EU-Urheberrechtsreform

Ich bin Urheber in Ton, Text und Bild, Musiker, Autor, Publizist, Musik- & Videoproduzent, aber auch Konsument und eifriger Nutzer neuer Medien. Die (All-)Macht von Internetgiganten wie Facebook, Google usw. sehe ich kritisch. Soweit möglich versuche ich deren Dienste nicht zu nutzen.

Heute finden in Deutschland wieder einmal Proteste gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform statt und das verstehe ich nicht. Warum sollten wir ausgerechnet profitorientierten US-amerikanischen Großkonzernen Sonderrechte auf Kosten von Urhebern einräumen. Kann mir (als Urheber) das mal einer erklären? Und warum kommen in der Diskussion fast keine Urheber, also die eigentlich betroffenen, zu Wort?

Meines Wissens steht es jedem Urheber frei sein geistiges Eigentum zu verschenken. Manche wollen die Nutzungsrechte aber auch verkaufen. Bei einer Nutzung muss also nachgefragt werden, um das zu vereinfachen gibt es verschiedene Verwertungsgesellschaften, eigentlich also alles geregelt, wenn sich alle an Recht und Gesetzt halten, nur tun das die Konzerne leider nicht, sondern spielen ihre Macht aus. Daher halte ich die EU-Urheberrechtsreform für angebracht und überfällig.

12 Gedanken zu “EU-Urheberrechtsreform

  1. Da kenne ich mich zu wenig aus, ich vermute aber es geht wie immer ums Geld! Nebenbei wahrscheinlich auch ums sammeln der Daten des Konsumverhaltens einzelner. Dann wahrscheinlich die Verknüpfung gesammelter Daten mit direktplatzierter Werbung usw…. Das Interesse am geistigen Eigentum anderer ist da wahrscheinlich eher nebensächlich. Es geht wie immer um Geschäfte. Aber wie gesagt, ich stelle nur Vermutungen an.

    • Na, ich kann es zumindest versuchen….

      Grundsätzlich ist ein Großteil (nicht alle!) der Demonstranten gar nicht gegen den Urheberrechtsschutz. Viele sind selber Content Creator, z.B. auf Youtube.
      Das Hauptproblem das die Menschen mit Artikel 13 (bzw 17) haben, ist, dass er theoretisch dabei helfen soll, das Urheberrecht von Künstlern zu schützen. Praktisch setzt das neue Gesetz aber vorraus, dass die Plattformen, die für den Content überhaupt nicht verantwortlich sind, diesen auf Urheberrechtsverletzungen überprüfen. In der Praxis bedeutet das, das jede Plattform, egal ob das große Youtube oder kleine Homepagebetreiber (Internetforen etc.) jeden Beitrag auf Urheberrechtsverletzungen im gesamten Internet überprüfen müssen. Tun Sie dies nicht, kann der verletzte Urherberrechtsinhaber an den Betreiber gehen. Die Haftung wird auf die Plattformen übertragen.
      Das mag für Unternehmen wie Youtube angebracht sein, da hier auch die höchste Quote an Verstößen stattfindet und Youtube „wahrscheinlich“ auch in der Lage ist, das Problem zu bekämpfen. Schwierig wird es für kleine Websiten, die den selben Standard gerecht werden müssen und es schlicht nicht ableisten können.
      Dabei muss man klar sagen, dass ein Urheberrechtsverstoß nicht nur durch das Hochladen von z.B. lizensierter Musik stattfindet. Grundsätzlich findet ein Verstoß schon dann statt, wenn irgendein urheberrechtlich geschützes Werk veröffentlicht wird, oder ausversehen zu sehen oder zu hören ist. Postet beispielsweise ein Nutzer auf Youtube einen Do-It-Yourself Video und im Hintergrund ist ein aktueller Radiosender zu hören, könnte das Urheberrecht des Künstlers, der gerade im Radio zu hören ist, verletzt sein.
      Außerdem muss der Betreiber der Website die Verletzung als solche erkennen. Das ist nicht immer gegeben. Postet zum Beispiel ein Nutzer eines Hobby-Autoren-Forum einen Text, den er irgendwo abgeschrieben hat, muss der Betreiber erkennen, das dieser Text bereits veröffentlich wurde. Das mag bei großer Literatur (Goethe etc.) vielleicht ein Kinderspiel sein. Sobald wir in der Nischenliteratur sind, ist das merklich schwieriger.

