Buch: „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ von Steve Brusatte

Steve Brusatte ist US-amerikanischer Paläontologe und zeichnet in „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ die Geschichte der Urzeitgiganten nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand nach. Die umfangreiche populärwissenschaftliche Schrift beginnt mit der Trias, erstreckt sich über Jura und endet abrupt mit dem Ende der Kreidezeit vor ca. 66 Millionen Jahren.

Zentrales Problem ist, dass Brusatte nicht nur eine chronologische Entwicklung der Dinosaurier verfasst hat. Miteingewoben sind zu gleichen Anteilen seine persönliche Entwicklungsgeschichte als junger Forscher und die allgemeine Entwicklungsgeschichte der US-amerikanischen Paläontolgie. Zusammengenommen gibt das einen wirren, unsortierten Mix, einziger Leitfaden ist die entwicklungsgeschichtliche Chronologie der Saurier. Brusatte springt von bio-chemischen Betrachtungen, zu Beschreibungen seines jugendlichen Forscherdrangs, zu klassischen Ausgrabungsorten, zur geologischer Erdgeschichte, anatomischen Überlegungen, Klimawandel, unbelegten Thesen, wissenschaftlichen Fakten, rein persönlichen Anekdoten und wertenden Charakterstudien von Kollegen. Da ist es dann kein Wunder, dass das Buch immer wieder gähnend-langweilige Passagen enthält, der Leser irgendwann anfängt vorzublättern und dabei vielleicht die wirklich interessanten Stellen verpasst. Dazu kommt das unausgewogene Verhältnis zwischen Text und Bild, auf 414 Seiten gerade mal 87 kleine, s/w-Bilder, zum allergrößten Teil informationsarme Fotos von Ausgrabungsorten und Fachkollegen mit Schaufeln und Pinseln in der Hand. Das eigentliche Thema (Dinos!) kommt dabei viel zu kurz und s/w ist halt auch etwas lahm.

Am Ende fragt man sich, was an der Geschichte, wie im Untertitel angedeutet, eigentlich „neu“ sein soll. Und: Brusatte hat als Autor wissenschaftliche Texte anscheinend nicht gelernt beim Schreiben immer auch an den Leser zu denken und sich kurz und präzise zu fassen. Ein guter Lektor hätte das Buch locker und ohne substantielle inhaltliche Verluste auf die Hälfte zusammenstreichen können. Dass dies nicht getan wurde und der Autor sich stattdessen an sich selbst berauscht, ist die größte Schwäche des Buches.

Fazit: Langatmige und altbekannte Geschichte des Dinozeitalters. Mag für Spezialisten, Enthusiasten und Nerds interessante Details enthalten. Normalinteressierte sind mit dem Wikipediaeintrag weitaus besser bedient.

Das gebundene Buch erscheint bei Piper, hat 414 Seiten und kostet 24 Euro.

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