechslungsreiches Album erahnen!

      • …bin gespannt auf die ersten geleakten videos des producers in rubin- oder lanoishafter art im schlafanzug zwischen küche und wohnzimmer dahinschwebend (wobei mir da beim schreiben ein pizzaschneidender weinverkoster das bild im kopf durchquert…hmmm?!) quote: alles nur ein TRAUM

        • @Bernhard: Haha, sehr gut, selten so gelacht!

          Bin die Tage durch unsere Heimatstadt getigert und habe mehrere Fotoserien für’s Cover geknipst, sollte was gutes dabei sein. Bart könnte ich mir bis zum Release auch noch wachsen lassen.

    • @Bernhard: Mein Treffen mit den Zündfunklern war Ende Januar in der Bruchbude „Zum schönen Rene“. Sehr ernüchternde Erfahrung, hat genau überhaupt gar nichts gebracht, außer, dass ich mir komplett deplatziert vorkam. Und der 60er ist auch schon ein paar Jahre zu alt für seinen Job, kommt wohl aus der Jugend/Hipsterfalle nicht heraus.

      • Tja du bist eben noch zu jung, um mit den alten das mitleid teilen zu können und vertritts eher die working class musik, die lieber in versnobten locations spielt als in kuhlen schuppen;

          • @Dennis ..also war natürlich als lob für deine solide arbeit gemeint; aber gerade das hättest du ja mal perfekt gepasst, ein musiker, der auch als quasi producer anderen eine bühne bietet;
            insofern als der jungseinwollende alte herr, der 60 eben sich zu belieben gibt – glaube auch ich als ebenfalls gleichalter herr – sitzt er in der popmaschine fest (erinnert mich jetzt ein wenig an den herrn stuckrad bloß ohne drogen, aber wer weiss?); und du weisst ja selbst am besten wie das ist mit und vor allem von der musik zu leben und nicht als studi was hippes zu machen und nicht auf das geld angewiesen zu sein. dabei sein gesicht zu wahren usw. du weisst ja selbst wen der zuendfunk so protegiert, sind eben meist dann doch nur entweder die newcomer oder die ganz erfolgreichen vgl. miles, caro etc da passt das „alte blues/country/standardgeschrabbel“ dann nicht rein….mode hat eben falsche und richtige zeitpunkte und wahrscheinlich bist du einfach zu weit vorn als dass dies kapiern….
            in diesem sinne keep on doin!

    • @Sandra: Danke für’s Angebot, habe schon ein paar gute Sachen im Kasten, muss jetzt auswählen, nachbearbeiten und Text gestalten.

      Wusste gar nicht, dass du auch Bilder von Wü im Portfolio hast oder hättest du die erst gemacht?

      • Och, ich hab da immer was in petto. Hätte aber auch noch Neue gemacht. Macht mir halt Spaß, aber das weißt du ja :-)! Also, wie gesagt, wenn du was brauchst…sach ma Bescheid:-)

  4. @Bernhard: Danke für deine Ausführungen bzgl. Zündfunk (s.o.), sehe ich auch so, besser hätte ich es kaum sagen können, danke dafür. Ist ja immer auch besser, wenn das Außenstehende und nicht die Betroffenen selbst kommunizieren.

    Habe tatsächlich das Gefühl, dass man als „Profi“ eigentlich schon raus ist. Stösst dann natürlich sauer auf, dass irgendwelche Studi-Bands, die sich nach dem Examen voraussichtlich wieder auflösen, da ohne Ende gefeatured werden und wirklich alles andere – zumindest bei den Städtebesuchen unter den Tisch fällt.

    Ich wurde aufgrund meiner Star Wars-Tracks eingeladen, nur war Ende Januar die ganze Geschichte komplett durch und ich wusste gar nicht was ich dazu noch sagen sollte, was nicht komplett langweilig und gestrig sein würde (Filmstart war 17.12.15). Habe dann noch drum gebeten, dass wir deswegen vielleicht über ein anderes meiner Projekte reden. Achim 60 hat mich dann, als wir live auf Sendung waren, mit einer einer Frage zu meiner Dissertation überrascht, worum es da genau ginge usw. und das sollte ich dann so in ca. 30 Sec beantworten. Er hat’s vermutlich gut gemeint, aber den schriftlichen Teil habe ich 2011 auf knapp 400 Seiten eingereicht, kann das heute ohne Vorbereitung spontan natürlich nicht mehr auf den Punkt und medientauglich (am besten wohl noch im Jugendsprech) formulieren. Habe mich deswegen komplett unter Wert verkauft, es war ein furchtbares Elend, habe den Mitschnitt auch gleich gelöscht, das will ich mir nicht nochmal anhören müssen.

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