      Die logische Schlussverfolgerung daraus ist, dass es sog. Uploadfilter geben muss. Diese Filter sehen die meisten Nutzer nicht als Schutz für den Urheber, sondern aus den besagten Gründen als Zensur der Allgemeinheit. Plattformen müssen, zur eigenen Rechtssicherheit, Filter verwenden die jedes kleine Detail scannen um eine 99% Sicherheit zu erzeugen. Dies bedeutet aber auch, dass Content, wie zum Beispiel Satirische Beiträge von der Zensur leicht erfasst werden können, weil zum Beispiel eine kurze Melodie aus einem bekannten Song verwendet wird – was je nach Länge durchaus kein Urheberrechtsverstoß wäre.
      Die Liste lässt sich hier mit weiteren Beispielen schmücken. Das Fazit ist: Bei den Protesten geht es in ersten Linie nicht darum, gegen die Sicherheit der Urheber vorzugehen. Es geht darum klar zu machen, dass eine bessere Lösung her muss, die der aktuellen Zeit gerechter wird. Man könnte auch sagen, dass es in gewisser Weise ein Generationen Kampf ist. Die junge Generation nimmt Internet Content anders war, als es die Generation der „alten“ Künstler tut. Da die Gesetzgeber und Initiatoren aber nur aus der Garde der alten Künstler besteht, fühlen die jungen sich übergangen und nicht gehört.

      Ich persönlich bin bei dem Thema hin und her gerissen. Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass Urheber besser geschützt werden. Mir kommt es aber auch so vor, als wäre der aktuelle Gesetzesentwurf mit zu heißer Nadel gestrickt und sehr einseitig. Ich denke dass Artikel 13 das Internet, so wie wir es kennen, zu nachhaltig beeinflussen würde, als dass ich es für gutheißen würde. Die Geister, die durch das Gesetz gerufen werden würden, würden viel guten Content (ggf. sogar deinen Blog!) zur Aufgabe zwingen, weil die Betreiber das Risiko nicht mehr eingehen können.
      Was ich natürlich auch sehe, ist, das ein Ablehnen der Reform, den Kampf der Urheber wieder auf 0 setzen würde, und sich über Jahre wieder nichts ändern würde. Ich kann daher weder sagen, dass ich konsequent dafür oder dagegen bin. Was ich sagen kann, ist, dass es kompliziert ist….

      Ich hoffe ich konnte es dir erklären :-)

  2. @Simon: Danke für deine wortreiche Ausführung. Ich erkenne, dass auch du der Panikmache aufgesessen bist. Kein Mensch kriegt Probleme, wenn im Hintergrund eines Videos mal kurz Musik zu hören ist. Ich muss mir auch keine Sorgen um meinen Blog machen, denn ich poste ja nicht unrechtmäßig fremde Inhalte, ganz im Gegenteil ich erzeuge eigenen Content.

    Die großen Plattformen machen sich der Hehlerei schuldig, wenn sie unrechtmäßig anderer Leute geistiges Eigentum ohne Einwilligung kommerziell nutzen. Wenn man das zulässt, ist das ganz einfach eine Enteignung und wir wären wieder da, wo wir vor Festsetzung des Urheberrechts (ca. 1886) waren. Kreative wären die Dummen, an deren Ideen sich Großkonzerne kostenlos bedienen.

    Wie das technisch gelöst wird ist zum Glück nicht das Problem der Urheber, sondern das der Verwerter und die werden da sicher eine Lösung finden, sind ja auch sonst nicht auf den Kopf gefallen. Ist aber natürlich lukrativer so weiter zu machen wie bisher, schon klar.

