Rhein-Neckar-Zeitung: Wie einer Familie das Weihnachtsfest vermiest wurde

Dieb klaute Rucksack aus Kofferraum
Von Stefan Hagen

Hockenheim/Rhein-Neckar. Autoaufbrüche sind auch im Rhein-Neckar-Kreis traurige Realität. Beinahe täglich wird irgendwo zwischen Sinsheim und Weinheim ein Fahrzeug geknackt – fast nimmt man es mit einem lapidaren Schulterzucken hin. Neben Multifunktionslenkrädern und Navigationsgeräten sind aber oft auch persönliche Gegenstände unter der Beute, die den Betroffenen viel bedeuten. Nachfolgend die Geschichte eines Diebstahls aus dem Kofferraum eines Autos, der einer ganzen Familie das vor der Tür stehende Weihnachtsfest gründlich vermiest hat.

Dennis Schütze, seine Frau Andrea Kneis und ihre vier Kinder werden diesen Ausflug von Würzburg nach Hockenheim wohl niemals vergessen. Die Einladung zur Familienfeier wurde gerne angenommen, besonders Andrea Kneis freut sich – sie stammt aus Reilingen.
Zwar gibt es bereits beim Start Schwierigkeiten – das eigene Auto ist in der Werkstatt, Dennis Schütze muss sich ein Fahrzeug bei Freunden leihen – aber ansonsten ist die Stimmung prächtig. Das setzt sich vor Ort nahtlos fort. Als Schütze den Landgasthof bei Hockenheim erreicht, wird er bereits von seiner Frau, den Kindern – sie sind mit dem Zug vorausgefahren – und weiteren Verwandten erwartet. Es folgen Küsschen, Umarmungen, es wird gelacht und gescherzt. Man hat sich viel zu erzählen und genießt gemeinsam das leckere Essen.

Dann steht ein besonderes Schmankerl auf dem Programm. Schütze – er ist promovierter Musikforscher – hat eine musikalische Einlage vorbereitet. „Besonders die Kinder haben kräftig geübt“, erzählt er der RNZ. Gleich soll es losgehen, der Würzburger will nur noch schnell die Instrumente aus dem Auto holen.

Schütze öffnet den Kofferraum, dann der Schock: Der Rucksack seiner Frau ist verschwunden. „Mist, ich habe vergessen, die Heckklappe abzuschließen“, denkt Schütze noch, dann wird schnell klar, dass hier ein Dieb zugeschlagen hat. Und der Verlust wiegt schwer. „Im Rucksack waren unter anderem eine teure Barockflöte, das Handy meiner Frau und ihr Geldbeutel mit Personalausweis, Bankkarten und Bargeld“, zählt Schütze auf.

Besonders schmerzhaft sei, dass sich im Geldbeutel auch das Weihnachtsgeld für die Familie – 300 Euro – von der Oma befunden habe. „Sie hatte es uns unmittelbar vor der Abfahrt gegeben“, ärgert sich der Instrumentalpädagoge. Die fröhliche Familienfeier sei nun natürlich belastet gewesen.

Man habe das Personal befragt, das Umfeld des Gasthauses abgelaufen, die Polizei angerufen und die Karten telefonisch sperren lassen. „Meine Frau war am Boden zerstört, tief getroffen und musste immer wieder weinen“, berichtet Schütze. Auch die Kinder seien verwirrt gewesen. „Die musikalische Einlage ist jedenfalls ersatzlos entfallen“, macht Schütze klar, dass auch die Familienfeier irgendwie gelaufen war.

Es sei das erste Mal gewesen, dass er und sein familiäres Umfeld so schamlos bestohlen worden seien. Natürlich ärgert er sich, dass er den Kofferraum nicht abgeschlossen hat. „Ich dachte wohl, dass alles zu ist. Außerdem wollte ich schnell zu den Verwandten, die gewartet haben“, sucht er nach einer Erklärung. Außerdem habe er nicht im Traum daran gedacht, „dass uns auf diesem Parkplatz, auf einem freien Feld, bei einem renommierten Landgasthof jemand ans Auto geht“.

Ein Gedanke zu “Rhein-Neckar-Zeitung: Wie einer Familie das Weihnachtsfest vermiest wurde

  1. Der Rucksack war ein rot/oranger Wanderrucksack (Quechua). Drin waren Pullover, Schall, Mütze, eine wertvolle, dunkelbraune Barocksopranblockflöte von Mollenhauer (ca. 280 Euro), ein iPhone 5s in türkisem Lederetui und ein Geldbeutel mit Personalausweis, Bankkarten und Bargeld. Stattgefunden hat der Diebstahl am frühen Nachmittag des dritten Adventssonntag auf dem Parkplatz des Landgasthofs „Johanneshof“.

    Für sachdienliche Hinweise wären wir dankbar.

    Mehr dazu:
    http://www.dennisschuetze.de/blog/2017/12/19/beklaut-fest-der-diebe/

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