    Und die Nutzer, insbesondere Jugendliche, wollen natürlich auch lieber alles umsonst bekommen als dafür zu bezahlen, auch klar. Geht halt nicht, sonst können wir das Prinzip Besitz / Eigentum abschaffen. Dann sollten wir aber auch die Milliarden der Großkonzerne auf alle verteilen. Wäre interessant, wer dann noch bei Google und Facebook arbeiten will, wenn es dafür kein Gehalt mehr gibt. Die Großkonzerne und ihre Mitarbeiter sehen das mit Einkommen und Eigentum nämlich auf sich bezogen etwas anders, zahlen z.B. auch sehr ungern oder gar keine Steuern.

  3. Eilmeldung: Das EU-Parlament hat der Urheberrechtsreform soeben mehrheitlich zugestimmt. Mal sehen, ob jetzt tatsächlich das Internet abgeschaltet wird und die Welt unter geht.

  4. @ Dennis
    Da lese ich jetzt schon ein bisschen Polemik raus, die ich nicht ganz angemessen finde. Es ist ja nicht so, dass ich mich ausschließlich gegen den Artikel 13 ausgesprochen habe. Ich hab den Diskurs in den letzten Monaten sehr aufmerksam und aus beiden Perspektiven verfolgt. Mit Erligen der Panikmache hat das recht wenig zu tun.
    Viel mehr habe ich das Gefühl, dass du – verständlicher Weise – die Thematik nur aus deinem Blickwinkel einseitig betrachtest und bewertest. Anders ist nicht zu erklären, warum du das Beispiel der Hintergrundmusik einfach abtust. Dieser Content wird zukünftig zensiert werden, weil er eben in diesen Graubereich fällt und die Filter werden hier zuschlagen. Fakt ist auch, dass in diesem Zusammenhang viele unbedenkliche Beiträge zukünftig einer Zensur unterliegen werden und das durch den Artikel 13 Content eingeschränkt wird.

    Und dass dir nicht klar ist, dass dies auch deinen Blog betreffen kann, ist fast schon tragisch, weil der Artikel 13 hier eindeutig ist. Er betrifft jeden Plattformbetreiber. Dadurch, dass du eine Kommentarfunktion hast, bist du, ebenso wie Youtube oder jedes Internetforum verantwortlich für den Content der gepostet wird. Die Gefahr ist zugegeben sehr gering, dennoch besteht die Möglichkeit, dass du Urheberrechtsverletzungen zu verantworten haben kannst.

    Ich denke im übrigen nicht, dass die Welt untergeht. Ich gehe lediglich davon aus, dass das Internet, so wie wir es kennen/kannten, sich signifikant verändern wird. Ob dies zum Guten oder Schlechten, vermag auch ich nicht zu bewerten.

    Meine Prognose: Die großen Plattformer werden stärker zensieren, die tatsächlichen Urheber werden keinen Cent mehr verdienen und die kleinen Content Plattformen werden große Schwierigkeiten haben Artikel 13 abzubilden und dementsprechend schließen.

    Ein sehr plastisches Beispiel hier vom Medienanwalt Herr Solmecke, der selbst kleiner Plattformbetreiber ist und die Sachlage erklärt: https://youtu.be/3xCfwbJYWuM

    Mein Horrorszenario: Eine Abmahnwirtschaft wird entstehen, die bewusst auf Plattformen Urheberrechtsverletzungen (zum Beispiel in Kommentarfunktionen auf Blogs oder in Foren) begeht und die Plattformer verklagt. Wäre nicht das erste Mal, dass das Interneht solche Blüten treibt (DSGVO, Impressum etc.)

    Wir werden uns daran gewöhnen – sicher. Aber ich denke es hätte bessere Lösungen gegeben, bei denen es mit Sicherheit nicht nur darum gegangen wäre, dass die „ganzen jungen Leute“ einfachen kostenlosen Content bekommen.

  5. Und hier noch als Ergänzung. Habe es vorhin nicht gefunden.

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ullrich Kelber ist selbst Kritiker der Reform gewesen, da das gefordert nur durch Filter umsetzbar ist. Er ist da sehr eindeutig, weiß sehr gut über die Materie Bescheid und ist kein „junger Mensch der nur kostenlosen Content“ will.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Copyright-Reform-Artikel-13-ohne-Upload-Filter-Datenschutzbeauftragter-will-Erklaerung-4320915.html

  6. @Simon: Ich verstehe die Logik nicht. Kann ja sein, dass sich ein paar Dinge ändern, weil es eben bis jetzt zum Teil nicht legal war.

    Was willst du anderenfalls den Urhebern sagen, die um den gerechten Lohn ihrer Arbeit betrogen werden? Ihr habt leider Pech gehabt? Jetzt verdient halt Google oder Facebook viel Geld mit euren Ideen? Da kann der Staat und seine Gesetzgebung nicht eingreifen, weil sonst vielleicht versehentlich was durch Filter gelöscht wird?

    Ich habe als Moderator doch auch dafür zu sorgen, dass auf meinem Blog nichts Ungesetzliches passiert und falls doch, werde ich berechtigterweise zur Rechenschaft gezogen.

    DSGVO hat übrigens auch keine schrecklichen Konsequenzen nach sich gezogen, sondern die digitale Selbstbestimmung der Bürger gestärkt.

  7. @Dennis:
    Die Urheber und Künstler fühlen sich zwar von den Protesten angesprochen, sind aber überhaupt nicht das Ziel!
    Du hast es selbst in einem Post auf dem Blog beschrieben, wie sich dein Mediennutzungsverhalten verändert hat. Das jetzige Gesetz ist ein zahnloser Tiger für die „alten medien“ und zensiert im großen Maße die „neuen Medien“. Es ist für alle Urheber sozusagen eine Lose/Lose Situation.
    Ansprechpartner sind die Gesetzgeber, die die Verantwortung in vollem Umfang an die Privatwirtschaft (alle, nicht nur Youtube, Instagram etc.) weitergibt, und in diesem Zuge dafür Sorge trägt, dass in einigen Jahren die Gerichte langwierige und oft sinnlose Prozesse führen müssen. Dass die Urheber dadurch einen größeren Schutz haben und in diesem Zuge mehr Ertrag an Ihrem Produkt, ist stark zu bezweifeln. Oder woher soll dein Mehrertrag kommen, wenn Youtube stärker zensiert wird?

    Was außerdem sauer aufstößt ist die suggerierte Alternativlosigkeit zu dem Gesetz. Natürlich gab es Alternativen. Aber diese hätten den Gesetzgeber selbst in die Pflicht genommen. Warum hat man sich von einer europaweiten Linzenzverwertung verschlossen?
    Die Wahrheit ist, dass das Gesetz nicht die Urheber schützt, sondern das Internet zensiert. Ziel hätte es sein müssen, dass die Urheber sicher mehr an ihrem Produkt verdienen, nicht dass die Plattformer mehr Arbeit damit haben, Verletzungen zu vermeiden. Das Gesetz ist schlecht, nicht die Urheber.

    Ein Satz noch zur DSGVO: Die DSGVO hat schreckliche Konsequenzen gehabt, die du überall spürst, sei es beim Arzt, im Friseurstudio, beim Schreinermeister oder beim Versicherungskaufmann. Du als Kunde magst sie vielleicht nicht wahrnehmen, aber den Unternehmen brennt der Kittel. Und wenn die Behörden beginnen zu prüfen (was sie wegen der schieren Überlastung bisher nicht vermochten durchzuführen), werden die Konsequenzen sehr deutlich werden.

  8. Ganz kurze Frage an alle: Meine Videos von den Cover Songs, die ich die letzten 2 Jahre auf YouTube geladen haben, werden die gesperrt oder muss ich die vom Netz nehmen, wenn das Gesetz in Kraft tritt? Wie sieht es aus mit Videos, die man kurzerhand einfach teilt, weil einem die Musik und das Video gefällt? Müssen Leute, die meine Fotos von meinem Blog runterladen und verwenden ne Gebühr an mich entrichten? Ganz ehrlich, so richtig steig ich da noch nicht durch. Wenn ich nun auf meinem Blog den Satz „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ von Shakespeare verwende, hab ich dann ne Urheberrechtsverletzung begangen? Wo geht das los und wo hört das auf? Sind alle meine Videos zu den Coversongs für die Katz, weil ab jetzt im Grunde ein Verstoß? DSGVO merke ich leider auch. Du musst ja quasi alles verpixeln, was erkennbar ein Mensch ist. Das ist ein Haufen Arbeit und macht es einem nicht leichter Werbung für ein Kinderland zu machen. Sicher Schutz muss sein, aber wenn wir alles schützen, macht das Internet dann überhaupt noch Sinn? Sicher muss geistiges Eigentum geschützt werden, aber man muss auch aufklären wo/wie/ab wann/ wie die ganze Sache funktionieren soll. Alles andere öffnet wieder irgendwelchen abzockenden Anwaltskanzleien Tür und Tor. Also zurück zu meiner Frage: Kann mir jemand sagen, was ich jetzt mit meinen Videos machen soll oder was damit passiert?

    • @Sandra: Bitte keine Panik. Youtube (Google) hat einen Generalvertrag mit der GEMA vereinbart, der jahrelang im Geheimen verhandelt wurde. Du wirst daher keine Probleme haben. Vermutlich sind die Urheber deiner Song längst erkannt, Youtube vermerkt das z.B. im Studio Beta deines Kanals.

      Es gibt zu deinen Fragen unzählige Webseiten, die die Themen behandeln und so schwierig ist es letztendlich gar nicht. Eigentlich alles Dinge die selbstverständlich sein sollten, aber es leider nicht sind und deswegen gesetzlich geregelt werden müssen. Für dich wird sich nicht viel ändern. Aber klar, du musst Menschen fragen, ob du Fotos oder Videos, auf denen sie vordergründig zu sehen sind, veröffentlichen darfst.

      Bemerkung: Ich bin froh, dass der Gesetzgeber nun nach und nach die bisherige Datenanarchie im Netz regelt. Es geht dabei um grundlegende Bürgerrechte und das betrifft jeden einzelnen von uns.

    • @Sandra:

      Für dich als Content Erzeuger hat sich effektiv gar nichts geändert. So lange du eine Coverversion als das offen darstellt was es ist (also keine Eigenkomposition), hast du gar nichts zu befürchten. Entscheidend ist dann nur noch ob du dadurch Umsätze (mit z.B. Werbung) generierst bzw. insgesamt Einnahmen generierst und der Rechteinhaber daran nicht beteiligt wird. All das war bereits geregelt und daran hat sich auch nichts verändert.

      Zu deinen Bildern. Grundsätzlich muss dich jeder fragen, der deine Bilder verwenden will. Je nachdem wofür er Sie verwendet (ob mit Gewinnerzielungsabsicht oder ohne) musst du als Rechteinhaber daran partizipieren.

      Wenn du Shakespeare zitierst und darauf verweist in dem du etwas schreibst „Schon Shakespeare sagte:….“ hat sich auch nichts verändert. Die Urheberrechtsverletzung tritt erst ein, wenn du Shakespeare 1 zu 1 abschreibst und behauptest es sei deiner Fantasie entsprungen.

      Das Gesetz, das nun verabschiedet wurde betrifft vor allem die Plattformbetreiber, die, durch den lässigen Umgang mit Urheberrechten große Gewinne erwirtschaften ohne dass die Urheber daran partizipieren. Insbesondere Youtube ist hier gemeint.
      Das Gesetz zielt darauf ab, dass die Plattformen nun verantwortlich sind, diesen urheberrechtlich geschützen Content von der Plattform zu löschen und zwar ohne dass der Rechteinhaber sie darauf aufmerksam machen muss. Bisher musste der Rechteinhaber aktiv werden und die Löschung verlangen. Der Streit, der daraus resultierte ist der, dass die Kritiker sagen, dies sei nur durch eine großflächige Zensur (sog. Uploadfilter) möglich. Die Befürworter argumentieren, dass es nicht ihr Problem sein kann, wie das geistige Eigentum geschützt werden kann, sondern nur, dass es geschützt werden muss.

      Die Bundesregierung hat sich diesbezüglich ebenfalls deutlich gegen Uploadfilter ausgesprochen. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Gesetzsmantel, den die EU nur vorgibt, in den einzelnen Ländern umgesetzt wird, denn die Durchführung des Gesetzes ist Ländersache. Es kann also sein, dass Polen eine andere Durchführung beschließt, als Deutschland.

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